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ServiceNow AI Platform: Angreifer können aus Sandbox ausbrechen
Technik · 02.09.2026 15:17

ServiceNow AI Platform: Angreifer können aus Sandbox ausbrechen

Kurz: ServiceNow warnt vor vier kritischen Sicherheitslücken in seiner AI-Plattform. Angreifer könnten aus der Sandbox ausbrechen und Datenbanken kompromittieren.

Ein schwerwiegendes Sicherheitsrisiko in der ServiceNow-Umgebung

Der Softwarehersteller ServiceNow hat eine dringende Sicherheitswarnung für seine weit verbreitete AI Platform herausgegeben, die auch Auswirkungen auf die allgemeine ServiceNow Platform hat. Wie aus den aktuellen Berichten hervorgeht, wurden insgesamt vier kritische Schwachstellen identifiziert, die es potenziellen Angreifern ermöglichen, die Sicherheitsvorkehrungen der Software zu umgehen. Die Brisanz der Situation ergibt sich vor allem daraus, dass diese Sicherheitslücken ohne eine vorherige Authentifizierung ausgenutzt werden können. Dies bedeutet, dass ein Angreifer keinen legitimen Benutzerzugang benötigt, um die Systeme zu attackieren. Die Schwachstellen erlauben es unter anderem, aus einer isolierten Sandbox auszubrechen und eigenen Schadcode innerhalb der Systemumgebung zur Ausführung zu bringen. Obwohl das Unternehmen betont, dass bisher keine konkreten Angriffe bekannt geworden sind, ist die Einstufung der Lücken als „kritisch“ ein deutliches Signal an alle IT-Verantwortlichen, die betroffenen Instanzen unverzüglich zu überprüfen und die notwendigen Sicherheitsupdates einzuspielen, um eine Gefährdung der Geschäftsprozesse und der internen Datenintegrität konsequent auszuschließen.

Details zu den Schwachstellen und den betroffenen Systemen

Die identifizierten Sicherheitslücken wurden unter den Kennungen CVE-2026-6876, CVE-2026-18885, CVE-2026-18886 sowie CVE-2026-74820 in die Datenbanken aufgenommen. Besonders kritisch ist dabei der Umstand, dass eine der Schwachstellen ursprünglich als „hoch“ bewertet wurde, der Hersteller diese Einstufung jedoch nachträglich auf „kritisch“ korrigiert hat, nachdem die Gefahrenlage genauer analysiert worden war. Bei der Schwachstelle CVE-2026-74820 handelt es sich um eine klassische SQL-Injection-Lücke, die es Angreifern erlaubt, die zugrunde liegende Datenbank einer ServiceNow-Instanz direkt zu attackieren und potenziell zu kompromittieren. In zwei weiteren Fällen ermöglichen die Lücken das Einschleusen von Schadcode, was die Kontrolle über die betroffenen Systeme erheblich gefährdet. Die Auswirkungen beschränken sich dabei nicht nur auf die KI-Komponenten, sondern erstrecken sich auf die gesamte ServiceNow Platform. Administratoren sind daher angehalten, ihre Instanzen gegen diese spezifischen Bedrohungen abzusichern, indem sie die bereitgestellten Patches und Hotfixes für verschiedene Versionen wie Australia, Xanadu, Yokohama und Zurich umgehend installieren.

Der Weg zur Absicherung der betroffenen Instanzen

Die Sicherheitsarchitektur von ServiceNow sieht für Kunden, die am sogenannten Patching Program teilnehmen, eine automatisierte Installation der Sicherheitsaktualisierungen vor. Dennoch weist der Hersteller explizit darauf hin, dass dies die Administratoren nicht von ihrer Sorgfaltspflicht entbindet. Es wird dringend empfohlen, manuell zu verifizieren, ob die korrigierten Programmversionen tatsächlich auf den jeweiligen Instanzen aktiv sind. Zu den relevanten Versionen, für die entsprechende Sicherheitsupdates bereitstehen, gehören unter anderem Australia Patch 2 Hot Fix 3, Australia Patch 3 Hot Fix 2, Australia Patch 3m, Australia Patch 4 und Australia Patch 5. Auch für die neueren Zweige wie Xanadu Patch 11 Hot Fix 7a sowie verschiedene Ausprägungen der Yokohama- und Zurich-Reihen, etwa Yokohama Patch 12 Hot Fix 3b oder Zurich Patch 12, sind spezifische Patches verfügbar. Diese manuelle Prüfung ist ein essenzieller Bestandteil der Cyber-Hygiene, um sicherzustellen, dass keine Instanz aufgrund von Konfigurationsfehlern oder Verzögerungen bei der automatischen Verteilung ungeschützt bleibt.

