Starke Cloud-Dynamik bei SAP
Der Softwarekonzern SAP konnte im zweiten Quartal 2026 eine positive Entwicklung bei seinen Cloud-Geschäftsfeldern vermelden. Wie das Unternehmen nach Börsenschluss am 23. Juli 2026 bekannt gab, überzeugten insbesondere die Vertragsabschlüsse im Cloud-Bereich. Konzernchef Christian Klein hob dabei das Wachstum des sogenannten „Current Cloud Backlog“ hervor, welches den erwarteten Umsatz aus Cloud-Verträgen für die kommenden zwölf Monate abbildet. Dieser Wert stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro und übertraf damit das Wachstumstempo des ersten Quartals.
Besonders die Nachfrage nach der „SAP Autonomous Suite“ sowie der „SAP Business AI Platform“ habe laut Unternehmensführung zu einer starken Resonanz bei den Kunden geführt. Finanzvorstand Dominik Asam betonte, dass SAP trotz eines herausfordernden und volatilen wirtschaftlichen Umfelds sowohl beim Cloud-Auftragsbestand als auch beim Free Cashflow kontinuierliche Zuwächse erzielen konnte.
Finanzielle Kennzahlen im Überblick
Die wirtschaftliche Bilanz des zweiten Quartals zeigt ein deutliches Umsatzplus. Der Gesamtumsatz des Konzerns kletterte im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro. Der Cloud-Umsatz allein verzeichnete ein Wachstum von 22 Prozent und erreichte 6,22 Milliarden Euro.
Das operative Ergebnis des Quartals wuchs um 8 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Der Konzerngewinn hingegen entwickelte sich positiv und stieg um 26 Prozent auf 2,21 Milliarden Euro.
Strategische Zukäufe belasten Jahresprognose
Trotz der operativen Erfolge hat das SAP-Management die Prognose für das operative Jahresergebnis leicht angepasst. Die Konzernführung rechnet nun für das laufende Jahr mit einem währungsbereinigten Wachstum des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern zwischen 13 und 17 Prozent. Zuvor hatte CEO Christian Klein ein Ziel von 14 bis 18 Prozent ausgegeben.
Als alleinigen Grund für diese Anpassung nannte Finanzvorstand Asam die jüngsten Übernahmen der Unternehmen Dremio und Prior Labs. Da bei beiden Firmen im zweiten Halbjahr voraussichtlich Verluste anfallen werden, wirkt sich dies auf die kurzfristige Ertragslage aus. Die Akquisitionen unterstreichen jedoch den strategischen Fokus von SAP auf die Bereiche Dateninfrastruktur und Künstliche Intelligenz.
Fokus auf KI und Datenanalyse
Die Zukäufe zielen darauf ab, die technologische Basis von SAP im Bereich der KI-gestützten Datenverarbeitung zu verbreitern:
* **Dremio:** Das US-Unternehmen ist spezialisiert auf eine Plattform zur Analyse umfangreicher Datenmengen. Dabei setzt es auf offene Standards wie Apache Iceberg und Apache Arrow.
* **Prior Labs:** Das Unternehmen mit Sitz in Freiburg sowie Standorten in Berlin und New York konzentriert sich auf sogenannte „Tabular Foundation Models“. Diese KI-Modelle sind speziell auf die Verarbeitung von Tabellen sowie Finanz- und Geschäftsdaten ausgerichtet.
Mit diesen Investitionen setzt SAP den Kurs fort, seine Business-KI-Plattform weiter zu spezialisieren und die Integration komplexer Datenstrukturen in die bestehende Software-Architektur zu vertiefen.