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Screenwall ausprobiert: Alte Smartphones per Web-App als Second Screen nutzen
Technik · 23.07.2026 17:24

Screenwall ausprobiert: Alte Smartphones per Web-App als Second Screen nutzen

Kurz: Die Web-App Screenwall verwandelt ausrangierte Smartphones und Tablets in flexible Second Screens. Wir haben das System im Praxistest unter die Lupe genommen.

Ein zweites Leben für ausgediente Hardware

Viele Haushalte verfügen über eine Schublade voller alter Smartphones oder Tablets, die technisch zwar noch funktionieren, aber im Alltag kaum noch genutzt werden. Der Hamburger Entwickler Tuan Anh Bui hat mit Screenwall eine Lösung entwickelt, die genau hier ansetzt. Die Web-App ermöglicht es, diese Geräte in multifunktionale Zusatzbildschirme zu verwandeln, ohne dass eine aufwendige Softwareinstallation erforderlich ist.

Das Konzept ist simpel: Über den Browser des alten Geräts wird eine Verbindung zur Screenwall-Plattform hergestellt. Die Steuerung erfolgt anschließend zentral über eine webbasierte Oberfläche, die als WYSIWYG-Editor (What You See Is What You Get) gestaltet ist.

Einfache Einrichtung und Bedienung

Der Einstieg in das System gestaltet sich unkompliziert. Nach einer Registrierung, für die lediglich ein Name und eine E-Mail-Adresse erforderlich sind, öffnet sich der Editor. Die Kopplung der Endgeräte erfolgt entweder durch das Scannen eines QR-Codes oder – bei Geräten ohne Kamera – über die Eingabe eines sechsstelligen Codes auf der Webseite. Voraussetzung ist lediglich eine stabile Internetverbindung auf allen beteiligten Geräten.

In der aktuellen Beta-Phase erlaubt das kostenlose Modell die parallele Nutzung von bis zu fünf Bildschirmen. Auf diesen lassen sich insgesamt maximal 15 Widgets platzieren. Ein praktisches Detail: Die Bildschirme bleiben während der aktiven Nutzung automatisch eingeschaltet, was den Einsatz als dauerhafte Informationsanzeige auf dem Schreibtisch oder Nachttisch erleichtert.

Vielseitige Widgets und kreative Gestaltung

Die Benutzeroberfläche bietet eine Auswahl an vorgefertigten Widgets, darunter Uhrenanzeigen oder ein Design, das an klassische Anzeigetafeln von Flughäfen erinnert. Nutzer haben zudem die Möglichkeit, eigene Bilder hochzuladen. Besonders interessant ist hierbei die Skalierbarkeit: Ein Bild kann entweder auf einem Display angezeigt oder über mehrere Geräte hinweg als Mosaik verteilt werden.

Für technisch versierte Anwender bietet Screenwall einen tieferen Einstieg. Da der Code der Widgets zugänglich ist, können Nutzer eigene Ideen umsetzen. Ein Tutorial erläutert den Aufbau der Javascript-Dateien und die verschiedenen Render-Modi. Über JSON-APIs lassen sich beispielsweise Live-Daten in die Anzeigetafeln einspeisen, sodass diese stets aktuelle Informationen anzeigen.

Praxiserfahrungen und technische Hürden

Im Test zeigte sich die Kommunikation zwischen der Steuerungsoberfläche und den verbundenen Displays überraschend reaktionsschnell. Die Latenz lag meist unter 100 Millisekunden. Auch die automatische Erkennung der Geräteausrichtung – etwa beim Wechsel vom Hoch- ins Querformat – funktionierte zuverlässig.

Dennoch ist das Projekt als Beta-Version erkennbar. Insbesondere bei der Platzierung der Widgets traten im Test Schwierigkeiten auf. Gelegentlich ließen sich Elemente nach dem Laden nicht korrekt positionieren oder verschieben, was ein mehrfaches Löschen und erneutes Laden erforderte. Der Entwickler arbeitet nach eigenen Angaben kontinuierlich an der Verbesserung der Stabilität und der allgemeinen Kompatibilität.

Hintergrund und Ausblick

Da Screenwall rein browserbasiert arbeitet, spielt das Betriebssystem der verwendeten Hardware keine Rolle. Dies macht das System plattformunabhängig und flexibel einsetzbar. Die aktuelle Entwicklung konzentriert sich primär auf die Fehlerbehebung der Kernfunktionen. Für Nutzer bietet Screenwall eine interessante Möglichkeit, Hardware sinnvoll weiterzuverwenden, statt sie ungenutzt zu lassen. Wer sich für das Projekt entscheidet, sollte jedoch die aktuelle Beta-Phase und potenzielle Stabilitätsprobleme bei der Konfiguration einplanen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-hande-smartphone-schreibtisch-19747868/ · Foto: Aathif Aarifeen
Quelle: https://www.golem.de/news/screenwall-ausprobiert-alte-smartphones-per-web-app-als-second-screen-nutzen-2607-211219.html