Die Akteure und ihre Rolle in der Sicherheitsstrategie

Im Zentrum der aktuellen Ereignisse steht der Softwarehersteller ServiceNow, der als Anbieter der Plattform die Verantwortung für die Identifizierung und Behebung der Schwachstellen trägt. Das Unternehmen hat durch die Veröffentlichung der Warnmeldung und die Bereitstellung der Patches proaktiv auf die Bedrohungslage reagiert. Auf der anderen Seite stehen die Administratoren der Unternehmen, die die ServiceNow-Lösungen in ihren IT-Infrastrukturen einsetzen. Sie sind die entscheidenden Akteure, wenn es darum geht, die Sicherheit der eigenen Unternehmensdaten zu gewährleisten. Die Kommunikation des Herstellers richtet sich direkt an diese IT-Verantwortlichen, da sie für die Implementierung der Schutzmaßnahmen und die Überwachung der Systemintegrität zuständig sind. Externe Sicherheitsforscher oder Institutionen, die die Lücken möglicherweise zuerst entdeckt haben, werden im vorliegenden Kontext nicht namentlich genannt, doch die präzise Zuordnung der CVE-Nummern deutet auf einen strukturierten Prozess der Sicherheitsanalyse hin, der eine enge Abstimmung zwischen dem Hersteller und der Sicherheits-Community voraussetzt.

Einordnung der Sicherheitslage für Unternehmen

Die Einstufung der Schwachstellen als „kritisch“ unterstreicht die Notwendigkeit einer schnellen Reaktion. Aus Sicht der IT-Sicherheit ist ein Sandbox-Ausbruch ein besonders schwerwiegendes Ereignis, da die Sandbox eigentlich als letzte Verteidigungslinie dient, um potenziell schädlichen Code von der Kernplattform zu isolieren. Wenn diese Barriere fällt, haben Angreifer die Möglichkeit, tiefer in das System einzudringen, Daten zu manipulieren oder sogar administrative Rechte zu erlangen. Den Berichten zufolge ist die Kombination aus fehlender Authentifizierung und der Möglichkeit zur SQL-Injection ein gefährliches Szenario, das die Vertraulichkeit und Verfügbarkeit der gesamten Plattform infrage stellt. Einzuordnen ist das so, dass Unternehmen, die ServiceNow für geschäftskritische Prozesse nutzen, ihre Sicherheitsstrategie nicht allein auf die automatisierten Dienste des Herstellers stützen sollten. Eine regelmäßige manuelle Überprüfung der Patch-Stände ist in einer Zeit, in der automatisierte Angriffe auf Plattformen zunehmen, eine unverzichtbare Maßnahme zur Risikominimierung.

Offene Fragen und verbleibende Unsicherheiten

Obwohl die Warnmeldung von ServiceNow detaillierte Informationen zu den betroffenen Versionen und den Risiken bietet, bleiben einige Aspekte im Unklaren. Der Quelltext macht beispielsweise keine Angaben darüber, wie genau der Sandbox-Ausbruch technisch realisiert werden kann, da dies als „nicht näher ausgeführt“ beschrieben wird. Ebenso bleibt offen, ob es in der Vergangenheit bereits Versuche gab, diese Lücken auszunutzen, auch wenn der Hersteller angibt, keine Kenntnis von erfolgreichen Attacken zu haben. Es ist zudem nicht ersichtlich, welche spezifischen Datenbankinhalte bei einer erfolgreichen SQL-Injection am stärksten gefährdet wären, da dies stark von der individuellen Konfiguration der jeweiligen Kundeninstanz abhängt. Auch die Frage, wie lange diese Schwachstellen bereits existierten, bevor sie entdeckt und gepatcht wurden, wird nicht beantwortet. Diese Lücken im Informationsfluss sind typisch für Sicherheitsmeldungen, da der Hersteller aus verständlichen Gründen keine detaillierten Anleitungen für Angreifer liefern möchte, während die Administratoren gleichzeitig vor der Herausforderung stehen, das konkrete Risiko für ihr spezifisches Setup einzuschätzen.

Ausblick auf die notwendigen nächsten Schritte

Für die kommenden Tage und Wochen ist für alle IT-Teams, die ServiceNow einsetzen, eine klare Agenda vorgegeben. Der erste und wichtigste Schritt ist die Bestandsaufnahme der aktuell installierten Patch-Versionen auf allen produktiven und Test-Instanzen. Sollte eine der genannten Versionen nicht den Anforderungen der aktuellen Sicherheits-Hotfixes entsprechen, ist ein sofortiges Update-Fenster einzuplanen. ServiceNow wird voraussichtlich weiterhin die Stabilität der Plattform überwachen und bei Bedarf weitere Hotfixes bereitstellen, falls sich nach der ersten Welle der Patch-Verteilung neue Erkenntnisse ergeben. Unternehmen sollten zudem ihre Protokollierung und Überwachung (Monitoring) für die ServiceNow-Umgebung intensivieren, um ungewöhnliche Datenbankzugriffe oder verdächtige Aktivitäten, die auf eine versuchte SQL-Injection hindeuten könnten, frühzeitig zu identifizieren. Die kontinuierliche Beobachtung der offiziellen Security-Kanäle des Herstellers bleibt für die nächsten Wochen die wichtigste Aufgabe, um bei weiteren Sicherheitsmeldungen unmittelbar reagieren zu können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-fuhrt-diy-computerwartung-im-freien-durch-31854238/ · Foto: Anete Lusina
Quelle: https://www.heise.de/news/ServiceNow-AI-Platform-Angreifer-koennen-aus-Sandbox-ausbrechen-11438540.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag