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Paramount setzt Übernahme von Warner Brothers aus
Schlagzeilen · 25.07.2026 06:24

Paramount setzt Übernahme von Warner Brothers aus

Kurz: Die geplante Milliarden-Übernahme von Warner Brothers durch Paramount liegt auf Eis. Zwölf US-Bundesstaaten und Filmschaffende klagen gegen den Mega-Deal.

Stillstand bei Hollywood-Großfusion

Der geplante Zusammenschluss der Medienkonzerne Paramount und Warner Brothers Discovery steht vor einer ungewissen Zukunft. Nachdem zwölf US-Bundesstaaten sowie die Gewerkschaft der Drehbuchautoren Klage eingereicht hatten, sah sich Paramount gezwungen, die Übernahme vorerst auszusetzen. Der über 100 Milliarden Dollar schwere Deal wird nun bis zu einer gerichtlichen Entscheidung, spätestens jedoch bis zum 1. Juni 2027, pausiert.

Die Kläger argumentieren, dass eine Fusion dieser Größenordnung den Wettbewerb auf dem Medienmarkt massiv einschränken könnte. Sie befürchten nicht nur eine geringere Vielfalt an Inhalten, sondern auch negative Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation in der Filmbranche. Mehr als 1.000 Filmschaffende haben sich bereits öffentlich gegen den Zusammenschluss ausgesprochen und vor steigenden Kosten sowie einem Abbau von Stellen gewarnt.

Rechtliche Hürden und politische Bedenken

Der juristische Widerstand hat sich in einem gemeinsamen Verfahren gebündelt, nachdem eine Richterin die Bedenken der Kläger als ernstzunehmend eingestuft hatte. Die Aussetzung des Deals macht eine zuvor diskutierte einstweilige Verfügung gegen den Vollzug der Übernahme vorerst obsolet.

Ein besonderer Fokus der Kritik liegt auf dem Nachrichtensender CNN, der Teil von Warner Brothers Discovery ist. Kritiker der US-Regierung unter Präsident Donald Trump äußern die Sorge, dass die redaktionelle Unabhängigkeit des Senders unter dem neuen Eigentümer Paramount gefährdet sein könnte. Da die Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison maßgeblich an Paramount beteiligt ist, wird in diesem Zusammenhang häufig auf die politische Nähe der neuen Eigentümer zu Trump verwiesen.

Finanzielle Dimensionen und vertragliche Risiken

Für Paramount ist der Aufschub mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden. Um die Aktionäre von Warner Brothers von dem Kauf zu überzeugen, hatte der Konzern zusätzliche Quartalszahlungen zugesichert, die ab dem 30. September dieses Jahres fällig werden. Diese belaufen sich auf geschätzte 650 Millionen Dollar pro Vierteljahr.

Darüber hinaus sieht der Übernahmevertrag eine empfindliche Vertragsstrafe vor: Sollte das Geschäft endgültig platzen, müsste Paramount sieben Milliarden Dollar an Warner Brothers zahlen. Die ursprüngliche Strategie von Paramount bestand darin, das eigene Angebot als wettbewerbsrechtlich unbedenklicher darzustellen als eine mögliche Übernahme durch den Streaming-Riesen Netflix, der sich im Bieterstreit letztlich zurückgezogen hatte.

Internationale Perspektive und behördliche Bewertung

Interessanterweise verlief die behördliche Prüfung des Deals bisher uneinheitlich. Während die US-Regierung das Vorhaben ohne Auflagen genehmigte und das Justizministerium keine Gefahr für den Wettbewerb oder die Verbraucher sah, setzte die EU-Kommission Bedingungen. Die europäischen Wettbewerbshüter stimmten der Übernahme nur unter der Auflage zu, dass Paramount aus dem gemeinsamen Vertrieb von Filmen an Kinos in Europa mit Universal Pictures aussteigt.

Wie es nach der aktuellen Zwangspause weitergeht, hängt nun maßgeblich von den kommenden Gerichtsentscheidungen ab. Die Beteiligten hatten ursprünglich den 4. Juni des kommenden Jahres als Frist für den Abschluss der Transaktion anvisiert. Ob dieser Zeitplan angesichts der laufenden Klagen und der finanziellen Belastungen haltbar bleibt, bleibt abzuwarten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/hollywood-schriftzug-2671089/ · Foto: Edgar Colomba
Quelle: https://www.zdfheute.de/wirtschaft/unternehmen/paramount-warner-brothers-uebernahme-wettbewerbsklagen-usa-100.html