Ein unerwarteter Rückschlag in Kanada
Der Start in die nordamerikanische Hartplatz-Saison verlief für Alexander Zverev anders als geplant. Beim Masters-Turnier in Montreal musste der Hamburger bereits in der zweiten Runde die Segel streichen. Als Nummer eins der Setzliste war der French-Open-Sieger als einer der großen Favoriten in das Turnier in Kanada gestartet, konnte dieser Rolle jedoch nicht gerecht werden.
In einem hart umkämpften Duell unterlag Zverev dem Niederländer Tallon Griekspoor mit 7:6 (7:3), 2:6, 4:6. Die Niederlage wiegt besonders schwer, da das Teilnehmerfeld in Montreal durch die Abwesenheit von Top-Spielern wie Jannik Sinner, Carlos Alcaraz und Félix Auger-Aliassime ausgedünnt war, was Zverev eine ideale Chance auf einen Turniersieg bot.
Ein Spiel zum Vergessen
Zverev selbst fand nach der Partie deutliche Worte für seine Leistung. Er zeigte sich von seinem eigenen Auftritt überrascht und bezeichnete das Match gegen Griekspoor rückblickend als „wahrscheinlich das schlechteste Spiel der Saison“. Die Statistiken und der Spielverlauf spiegelten diese Einschätzung wider: Nach einem gewonnenen ersten Satz, in dem er im Tiebreak die Nerven behielt, verlor der Hamburger in den folgenden Sätzen völlig den Faden.
Besonders die Aufschlagleistung, die sonst zu seinen Stärken zählt, ließ im weiteren Verlauf des Matches nach. Zverev gab zu Beginn des zweiten Satzes zwei Aufschlagspiele in Folge ab, was den Rhythmus des Spiels maßgeblich zu Gunsten seines Gegners verschob.
Zwischen sportlichem Drama und menschlicher Geste
Die Partie war nicht nur sportlich, sondern auch durch äußere Umstände geprägt. Bei Temperaturen um die 30 Grad litt das Publikum unter der intensiven Mittagssonne. Zverev sorgte während des dritten Satzes für einen bemerkenswerten Moment, als er einem Zuschauer, der über Unwohlsein klagte, ein gekühltes Handtuch und Wasser reichte. Die Unterbrechung, die durch medizinische Notfälle auf den Rängen verursacht wurde, unterstrich die schwierigen Bedingungen auf dem Court.
Sportlich blieb Zverev auch nach dem Re-Break zum 4:4 im dritten Satz instabil. Er konnte das Momentum nicht halten und musste nach einer Spieldauer von zwei Stunden und 34 Minuten den ersten Matchball von Griekspoor hinnehmen.
Ausblick und Kontext
Trotz der Enttäuschung über das frühe Ausscheiden nach einem Freilos in der ersten Runde gibt sich Zverev kämpferisch. Er betonte, dass der Tennissport von Höhen und Tiefen geprägt sei und er mit dem Verlauf der vergangenen Monate grundsätzlich zufrieden sei. Der Fokus liegt nun darauf, die Form wiederzufinden, um bei den kommenden US Open konkurrenzfähig zu sein. Vor dem Turnier hatte Zverev noch intensiv mit Erfolgscoach Toni Nadal trainiert, um sich optimal auf die Hartplatz-Bedingungen einzustellen.
Weitere deutsche Ergebnisse in Montreal
Während für Zverev das Turnier beendet ist, verlief der Mittwoch für andere deutsche Akteure unterschiedlich:
* **Yannick Hanfmann:** Der 34-Jährige sorgte für ein positives Ergebnis und zog in die dritte Runde ein. Er besiegte den an Nummer sechs gesetzten Italiener Flavio Cobolli in zwei Sätzen mit jeweils 7:6 (7:5) und 7:6 (7:2).
* **Daniel Altmaier:** Für den 27-Jährigen endete das Turnier hingegen deutlich. Er war gegen den US-Amerikaner Brandon Nakashima chancenlos und unterlag mit 2:6, 1:6.