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Reiter Richard Vogel in der Doku RIDE: Als Schulabbrecher in die Weltspitze des Springreitens
Sport · 11.08.2026 15:28

Reiter Richard Vogel in der Doku RIDE: Als Schulabbrecher in die Weltspitze des Springreitens

Kurz: Die ARD-Dokumentation RIDE beleuchtet den außergewöhnlichen Weg von Richard Vogel: Vom Schulabbrecher zum Weltklasse-Springreiter und WM-Hoffnungsträger.

Ein unkonventioneller Weg in den Spitzensport

Nicht jeder sportliche Werdegang folgt einem geradlinigen Muster. Richard Vogel, heute einer der profiliertesten Springreiter weltweit, ist das beste Beispiel dafür, dass Umwege das Ziel nicht ausschließen müssen. In der ARD-Dokumentation „RIDE“ gewährt der 29-Jährige Einblicke in seine Anfänge, die weit entfernt von einer klassischen Profi-Karriere begannen. Mit 17 Jahren entschied sich Vogel gegen den weiteren Schulbesuch und für eine Ausbildung zum Pferdewirt. Sein Ziel war es, bei der Springreit-Legende Ludger Beerbaum Fuß zu fassen, doch der Start war bescheiden: Als „Home Rider“ trainierte er die Pferde im Stall, während seine Kollegen auf den großen Turnieren glänzten.

Der Schritt in die Selbstständigkeit

Die Ambitionen des jungen Reiters waren jedoch größer, als es seine damalige Rolle im Team zuließ. Da ihm keine Perspektive als Turnierreiter in Aussicht gestellt wurde, begann Vogel, sich durch den Pferdehandel ein eigenes finanzielles Polster aufzubauen. Dieses unternehmerische Denken stieß bei seinem damaligen Mentor Beerbaum auf Skepsis, da dieser den Fokus voll auf den Sport gerichtet sehen wollte. Um den Sprung in die erste Reihe zu schaffen, wagte Vogel 2019 gemeinsam mit seinem Kollegen David Will den Schritt in die Selbstständigkeit. In Pfungstadt bauten sie einen eigenen Sport- und Handelsstall auf, der mittlerweile zu einer festen Größe in der Branche geworden ist.

Synergien und sportliche Herausforderungen

Ein wesentlicher Teil des Teams in Pfungstadt ist die Reiterin Sophie Hinners. Die beiden lernten sich während Vogels Ausbildungszeit kennen und bildeten lange Zeit sowohl beruflich als auch privat ein Paar. Ihre Zusammenarbeit ist geprägt von einer besonderen Dynamik: Obwohl sie in Springprüfungen regelmäßig direkte Konkurrenten sind, profitieren sie von ihrer gemeinsamen Arbeit. Ein prägnantes Beispiel für ihr harmonisches Zusammenspiel ist die Geschichte des Hengstes „United Touch“. Ursprünglich für Hinners vorgesehen, stellte sich schnell heraus, dass die sportliche Chemie zwischen dem Pferd und Vogel deutlich besser passte. Mit diesem Partner feierte Vogel bedeutende Erfolge, darunter den Europameistertitel und den Sieg im Großen Preis von Aachen.

Fokus auf die Heim-WM in Aachen

Aktuell steht das gesamte Team vor einer großen Herausforderung: der Weltmeisterschaft in Aachen. Die Erwartungen sind hoch, insbesondere da das Turnier vor heimischer Kulisse stattfindet. Vogel betont, dass trotz der Ambitionen im Einzelwettbewerb das Hauptaugenmerk auf dem Teamwettbewerb liegt. Gemeinsam mit Sophie Hinners, Marcus Ehning und Daniel Deußer tritt er für Deutschland an, mit dem klaren Ziel, eine Medaille zu gewinnen.

Veränderte Vorzeichen

Kurz vor dem sportlichen Großereignis gab es eine persönliche Zäsur: Richard Vogel und Sophie Hinners haben ihre private Beziehung beendet. Trotz der Trennung bleibt die berufliche Zusammenarbeit bestehen. Laut Vogel habe sich die Arbeitsdynamik sogar positiv entwickelt, da die Trennung von Privatleben und Geschäft die Kooperation im Stall und auf Turnieren entlastet habe. Für das sportliche Ziel, den Weltmeistertitel vor heimischem Publikum zu erringen, scheint diese professionelle Einstellung eine wichtige Voraussetzung zu sein. Die Doku „RIDE“ begleitet diesen spannenden Prozess und bietet einen tiefen Einblick in den Alltag und die mentale Vorbereitung eines Weltklasse-Reiters, der sich seinen Platz in der Spitze hart erarbeitet hat.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/teenager-studenten-posieren-in-schuluniformen-32165215/ · Foto: Green odette
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/hr/hr-richard-vogel-als-schulabbrecher-in-die-weltspitze-des-springreitens-100.html