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Riester-Nachfolger - Verbraucherzentralen loben angekündigte Änderungen an geplanter Reform der privaten Altersvorsorge
Schlagzeilen · 25.03.2026 06:03

Riester-Nachfolger - Verbraucherzentralen loben angekündigte Änderungen an geplanter Reform der privaten Altersvorsorge

Kurz: Verbraucherzentralen begrüßen Reformpläne zur privaten Altersvorsorge und loben Änderungen für mehr Sicherheit und Rendite.

Reform der privaten Altersvorsorge: Ein Blick auf die angekündigten Änderungen

Die Reform der privaten Altersvorsorge steht im Fokus der öffentlichen Diskussion, insbesondere nach den jüngsten Ankündigungen der Koalition. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat die geplanten Änderungen als positiv bewertet und sieht darin eine Chance für Verbraucher, von einer verbesserten Altersvorsorge zu profitieren.

Hintergrund der Reform

Die Riester-Rente, ursprünglich als sichere Altersvorsorge gedacht, steht seit geraumer Zeit in der Kritik. Hohe Kosten und geringe Renditen haben viele Sparer dazu veranlasst, ihre Verträge nicht weiterzuführen oder sogar zu kündigen. Ende 2024 waren noch rund 15 Millionen Riester-Verträge aktiv, doch in einem signifikanten Teil von 20 bis 25 Prozent wurde keine Einzahlung mehr geleistet.

Die Reform zielt darauf ab, die Riester-Rente abzuschaffen und ein neues Altersvorsorge-Modell einzuführen, das kostengünstiger und renditestärker ist.

Geplante Änderungen und deren Bedeutung

Standardprodukt für alle

Laut der Verbandsvorständin der Verbraucherzentralen ist ein Standardprodukt vorgesehen, das sowohl kostengünstig als auch renditestark sein soll. Die Koalition hat sich darauf geeinigt, die Obergrenzen für anteilige Verwaltungsgebühren abzusenken und staatliche Aufstockungen zu erhöhen.

Verbesserte Zulagenförderung

Die Hans-Böckler-Stiftung unterstützt die Änderungen, da die Zulagenförderung insbesondere für Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen verbessert werden soll. Dies könnte eine breitere Schicht der Bevölkerung ansprechen und Anreize schaffen, in die private Altersvorsorge zu investieren.

Kostendeckel und Altersvorsorgedepots

Finanzminister Klingbeil hatte ursprünglich einen Kostendeckel von 1,5 Prozent für ein Standarddepot vorgeschlagen. Nach Kritik wurde dieser auf 1 Prozent der Effektivkosten gesenkt. Neu ist auch die Einführung eines Altersvorsorgedepots, das höhere Renditen am Kapitalmarkt ermöglichen soll, jedoch ohne Garantien auskommt.

Fördermöglichkeiten für Selbstständige

Ein weiterer wichtiger Punkt der Reform ist die Einbeziehung von Selbstständigen. Diese Gruppe, die oft in prekäre Altersvorsorgesituationen gerät, wird nun ebenfalls die Möglichkeit erhalten, von staatlichen Förderungen zu profitieren. Dies stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung einer umfassenderen Altersvorsorgelösung dar.

Staatliche Zuschüsse: Ein neuer Ansatz

Die Koalition hat auch die staatlichen Zuschüsse überarbeitet. Für jeden eingezahlten Euro bis zu einem Betrag von 360 Euro soll es 50 Cent Zuschuss geben. Für Beträge zwischen 360 und 1.800 Euro sind es 25 Cent. Dies erhöht die maximale Grundzulage auf 540 Euro jährlich, was insbesondere für Sparer mit niedrigen monatlichen Beiträgen von Vorteil sein könnte.

Unterstützung für Familien

Eltern, die monatlich nur 25 Euro sparen können, sollen den vollen Kinderzuschlag von 300 Euro pro Kind und Jahr erhalten. Dies könnte insbesondere jungen Familien helfen, eine solide Altersvorsorge aufzubauen.

Auswirkungen auf die Staatskasse

Die Reform wird voraussichtlich kostspielig für den Staat. Die Einbeziehung von Selbstständigen in die Förderung wird beispielsweise zusätzliche 370 Millionen Euro kosten. Auch die Anhebung der Fördersätze wird die Staatskasse mit weiteren 15 Millionen Euro belasten.

Ausblick und nächste Schritte

Finanzminister Klingbeil hat den Kompromiss als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet und betont, dass die Reform die private Altersvorsorge vereinfachen und unbürokratischer gestalten wird.

Zukünftig soll es zudem die sogenannte Frühstartrente geben, die Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren monatlich zehn Euro für ein Altersvorsorgedepot zusichert. Der Startzeitpunkt für die Umsetzung dieser Regelung ist für den Geburtsjahrgang 2020 vorgesehen, während ältere Jahrgänge ab 2029 berücksichtigt werden sollen.

Gesetzesentwurf und Markteinführung

Der Gesetzesentwurf wird noch in dieser Woche im Bundestag beschlossen, bevor er dem Bundesrat vorgelegt wird. Die neuen Altersvorsorge-Produkte sollen ab dem 1. Januar 2027 auf dem Markt verfügbar sein. Inhaber alter Riester-Verträge haben bis dahin die Möglichkeit, über einen Wechsel nachzudenken, wobei ein Bestandschutz für die Altverträge besteht.

Die Reform der privaten Altersvorsorge könnte somit einen grundlegenden Wandel in der Altersvorsorge-Landschaft Deutschlands darstellen, indem sie mehr Menschen den Zugang zur privaten Vorsorge erleichtert und gleichzeitig die Renditechancen erhöht.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/ostern-eier-traditionell-stillleben-4022584/ · Foto: www.kaboompics.com
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/verbraucherzentralen-loben-angekuendigte-aenderungen-an-geplanter-reform-der-privaten-altersvorsorge-102.html