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SAP kann überraschend viele Cloudverträge abschließen
Technik · 24.07.2026 07:36

SAP kann überraschend viele Cloudverträge abschließen

Kurz: SAP verzeichnet ein starkes Wachstum bei Cloud-Aboverträgen, senkt jedoch aufgrund von Firmenübernahmen und Investitionen leicht die Ergebnisprognose für 2024.

Starke Nachfrage nach Cloud-Lösungen trotz wirtschaftlicher Hürden

Europas größter Softwarekonzern SAP zeigt sich in einem herausfordernden globalen Wirtschaftsumfeld resilient. Wie das Unternehmen aus Walldorf nach US-Börsenschluss bekannt gab, verzeichnete der Konzern einen deutlichen Anstieg bei den Cloud-Abonnements. Der sogenannte Current Cloud Backlog – also der kurzfristige Vertragsbestand, der in den kommenden zwölf Monaten umsatzwirksam wird – stieg bis Ende Juni im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Dieses Wachstum übertraf sogar die Dynamik des ersten Quartals.

KI-Strategie als Wachstumstreiber

Der Vorstandsvorsitzende Christian Klein führt diesen Erfolg maßgeblich auf die strategische Neuausrichtung des Unternehmens hin zum „autonomen Unternehmen“ zurück. Insbesondere die SAP Autonomous Suite sowie die SAP Business AI Platform stoßen laut Klein auf eine hohe Resonanz am Markt. Diese KI-Initiativen bilden das Fundament für die aktuelle Nachfrageentwicklung und sollen die Position von SAP im Bereich der Unternehmenssoftware weiter festigen.

Anpassung der Ergebnisprognose durch Zukäufe

Trotz der positiven Entwicklung bei den Cloud-Verträgen hat das Management die Prognose für das operative Ergebnis leicht nach unten korrigiert. Der Grund hierfür liegt in den jüngsten Übernahmen von Dremio und Prior Labs, die im Juli abgeschlossen wurden. Finanzchef Dominik Asam erläuterte in einem Gespräch mit Journalisten, dass für diese beiden Einheiten im zweiten Halbjahr mit Verlusten zu rechnen sei. Diese Akquisitionen sind laut Unternehmensführung der exklusive Grund für die Anpassung des Ausblicks.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet SAP nun mit einem währungsbereinigten Wachstum des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 13 und 17 Prozent. Zuvor lag die Zielspanne bei 14 bis 18 Prozent.

Ein Blick auf die Quartalszahlen

Die finanziellen Kennzahlen des zweiten Quartals zeichnen ein differenziertes Bild:

* **Gesamtumsatz:** Dieser stieg um 9 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro.

* **Cloud-Umsatz:** Hier verzeichnete SAP ein unerwartet kräftiges Plus von 22 Prozent.

* **Gewinn:** Unter dem Strich erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 2,21 Milliarden Euro, was einer Steigerung von etwa 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

* **Operatives Ergebnis:** Mit einem Anstieg von 7 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro blieb dieser Wert hinter den Erwartungen zurück. Als Grund wurden unter anderem erhöhte Marketingausgaben für die neuen KI-Produktangebote genannt.

Ausblick und Rahmenbedingungen

Während das operative Ergebnisziel leicht gesenkt wurde, hält das Management an den Prognosen für den Gesamtumsatz sowie den erwarteten Barmittelzufluss von rund 10 Milliarden Euro fest. Diese Zielsetzungen basieren jedoch auf der Annahme, dass es im Nahostkonflikt in naher Zukunft zu einer Deeskalation kommt. Die Anleger reagierten auf die Nachrichten trotz der gesenkten Ergebnisprognose positiv, was sich in einem deutlichen Kursanstieg der in New York gehandelten Aktien-Hinterlegungsscheine nachbörslich widerspiegelte.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-menschen-frau-laptop-12679922/ · Foto: Anna Shvets
Quelle: https://www.heise.de/news/SAP-kann-ueberraschend-viele-Cloudvertraege-abschliessen-11376865.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag