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Signale nach China: Britische Marine kappt Überwasserdrohnen das Internet
Technik · 10.08.2026 07:55

Signale nach China: Britische Marine kappt Überwasserdrohnen das Internet

Kurz: Die britische Marine hat bei ihren Überwasserdrohnen Sicherheitslücken entdeckt: Kameras sendeten Daten nach China. Nun wurde der Internetzugang unterbrochen.

Sicherheitsvorfall bei der britischen Marine

Ein Sicherheitsproblem bei den Überwasserdrohnen der britischen Marine hat für Aufsehen gesorgt. Wie aus Berichten hervorgeht, wurden Kameras in den unbemannten Fahrzeugen entdeckt, die eigenständig Verbindungen zu einer IP-Adresse in der Volksrepublik China aufbauten. Die britischen Streitkräfte haben daraufhin umgehend reagiert und den Internetzugang für die betroffenen Kamerasysteme deaktiviert.

Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums gibt es derzeit keine Belege dafür, dass sensible Daten oder sicherheitskritische Informationen an externe Stellen übermittelt wurden. Dennoch löste der Vorfall erhebliche Bedenken aus. Es besteht die Sorge, dass durch die unbefugte Datenübertragung das Personal von Elitestreitkräften, das mit den Drohnen operiert, gefährdet worden sein könnte.

Die Rolle der Kraken K3 Scout

Bei den betroffenen Systemen handelt es sich um die Kraken K3 Scout, ein unbemanntes Überwasserfahrzeug, das seit März bei der britischen Marine im Einsatz ist. Die Drohne ist für anspruchsvolle maritime Aufgaben konzipiert, unter anderem für den geplanten Einsatz in der Straße von Hormus, sofern eine entsprechende Einigung zur Sicherung dieser strategisch wichtigen Wasserstraße erzielt wird.

Die technischen Spezifikationen der Drohne unterstreichen ihre Leistungsfähigkeit: Mit einer Länge von 8,40 Metern und einer Breite von knapp zwei Metern erreicht das Gefährt Geschwindigkeiten von bis zu 55 Knoten, was etwa 102 Kilometern pro Stunde entspricht. Bei einer Marschgeschwindigkeit von 25 Knoten verfügt die Drohne über eine Reichweite von rund 1200 Kilometern und kann bis zu 30 Tage lang autark operieren. Die Nutzlastkapazität liegt bei 600 Kilogramm.

Ursprung der Sicherheitslücke

Die fraglichen Kameras stammten von einem externen Zulieferer. Dieser hatte den Sicherheitsbehörden gegenüber ursprünglich die Integrität der Hardware zugesichert. Analysen zeigten jedoch, dass die Geräte kontinuierlich sogenannte „Herzschlag-Signale“ an einen Server in China sendeten. Der Hersteller der Drohnen, die Kraken Technology Group, hat den Vorfall eingeräumt. Trotz der getroffenen Sicherheitsmaßnahmen bleibt das Vertrauen in die Hardware laut anonymen Quellen aus dem Umfeld der Marine erschüttert. Es besteht weiterhin die Befürchtung, dass die Kameras auch dann aktiv bleiben könnten, wenn die Drohne selbst abgeschaltet ist.

Auswirkungen auf die Serienproduktion

Der Vorfall wirft Fragen hinsichtlich der laufenden Produktion auf. Seit dem Frühjahr werden die Kraken K3 Scout Drohnen in Serie gefertigt. Dies geschieht durch ein Joint Venture zwischen der Kraken Technology Group und Blohm+Voss, einer Tochtergesellschaft von Rheinmetall. Ziel ist eine Produktionskapazität von 200 Einheiten pro Jahr.

Es ist derzeit unklar, ob die im Rahmen dieser Kooperation hergestellten Fahrzeuge ebenfalls mit den problematischen Kameras ausgestattet sind. Eine Anfrage zur Klärung dieser Sicherheitsfrage blieb bisher unbeantwortet. Die Situation verdeutlicht die zunehmende Herausforderung für Militärbehörden, die Sicherheit komplexer Lieferketten bei der Integration ziviler oder kommerzieller Technologie in militärische Systeme zu gewährleisten. Die nächsten Schritte der Marine dürften eine umfassende technische Überprüfung sämtlicher Komponenten sowie eine Neubewertung der Zuliefererstandards beinhalten, um das Vertrauen in die Einsatzfähigkeit der autonomen Flotte wiederherzustellen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/kustenwachenschiff-im-hafen-von-xiamen-china-38868638/ · Foto: Nowrin Sanjana
Quelle: https://www.heise.de/news/Signale-nach-China-Britische-Marine-kappt-Ueberwasserdrohnen-das-Internet-11404378.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag