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Shanice Craft hellwach ins Diskus-Finale
Sport · 12.08.2026 13:17

Shanice Craft hellwach ins Diskus-Finale

Kurz: Bei der Leichtathletik-EM in Birmingham glänzt Shanice Craft im Diskuswurf. Während sie souverän ins Finale einzieht, kämpft Kristin Pudenz noch um den Einzug.

Souveräner Finaleinzug für Shanice Craft

Der dritte Tag der Leichtathletik-Europameisterschaften im britischen Birmingham brachte aus deutscher Sicht einen erfreulichen Auftakt im Diskuswurf der Frauen. Die 33-jährige Athletin Shanice Craft, die als eine der Medaillenkandidatinnen in den Wettbewerb gestartet war, unterstrich ihre aktuelle Leistungsstärke eindrucksvoll. In der Qualifikationsrunde benötigte die erfahrene Werferin lediglich einen einzigen Versuch, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Mit einer Weite von 63,46 Metern übertraf sie die für den direkten Finaleinzug geforderte Marke von 62,50 Metern deutlich. Damit sicherte sich Craft nicht nur den Einzug in den Endkampf, sondern bewies auch, dass sie ihre Kräfte für die kommenden Aufgaben bestmöglich einteilen kann. Der Wettbewerb am Mittwochvormittag verlief für sie somit absolut nach Plan, was ihre Ambitionen auf die vierte EM-Medaille ihrer Karriere unterstreicht. Die Konkurrenz, angeführt von der Niederländerin Jorinde van Klinken, zeigte sich ebenfalls in starker Verfassung und agierte taktisch ähnlich klug wie die deutsche Athletin. Van Klinken schaffte die Qualifikation mit 62,74 Metern ebenfalls im ersten Anlauf und beendete ihren Arbeitstag frühzeitig, um sich voll auf das Finale zu fokussieren.

Die schwierige Ausgangslage für Kristin Pudenz

Während Shanice Craft ihre Ambitionen untermauerte, muss eine weitere deutsche Hoffnungsträgerin, Kristin Pudenz, um den Verbleib im Wettbewerb zittern. Die 33-jährige Athletin, die in der europäischen Jahresbestenliste auf dem zehnten Rang geführt wird, blieb in der Qualifikationsgruppe A hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Mit einer Weite von 60,48 Metern aus ihrem besten Versuch belegte sie lediglich den sechsten Platz in ihrer Gruppe. Nach ihrem Auftritt zeigte sich Pudenz im Gespräch mit der Sportschau sichtlich ratlos und analysierte selbstkritisch, dass sie womöglich zu vorsichtig an die Aufgabe herangegangen sei. Sie verwies dabei auf die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr in Tokio, wo ihr der Einzug in das Finale ebenfalls verwehrt blieb. Ob ihre Leistung ausreicht, um unter die besten Werferinnen zu kommen, hängt nun vom Ausgang der zweiten Qualifikationsgruppe ab, die am Mittag startete. Pudenz ist darauf angewiesen, dass in dieser zweiten Gruppe maximal sechs Konkurrentinnen eine größere Weite erzielen als sie selbst. Die Ungewissheit über den weiteren Turnierverlauf prägt nun ihre Stimmung, während sie auf die Ergebnisse der Konkurrenz wartet.

Der Zehnkampf unter deutscher Beteiligung

Der dritte Wettkampftag in Birmingham markierte zudem den Beginn des Zehnkampfs, bei dem das deutsche Team mit hohen Erwartungen antrat. Der amtierende Weltmeister Leo Neugebauer, der als einer der Top-Favoriten auf den Titel gehandelt wird, erlebte jedoch einen schwierigen Auftakt. Ein kleiner Strauchler auf den ersten Metern des 100-Meter-Laufs kostete ihn wertvolle Zeit, sodass er nach der ersten Disziplin mit einer Zeit von 10,90 Sekunden lediglich auf dem neunten Rang geführt wurde. Auch Niklas Kaul, ein ehemaliger Welt- und Europameister, startete in den Wettbewerb und absolvierte die 100 Meter in 11,23 Sekunden. Für Kaul, dessen stärkste Disziplinen traditionell erst am zweiten Tag des Zehnkampfs folgen, ist dies ein solider Einstieg. Besonders erfreulich aus deutscher Sicht verlief der Auftakt für den erst 21-jährigen EM-Debütanten Amadeus Gräber. Er zeigte sich in hervorragender Verfassung und sicherte sich mit einer Zeit von 10,79 Sekunden den dritten Platz nach der ersten Teil-Disziplin. Damit setzte er ein Ausrufezeichen innerhalb des deutschen Trios und bewies, dass er auf der großen Bühne der Europameisterschaften konkurrenzfähig ist.

