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Rubio-Lawrow-Treffen in Manila: "Nicht übermäßig optimistisch"
Schlagzeilen · 23.07.2026 18:43

Rubio-Lawrow-Treffen in Manila: "Nicht übermäßig optimistisch"

Kurz: Das Treffen der Außenminister Rubio und Lawrow in Manila brachte keine Annäherung im Ukraine-Konflikt. Der Kreml bleibt skeptisch bezüglich diplomatischer Forts

Stillstand in Manila: Keine diplomatische Wende im Ukraine-Konflikt

Am Rande des ASEAN-Treffens in der philippinischen Hauptstadt Manila kam es zu einer persönlichen Begegnung zwischen dem US-Außenminister Rubio und seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Das Treffen, das etwa 35 Minuten dauerte, sollte den direkten Austausch zwischen den beiden Großmächten fördern. Doch die Erwartungen an eine diplomatische Entspannung wurden im Anschluss an die Gespräche gedämpft.

Kreml reagiert verhalten

Aus Moskau kamen unmittelbar nach dem Treffen deutliche Signale, dass keine unmittelbare Dynamik zu erwarten sei. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte, man solle sich angesichts der aktuellen Situation nicht „übermäßig optimistisch“ zeigen. Zwar sei der bloße Umstand, dass Kontakte stattfänden, als positiv zu bewerten, doch von einer echten Beschleunigung des Friedensprozesses könne keine Rede sein.

Die russische Seite nutzte das Gespräch nach eigenen Angaben dazu, die US-Seite über die aktuelle Frontlage zu informieren. Dabei bekräftigte Lawrow die russische Position, dass weitere Waffenlieferungen an die Ukraine sowie die Politik europäischer Staaten als „destabilisierend“ abgelehnt würden. Diese Haltung verdeutlicht die tiefen Gräben zwischen Washington und Moskau, die trotz des direkten Dialogs bestehen bleiben.

Der „Geist von Anchorage“ und die ausbleibende Umsetzung

Ein zentraler Begriff in der russischen Rhetorik bleibt der sogenannte „Geist von Anchorage“. Damit bezieht sich Moskau auf ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin vor knapp einem Jahr in Alaska. Obwohl Moskau diesen Begriff seither regelmäßig bemüht, gibt es bis heute keine schriftlich fixierte oder öffentlich gewordene Vereinbarung, die diesen „Geist“ konkretisiert.

Nach Angaben aus dem Kreml suggeriert die russische Führung lediglich, dass in Anchorage eine Einigung darüber erzielt worden sei, dass die Ukraine Gebiete, die Russland völkerrechtswidrig beansprucht, offiziell abtreten müsse. Ob und wie diese informellen Gespräche in offizielle diplomatische Kanäle münden könnten, bleibt unklar. Auch die angekündigten Besuche von US-Sondervermittlern wie Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau ließen bisher auf sich warten.

Fortsetzung der militärischen Operation

Die russische Führung machte zudem unmissverständlich klar, dass die militärischen Aktivitäten in der Ukraine fortgesetzt werden. Peskow begründete dies damit, dass das „Kiewer Regime“ weiterhin von europäischen Hauptstädten zur Fortsetzung des Krieges animiert werde. Russland sieht in der aktuellen Entwicklung an der Front nach eigenen Angaben eine „gute Dynamik“ für die eigenen Ziele.

Interessant ist dabei das Schweigen zu bestimmten Themen: So wurde die jüngste Entscheidung der USA, der Ukraine die Produktion von „Patriot“-Luftabwehrraketen zu ermöglichen, in den offiziellen Stellungnahmen aus Moskau nicht thematisiert. Dies könnte als Zeichen dafür gewertet werden, dass man sich in den Arbeitskanälen auf die Kommunikation der eigenen Positionen konzentriert, ohne in eine öffentliche Debatte über spezifische Waffentechnologien einzusteigen.

Ausblick auf die diplomatischen Beziehungen

Die US-Seite bewertete das Gespräch zwischen Rubio und Lawrow als „gut und offen“, während Moskau eine inhaltliche Bewertung des Gesprächsverlaufs vermied. Die Gesamtsituation lässt jedoch darauf schließen, dass die Beziehungen zwischen den USA und Russland seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump auf einem niedrigen Niveau verharren.

Für die kommenden Schritte setzt der Kreml weiterhin auf bestehende Arbeitskanäle. Man hoffe, dass die amerikanischen Verhandlungsdelegierten in Zukunft mehr Zeit für persönliche Treffen finden, um den Dialog – gegebenenfalls auch in Moskau – fortzusetzen. Ob dieser Wunsch auf eine reale diplomatische Annäherung hindeutet oder lediglich den Status quo des vorsichtigen Austauschs widerspiegelt, bleibt abzuwarten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/strasse-schild-auto-fahrzeug-20151107/ · Foto: Nothing Ahead
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/russland-usa-lawrow-rubio-100.html