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?The Sinking City 2“ angespielt: Lovecraft trifft auf Kriegsalltag
Technik · 17.08.2026 17:00

?The Sinking City 2“ angespielt: Lovecraft trifft auf Kriegsalltag

Kurz: Das ukrainische Studio Frogwares verbindet in „The Sinking City 2“ klassischen Survival-Horror mit den traumatischen Erfahrungen des laufenden Krieges.

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Das ukrainische Entwicklerstudio Frogwares hat mit „The Sinking City 2“ einen Nachfolger zu seinem bekannten Detektiv-Adventure angekündigt, der jedoch spielerisch und atmosphärisch neue Wege beschreitet. Während der Vorgänger noch stark auf investigative Ermittlungen setzte, wandelt sich die Fortsetzung zu einem klassischen Survival-Horror-Titel. Die Entwicklung des Spiels fand unter extremen Bedingungen statt: Über einen Zeitraum von 43 Monaten arbeitete das Team inmitten des Ukraine-Krieges an dem Projekt. Dabei flossen die persönlichen Erfahrungen der Entwickler – von den täglichen Sirenenklängen bis hin zur ständigen Bedrohung durch Raketenangriffe – direkt in die Gestaltung der Spielwelt ein. Das Ergebnis ist eine düstere, von Trümmern gezeichnete Umgebung, in der Lovecraft-inspirierte Monster auf die Realität eines zerstörten Kriegsalltags treffen. Das Spiel erscheint am 18. August für Windows, PlayStation 5 und Xbox Series zu einem Preis von rund 50 Euro und ist ab 18 Jahren freigegeben.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Orte

Die Handlung des Spiels ist im Jahr 1929 angesiedelt. Nach einer verheerenden Flut in der fiktiven Stadt Arkham sind geheimnisvolle, wurmartige Kreaturen, die sogenannten Slithers, aus den Tiefen des Meeres emporgestiegen und haben die Siedlung verseucht. Die Protagonisten Calvin und seine Freundin Faye versuchen, mit okkulten Ritualen gegen die Katastrophe vorzugehen, doch ein missglücktes Experiment führt dazu, dass Faye ins Koma fällt. Calvin muss sich nun durch die zerstörte Stadt kämpfen, um Hilfe zu finden. Zu den Schauplätzen gehören ein Hospital, eine Fischfabrik und unterirdische Areale. Spielerisch orientiert sich der Titel an Genregrößen wie „Resident Evil“. Ressourcenmanagement spielt eine zentrale Rolle: Spieler müssen aus Metallteilen, Schießpulver und Chemikalien Munition und Heilmittel herstellen. Die Gegnerpalette reicht von von Würmern besetzten Leichen bis hin zu schleimigen, alienartigen Wesen. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich individuell anpassen, wobei die Spielzeit für einen Durchgang auf etwa 15 Stunden geschätzt wird, gefolgt von einem „New Game +“-Modus für erfahrenere Spieler.

Hintergrund – Die Entstehungsgeschichte

Die Entwicklung von „The Sinking City 2“ ist untrennbar mit der aktuellen geopolitischen Lage in der Ukraine verbunden. Das Frogwares-Team sah sich während der 43-monatigen Produktionszeit mit den direkten Auswirkungen des russischen Angriffskrieges konfrontiert. Anstatt das Projekt aufzugeben, nutzten die Entwickler die Arbeit als Mittel, um den Fokus auf Kreativität zu bewahren und mental stabil zu bleiben. Die im Spiel zu hörenden Sirenen sind keine bloßen Soundeffekte, sondern basieren auf den realen Erfahrungen der Entwickler, die diese Geräusche jeden Morgen hören mussten. Auch die im Spiel präsentierten Krankenakten und Röntgenbilder im Hospital beziehen sich auf reale Kriegsopfer. Selbst die Schussgeräusche der Waffen wurden durch die Bearbeitung von Aufnahmen ukrainischer Flugabwehrkanonen authentisch gestaltet. Diese bewusste Einbindung der eigenen Lebensrealität in eine fiktive Horrorwelt verleiht dem Spiel eine zusätzliche Ebene der Schwere und Trostlosigkeit, die weit über das übliche Maß von Genrevertretern hinausgeht.

Die Beteiligten – Personen und Institutionen

Im Zentrum steht das Entwicklerstudio Frogwares, das bereits für den ersten Teil von „The Sinking City“ bekannt ist. Die Hauptfiguren des Spiels sind der Abenteurer Calvin und seine Gefährtin Faye, deren Schicksal den roten Faden der Erzählung bildet. Da das Spiel als Einzelspieler-Erfahrung konzipiert ist, liegt der Fokus vollständig auf der Interaktion zwischen dem Spieler und der feindseligen Umgebung. Externe Institutionen wie Google Ireland Limited werden im Kontext der Einbindung von YouTube-Videos und der damit verbundenen Datenübermittlung genannt. Auch die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) ist involviert, da sie das Spiel ab 18 Jahren freigegeben hat. Die technische Plattform umfasst neben Windows-PCs auch die Konsolen PlayStation 5 und Xbox Series, für deren Veröffentlichung das Studio die Verantwortung trägt. Die Berichterstattung über das Spiel erfolgte durch den Redakteur Andreas Müller, der das Spiel vorab testen konnte.

Einordnung – Die Bedeutung des Spiels

Einzuordnen ist „The Sinking City 2“ als eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber seinem Vorgänger. Während der erste Teil gelegentlich unter Leerlauf und eher lieblos integrierten Kampfsequenzen litt, wirkt die Fortsetzung laut den vorliegenden Berichten deutlich flüssiger und abwechslungsreicher. Den Berichten zufolge gelingt es Frogwares, den „kosmischen Horror“ nach Lovecraft-Art mit dem Survival-Genre zu verschmelzen, ohne dabei in die Falle einer bloßen Kopie zu tappen. Die Metapher der zerstörten Stadt Arkham als Spiegelbild des realen Krieges in der Ukraine ist dabei das prägende Element. Dass ein vergleichsweise kleines Studio ein solches Projekt unter den gegebenen Umständen realisieren konnte, wird als beachtliche Leistung gewertet. Es ist kein revolutionäres Spiel, das das Genre neu erfindet, aber es spielt gekonnt auf der Klaviatur bewährter Mechanismen wie verwinkelten Häusern, Jump-Scares und Rätseln, um eine dichte Atmosphäre zu erzeugen.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Obwohl der Quelltext einen detaillierten Einblick in die Spielmechaniken und die Entstehungsgeschichte bietet, bleiben einige Aspekte unbeantwortet. So wird nicht explizit dargelegt, wie sich die Geschichte nach dem Erwachen von Faye oder dem Scheitern der Suche weiterentwickelt, da der Testbericht nur die ersten Spielstunden abdeckt. Auch bleibt unklar, ob es neben den genannten Schauplätzen wie dem Hospital oder der Fischfabrik noch weitere, signifikant unterschiedliche Areale gibt, die den Umfang der Spielwelt erweitern. Zudem wird nicht geklärt, ob das Studio plant, nach dem Release am 18. August weitere Inhalte oder DLCs zu veröffentlichen. Auch die Frage, ob die fehlende FSR-Unterstützung für AMD-Grafikkarten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung durch einen Patch behoben wird, bleibt offen. Schließlich wird nicht detailliert beschrieben, wie sich die Entscheidungen des Spielers bei der Rätsellösung konkret auf den weiteren Verlauf der Handlung auswirken.

Wie es weitergeht – Angekündigte Schritte

Der Veröffentlichungstermin für „The Sinking City 2“ ist fest auf den 18. August terminiert. Ab diesem Datum wird das Spiel für Windows, PlayStation 5 und Xbox Series im Handel und in den digitalen Stores erhältlich sein. Für Spieler, die nach dem ersten Durchgang eine größere Herausforderung suchen, ist der „New Game +“-Modus bereits fest eingeplant, der es ermöglicht, mit den zuvor errungenen Fertigkeiten und Ausrüstungsgegenständen erneut in die albtraumhafte Welt von Arkham einzutauchen. Weitere technische Optimierungen, etwa im Hinblick auf die Unterstützung von Grafikkartentechnologien wie FSR, könnten in der Zeit nach dem Release folgen, sofern das Studio dies als notwendig erachtet. Das Frogwares-Team hat mit diesem Projekt bewiesen, dass es trotz der widrigen Umstände in der Lage ist, ein fertiges, qualitativ hochwertiges Produkt abzuliefern, was die Erwartungen an zukünftige Projekte des Studios durchaus steigen lässt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/verlassene-vom-krieg-zerstorte-gebaude-auf-zypern-29548805/ · Foto: Melih Akkus
Quelle: https://www.heise.de/tests/The-Sinking-City-2-angespielt-Geboren-aus-Truemmern-11416172.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag