News aus aller Welt
Start
Ticker
Schlagzeilen · 05.03.2026 00:41

So werden Reisende aus Nahost evakuiert

Kurz: Zehntausende Deutsche sitzen wegen des Krieges im Nahen Osten fest. Erste Evakuierungsflüge sind bereits gestartet.

Evakuierung von Reisenden aus dem Nahen Osten

Hintergrund der Situation

Der aktuelle Konflikt im Nahen Osten, insbesondere der Krieg im Iran, hat dazu geführt, dass mehr als 30.000 deutsche Staatsbürger in der Region festsitzen. Laut dem Auswärtigen Amt ist die tatsächliche Zahl wahrscheinlich sogar höher, da viele nicht in der Krisenvorsorgeliste Elefand registriert sind. Die Bundesregierung und verschiedene Airlines arbeiten intensiv daran, Rückreisemöglichkeiten für diese gestrandeten Personen zu schaffen.

Herausforderungen bei der Evakuierung

Die Evakuierung gestaltet sich schwierig. Die Lufträume in weiten Teilen der Region, darunter der Irak, Bahrain, Kuwait und Katar, sind aufgrund des Konflikts gesperrt oder nur eingeschränkt nutzbar. Dies führt dazu, dass viele Flüge nicht starten können.

Erste Evakuierungsflüge

Am Mittwochabend startete der erste Evakuierungsflug im Auftrag der Bundesregierung von Maskat, der Hauptstadt des Oman, nach Frankfurt. Dieser Flug war für etwa 280 Passagiere ausgelegt und landete am nächsten Morgen mit einer Verspätung von knapp zwei Stunden.

Wer kann evakuiert werden?

Die Evakuierungsflüge sind zunächst für besonders verletzliche Gruppen vorgesehen. Dazu gehören:

  • Schwangere
  • Kranke
  • Ältere
  • Kinder (in Begleitung ihrer Eltern)

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes betonte, dass Familien nicht getrennt werden und Kinder das Recht haben, mit ihren Eltern zu reisen.

Geplante weitere Flüge

Für die kommenden Tage sind erneut Evakuierungsflüge von Maskat nach Frankfurt angekündigt. Die Bundesregierung plant, zwei Flüge pro Tag durchzuführen, wobei jeder Flug etwa 200 Passagiere befördern soll. Die Reisenden werden größtenteils mit Bussen vom internationalen Drehkreuz in Dubai zum Flughafen in Maskat transportiert.

Langfristige Planung

Nach Angaben des Außenministeriums sind auch in Zukunft weitere Flüge geplant, die möglicherweise aus Maskat oder Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens, starten werden. Auch Airlines versuchen, zusätzliche Flüge aus der Golfregion zu organisieren.

Internationale Reaktionen

Die Evakuierungsmaßnahmen der deutschen Regierung stehen nicht isoliert da. Auch andere europäische Länder haben begonnen, ihre Staatsbürger in Sicherheit zu bringen.

Frankreich

Frankreich hat bereits erste Bürger aus Maskat ausgeflogen, die in der Nacht zu Mittwoch in Paris angekommen sind. Weitere Flüge aus Ägypten und Abu Dhabi sind in Planung.

Polen

Polen plant ebenfalls Evakuierungsflüge. Rund 14.000 polnische Staatsbürger halten sich derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf. Ein erster Evakuierungsflug soll vor allem kranke und hilfsbedürftige Personen aufnehmen.

Großbritannien

Die britische Regierung hat ebenfalls Maßnahmen ergriffen, um ihre Staatsbürger aus dem Oman zu evakuieren. Ein von der Regierung gecharterter Flug sollte am Mittwochabend starten, und British Airways plant für Donnerstag einen weiteren Flug.

Schweiz

Die Schweiz hat etwa 5.000 Staatsbürger in der Region. Da keine eigenen Transportflugzeuge zur Verfügung stehen, setzt sie auf Unterstützung durch die Lufthansa-Tochter Swiss. Ein kommerzieller Flug aus Maskat nach Zürich wurde organisiert.

Kritik an den Evakuierungsplänen

Trotz der laufenden Evakuierungsmaßnahmen gibt es auch Kritik an den Plänen der Bundesregierung. Die Opposition hat die Maßnahmen als zu spät und unzureichend bezeichnet. Es wird gefordert, schneller und effektiver zu handeln, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.

Ausblick

Die Situation im Nahen Osten bleibt angespannt, und die Evakuierungsmaßnahmen sind nur ein erster Schritt in einem komplexen Prozess. Die Bundesregierung und die beteiligten Airlines stehen vor der Herausforderung, die verbleibenden deutschen Staatsbürger sicher nach Hause zu bringen, während sie gleichzeitig die politischen und sicherheitstechnischen Gegebenheiten in der Region im Auge behalten müssen.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/evakuierungsfluege-nahost-deutschland-100.html