Talea Prepens und der Weg ins Halbfinale

Neben den technischen Disziplinen und dem Zehnkampf gab es auch auf der Laufbahn erfreuliche Nachrichten für das deutsche Aufgebot. Die Sprinterin Talea Prepens, die im vergangenen Winter noch als Bobpilotin bei den Olympischen Spielen in Italien mit einem vierten Platz im Zweier-Bob für Aufsehen gesorgt hatte, stellte ihre Vielseitigkeit unter Beweis. Im Vorlauf über 200 Meter sicherte sie sich mit einer Zeit von 23,16 Sekunden souverän den Einzug in das Halbfinale, das für den Abend angesetzt ist. Trotz des Erfolgs blieb Prepens selbstkritisch. Da ihre persönliche Bestzeit bei 22,83 Sekunden liegt, war sie mit ihrem ersten Auftritt im Birminghamer Stadion nicht vollends zufrieden. Sie bezeichnete den Lauf als solide, betonte jedoch, dass sie in der Lage sei, eine noch bessere Leistung abzurufen. Der Halbfinaleinzug ist für die Athletin ein wichtiger Schritt, um ihre Ambitionen auf dieser Strecke zu untermauern. Die Zuschauer dürfen gespannt sein, ob sie in der Abendveranstaltung ihre persönliche Bestleistung angreifen kann, um sich für das Finale zu qualifizieren.

Einordnung der sportlichen Leistungen

Einzuordnen ist der bisherige Verlauf des dritten EM-Tages als ein Wechselbad der Gefühle für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Während Shanice Craft ihre Routine und Klasse in der Qualifikation eindrucksvoll unter Beweis stellte und sich als Medaillenkandidatin für das Finale am Freitag in Stellung brachte, verdeutlicht die Situation um Kristin Pudenz die enorme Leistungsdichte und den psychologischen Druck bei internationalen Großereignissen. Dass eine Athletin ihres Kalibers um den Einzug in das Finale bangen muss, unterstreicht, wie eng das Feld der europäischen Spitzenwerferinnen zusammengerückt ist. Im Zehnkampf ist der Start von Leo Neugebauer als Warnschuss zu verstehen, der zeigt, dass selbst bei Weltmeistern kleine Fehler im Sprint große Auswirkungen auf das Gesamtklassement haben können. Den Berichten zufolge zeigt die Leistung von Amadeus Gräber jedoch, dass der deutsche Nachwuchs bereit ist, die Lücke zu den etablierten Größen zu schließen. Die sportliche Bilanz des Tages ist somit geprägt von einer Mischung aus souveräner Routine, taktischer Disziplin und dem Kampf um das sportliche Überleben im Wettbewerb.

Offene Fragen und der weitere Ausblick

Der Quelltext lässt einige Fragen unbeantwortet, insbesondere im Hinblick auf das endgültige Teilnehmerfeld für das Diskus-Finale der Frauen. Es bleibt abzuwarten, ob Kristin Pudenz aufgrund der Ergebnisse der zweiten Qualifikationsgruppe tatsächlich den Sprung in den Endkampf schafft oder ob für sie das Turnier vorzeitig beendet ist. Zudem bleibt offen, wie sich der Zehnkampf nach dem holprigen Start von Leo Neugebauer weiterentwickeln wird und ob er seine Ambitionen auf den Titel durch eine Aufholjagd in den kommenden Disziplinen noch realisieren kann. Die sportliche Zukunft von Talea Prepens im Halbfinale über 200 Meter ist ebenfalls noch mit Spannung zu erwarten. Der weitere Zeitplan ist jedoch klar definiert: Das Diskus-Finale der Frauen findet am Freitag, den 14. August 2026, um 21.30 Uhr statt und wird live im Ersten sowie bei sportschau.de übertragen. Für den weiteren Verlauf des dritten Wettkampftages sind noch vier Titelentscheidungen geplant, darunter der Hammerwurf der Frauen sowie der 400-Meter-Lauf der Männer, die den sportlichen Fokus in Birmingham weiter verschärfen werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/sommer-spielen-gras-park-16942933/ · Foto: Ricardo Santanna
Quelle: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/shanice-craft-hellwach-ins-diskuswurf-finale,la-em-2026-birmingham-mittwoch-dritter-tag-100.html