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Sikorsky Nomad 100: Senkrechtstarter-Drohne besteht ersten Testflug
Politik · 03.08.2026 07:32

Sikorsky Nomad 100: Senkrechtstarter-Drohne besteht ersten Testflug

Kurz: Sikorsky hat mit der Nomad 100 die erste Testphase für eine neue Senkrechtstarter-Drohne erfolgreich absolviert. Das System soll bemannte Flugzeuge unterstützen

Ein neuer Meilenstein in der unbemannten Luftfahrt

Das zu Lockheed Martin gehörende Unternehmen Sikorsky hat einen wichtigen Schritt in der Entwicklung unbemannter Flugsysteme vollzogen. Die neuartige Drohne Nomad 100 hat ihre ersten Boden- und Flugtests erfolgreich hinter sich gebracht. Das Fluggerät ist als Senkrechtstarter konzipiert, was bedeutet, dass es für den Start und die Landung keine herkömmlichen Start- oder Landebahnen benötigt. Diese Eigenschaft eröffnet neue taktische Möglichkeiten für den Einsatz in schwierigem Gelände oder auf begrenztem Raum.

Die Erprobung findet im Rahmen des Programms „Early VTOL Aircraft Demonstration“ (EVADE) statt, das von der US-Forschungsbehörde DARPA geleitet wird. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung von Plattformen, die in der Lage sind, von unbefestigten Landezonen, Schiffen oder vorgeschobenen Stützpunkten aus zu operieren.

Innovative Technik: Rotor Blown Wing

Das Herzstück der Nomad 100 bildet ein von Sikorsky entwickeltes System namens „Rotor Blown Wing“. Die Drohne nutzt zwei Propeller, um den vertikalen Auftrieb zu erzeugen, der für den Start, die Landung und den Schwebeflug erforderlich ist. Sobald sich das Fluggerät in der Luft befindet, wechselt es in den Vorwärtsflug, wobei die festen Tragflächen für den nötigen Auftrieb sorgen.

Nach Angaben des Herstellers vereint dieses Designkonzept die Vorteile zweier Welten: Es kombiniert die Flexibilität eines Hubschraubers bei Start und Landung mit der Geschwindigkeit und Reichweite eines klassischen Starrflüglers. Mit diesem Vorstoß betritt Sikorsky ein neues Marktsegment für Senkrechtstarter-Drohnen, wobei das Unternehmen auf seine langjährige Expertise im Bereich der Drehflügler zurückgreift. Das erklärte Ziel ist die Schaffung eines kostengünstigen und skalierbaren Systems.

Autonome Flugsteuerung durch Matrix

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist das autonome Flugsystem „Matrix“, das von der DARPA für alle fünf Fluggeräte des EVADE-Programms ausgewählt wurde. Die Technologie hat ihre Zuverlässigkeit bereits in der Vergangenheit unter Beweis gestellt: Laut Sikorsky hat das Matrix-System bereits mehr als 1.000 Flugstunden sowie rund 500 Test- und Demonstrationsflüge auf über 20 verschiedenen Flugzeugtypen absolviert.

Die Technologie ist nicht exklusiv für die Nomad 100 bestimmt. Sie findet auch bei anderen Projekten des Unternehmens Anwendung, darunter das unbemannte S-70UAS U-Hawk sowie der Hybrid-Elektro-Demonstrator HEX. Diese breite Anwendung unterstreicht den Stellenwert, den Sikorsky der autonomen Steuerung für zukünftige Luftfahrtplattformen beimisst.

Strategische Bedeutung und Ausblick

Die Nomad 100 ist primär darauf ausgelegt, bemannte Flugzeuge bei ihren Missionen zu unterstützen. Durch die Fähigkeit, unabhängig von ausgebauter Infrastruktur zu operieren, könnte die Drohne die Reichweite und Flexibilität bemannter Einheiten deutlich erhöhen. Die erfolgreiche erste Testrunde markiert den Beginn einer Erprobungsphase, in der die Leistungsfähigkeit des Systems in unterschiedlichen Szenarien weiter evaluiert werden dürfte. Da die DARPA das Projekt eng begleitet, ist davon auszugehen, dass die gewonnenen Erkenntnisse direkt in die weitere Optimierung der Flugsteuerung und der strukturellen Effizienz des „Rotor Blown Wing“-Designs einfließen werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/militarflugzeuge-auf-dem-flugplatz-malle-in-belgien-33879621/ · Foto: Maarten Ceulemans
Quelle: https://www.golem.de/news/sikorsky-nomad-100-senkrechtstarter-drohne-besteht-ersten-testflug-2608-211523.html