News aus aller Welt
Start
Schuster knallt in die Hürden - Battocletti bleibt Queen über 5000 m
Sport · 11.08.2026 20:57

Schuster knallt in die Hürden - Battocletti bleibt Queen über 5000 m

Kurz: Der zweite Tag der Leichtathletik-EM in Birmingham bot Licht und Schatten: Während Battocletti ihren Titel verteidigte, erlebte das deutsche Team bittere Stürze

Ein zweiter Wettkampftag zwischen Triumph und Enttäuschung

Der zweite Tag der Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 in Birmingham hielt für die Athletinnen und Athleten eine Achterbahnfahrt der Gefühle bereit. Während auf der Langstrecke eine alte Bekannte erneut dominierte, mussten deutsche Hoffnungsträger in den Sprintdisziplinen und im Hürdenlauf herbe Rückschläge hinnehmen.

Battocletti bleibt das Maß der Dinge

Die Italienerin Nadia Battocletti untermauerte ihren Status als unangefochtene „Queen“ der 5000-Meter-Distanz. In einem taktisch geprägten Rennen, das lange Zeit von einem moderaten Tempo bestimmt wurde, bewies sie erneut ihre Klasse. Mit einem kraftvollen Antritt 200 Meter vor dem Ziel sicherte sie sich in 15:37,84 Minuten die Goldmedaille – eine Wiederholung ihres Erfolgs von vor zwei Jahren in Rom. Die Spanierin Marta García und Battoclettis Landsfrau Micol Majori folgten auf den weiteren Plätzen. Die deutsche Debütantin Vanessa Mikitenko beendete ihr erstes großes Championat auf dem 14. Rang und konnte wertvolle Erfahrungen auf internationalem Parkett sammeln.

Hürdenpech für deutsche Athletinnen

Besonders dramatisch verlief der Tag für die deutschen Hürdensprinterinnen. Franziska Schuster erlebte im Halbfinale über 100 Meter Hürden einen für sie untypischen Moment: Sie kollidierte mit der drittletzten Hürde und stürzte. Laut eigenen Angaben war dies der erste Sturz ihrer Karriere in einem Wettkampf. Auch für ihre Teamkolleginnen reichte es nicht für den Einzug in den Endlauf. Rosina Schneider verpasste das Finale trotz eines couragierten Laufs um lediglich drei Hundertstelsekunden, während Lia Flotow als Zwölfte ebenfalls ausschied.

Glanzlichter auf der Mittelstrecke und im Sprung

Für einen der sportlichen Höhepunkte aus deutscher Sicht sorgte Smilla Kolbe über 800 Meter. Die 24-Jährige unterbot in 1:57,80 Minuten erstmals die 1:58-Minuten-Marke und erzielte damit die schnellste Zeit einer deutschen Läuferin auf dieser Distanz seit 1990. Auch ihre Teamkollegin Jana Marie Becker verbesserte ihre persönliche Bestmarke, verpasste jedoch das Halbfinale. Ein Wermutstropfen war das verletzungsbedingte Aus von Majtie Kolberg, die bereits angeschlagen in die Meisterschaften gegangen war.

Im Hochsprung gelang Falk Wendrich ein wichtiger Erfolg. Mit übersprungenen 2,23 Metern stellte er seine Saisonbestleistung ein und qualifizierte sich erfolgreich für das Finale am Freitag. Der deutsche Meister Tobias Potye musste hingegen kurzfristig aufgrund einer Rückenverletzung passen.

Zwischenbilanz in den Sprint- und Wurfdisziplinen

Im 100-Meter-Lauf der Männer erreichte Lucas Ansah-Peprah das Halbfinale. Er zeigte sich nach seinem Lauf bei starkem Gegenwind erleichtert über das Weiterkommen und kündigte an, im Halbfinale noch einmal alle Reserven mobilisieren zu wollen. Der Fokus liegt hierbei auch auf dem deutschen Rekordler Owen Ansah, dessen Teilnahme von einer Diskussion um einen mutmaßlich verweigerten Dopingtest begleitet wird.

Im Diskuswurf der Männer konnte sich Henrik Janssen mit der drittbesten Weite der Qualifikation souverän für das Finale am Donnerstag empfehlen. Seine Teamkollegen Steven Richter und Marius Karges schieden hingegen aus. Ebenfalls im Halbfinale steht Gregory Minoue über 110 Meter Hürden, auch wenn er mit seinem Vorlauf technisch unzufrieden war. Eileen Demes verpasste hingegen das Finale über 400 Meter Hürden trotz einer Saisonbestzeit denkbar knapp um 13 Hundertstelsekunden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-im-roten-tragershirt-das-auf-hindernis-springt-3763879/ · Foto: Andrea Piacquadio
Quelle: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/ansah-peprah-sprintet-ins-100-m-halbfinale-kolbe-superschnell,la-em-2026-birmingham-dienstag-zweiter-tag-100.html