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Schwimmvereine können Hallenbad Süd nutzen
Regional · 16.09.2026 14:02

Schwimmvereine können Hallenbad Süd nutzen

Kurz: Die Stadt Kassel ermöglicht Schwimmvereinen die Nutzung des Hallenbads Süd, da das Lehrschwimmbecken der Comenius-Schule wegen Sanierungsarbeiten geschlossen is

Eine pragmatische Lösung für den Schwimmsport in Kassel

Die Stadtverwaltung Kassel hat auf die anhaltende Sperrung des Lehrschwimmbeckens der Johann-Amos-Comenius-Schule im Stadtteil Niederzwehren reagiert und eine Ausweichmöglichkeit für die betroffenen Sportvereine geschaffen. Seit dem Monat Mai ist das dortige Becken aufgrund von festgestellten baulichen Mängeln für den Betrieb gesperrt, was den Trainingsalltag der ansässigen Vereine erheblich beeinträchtigte. Um den Sportbetrieb dennoch aufrechtzuerhalten, wurde in enger Abstimmung mit den Städtischen Werken Kassel, die als Betreiber der städtischen Schwimmbäder fungieren, eine pragmatische Lösung gefunden. Ab sofort können die betroffenen Schwimmsportvereine auf das Hallenbad Süd ausweichen. Die Stadtverwaltung hat hierfür feste Zeitfenster reserviert, um den Vereinen Planungssicherheit zu geben. Diese Maßnahme orientiert sich an der bereits etablierten Praxis für den Schulsport, der ebenfalls in andere Einrichtungen verlagert wurde. Die Verantwortlichen betonen, dass es ihnen ein wichtiges Anliegen war, den Vereinen trotz der schwierigen baulichen Situation eine verlässliche Perspektive für ihr Training zu bieten, bis die Sanierungsarbeiten am ursprünglichen Standort abgeschlossen sind.

Details zur Nutzung und den baulichen Rahmenbedingungen

Die Regelung für das Hallenbad Süd sieht vor, dass den Schwimmsportvereinen in den Tagen von Dienstag bis Donnerstag jeweils ab 17 Uhr ein Teil der insgesamt fünf zur Verfügung stehenden Bahnen exklusiv reserviert wird. Diese Kapazitäten sollen den Trainingsbedarf der Vereine abdecken, die zuvor das Lehrschwimmbecken der Johann-Amos-Comenius-Schule genutzt haben. Zu den Nutzern des gesperrten Beckens zählten vor der Schließung neben zwei Sportvereinen auch drei Schulen sowie weitere Gruppen. Der Sportdezernent Heiko Lehmkuhl hob hervor, dass die Zusammenarbeit mit den Städtischen Werken entscheidend war, um diese Kapazitäten kurzfristig freizugeben. Neben dem Hallenbad Süd dienen auch die Kapazitäten des Auebads bereits als Anlaufstelle für den schulischen Schwimmunterricht und das Vereinstraining. Die bauliche Situation an der Comenius-Schule ist komplex: Das Becken wurde ursprünglich im Jahr 1967 errichtet. Nach der Außerbetriebnahme im Mai wurde das Tragwerk durch spezialisierte Planer und Materialgutachter einer intensiven Prüfung unterzogen, die auch Laboruntersuchungen von Materialproben umfasste.

Hintergrund und technische Untersuchungen

Die Entscheidung zur vorübergehenden Schließung des Lehrschwimmbeckens in Niederzwehren war das Resultat einer umfassenden Sicherheitsprüfung. Da das Bauwerk aus dem Jahr 1967 stammt, war eine detaillierte Begutachtung der Bausubstanz unumgänglich, um die Standsicherheit und die hygienischen Anforderungen zu gewährleisten. Die durchgeführten Analysen der Tragwerksplaner und Materialgutachter haben nun ein Ergebnis geliefert, das die Wiederinbetriebnahme nach Abschluss kleinerer Sanierungsarbeiten ermöglicht. Dennoch bleibt der Zustand des Beckens sowie der technischen Anlagen auch nach diesen Maßnahmen als deutlich sanierungsbedürftig einzustufen. Die Stadt Kassel hat daher bereits proaktiv gehandelt und das Lehrschwimmbad für das Förderprogramm des Bundes mit dem Titel „Sanierung kommunaler Sportstätten - Schwimmbäder“ angemeldet. Damit soll eine langfristige Lösung für die Zukunft des Standorts gesichert werden, da die aktuellen Reparaturen lediglich eine kurzfristige Nutzung ermöglichen, aber keinen dauerhaften Ersatz für eine umfassende Modernisierung darstellen können. Die Stadt wartet derzeit noch auf eine offizielle Rückmeldung bezüglich der Bewilligung dieser Fördermittel.

Die Beteiligten und der aktuelle Sanierungsstand

An dem Prozess der Lösungsfindung sind maßgeblich die Stadt Kassel, vertreten durch Sportdezernent Heiko Lehmkuhl, sowie die Städtischen Werken Kassel als Betreiberin der Schwimmbäder beteiligt. Die Vereine und Schulen, die auf das Lehrschwimmbecken angewiesen sind, bilden die Gruppe der Betroffenen, für die nun die Ausweichlösung im Hallenbad Süd implementiert wurde. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die notwendigen Reparaturarbeiten am Becken der Comenius-Schule auf Hochtouren. Geplant ist eine Instandsetzung im Bereich des Beckenkörpers, die teilweise Erneuerung von Fliesen und Fugen sowie eine umfassende Reinigung der gesamten Filteranlage und des Schwallwasserbehälters. Diese Schritte sind zwingend erforderlich, um den Betrieb noch in diesem Jahr wieder aufnehmen zu können. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, muss das Becken neu befüllt werden. Erst nach einer erfolgreichen Beprobung der Wasserqualität durch die zuständigen Stellen und der offiziellen Freigabe darf das Bad wieder für den Schul- und Vereinssport genutzt werden.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist das Vorgehen der Stadt als eine temporäre Überbrückungsstrategie. Den Berichten zufolge ist die Stadt bemüht, den Sportbetrieb trotz der maroden Bausubstanz des 1967 errichteten Bades aufrechtzuerhalten. Die Reservierung von Bahnen im Hallenbad Süd ist ein deutliches Signal, dass die Sportförderung auch in Zeiten baulicher Engpässe Priorität genießt. Dennoch bleiben wichtige Fragen offen: Der Quelltext macht keine Angaben dazu, wie hoch die Kosten für die kurzfristigen Sanierungsarbeiten ausfallen werden und aus welchem Budget diese finanziert werden. Zudem bleibt unklar, wie die Auslastung des Hallenbads Süd durch die zusätzliche Belegung durch die Vereine die Kapazitäten für die Öffentlichkeit beeinflusst. Auch ist nicht definiert, was geschieht, sollte der Förderantrag beim Bund abgelehnt werden. Die langfristige Zukunft des Standorts Comenius-Schule bleibt somit trotz der anstehenden Wiedereröffnung mit Unsicherheiten behaftet. Die Stadt hat sich nicht dazu geäußert, welche Kapazitäten im Falle einer Ablehnung der Fördermittel für eine grundlegende Sanierung bereitgestellt werden könnten. Es bleibt abzuwarten, wann genau die Wasserqualität nach den Arbeiten die notwendigen Grenzwerte erreicht und ob der Zeitplan für eine Wiedereröffnung noch in diesem Jahr tatsächlich eingehalten werden kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/quedlinburgs-historische-architektur-mit-strassenlaterne-32473921/ · Foto: Studio Friluma
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/september/hallenbad-sued.php