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Onlinehandel: EU wirft Temu Behinderungen bei den Ermittlungen vor
Technik · 31.07.2026 16:57

Onlinehandel: EU wirft Temu Behinderungen bei den Ermittlungen vor

Kurz: Die EU-Kommission kritisiert das Online-Portal Temu wegen mangelnder Kooperation bei Ermittlungen zu möglichen staatlichen Subventionen aus China.

Vorwürfe der EU-Kommission gegen Temu

Die Europäische Kommission hat ein förmliches Verfahren gegen das chinesische Online-Shoppingportal Temu eingeleitet, das den Vorwurf der Behinderung laufender Ermittlungen beinhaltet. Im Zentrum der behördlichen Untersuchung steht die Frage, ob die Plattform von unzulässigen staatlichen Subventionen profitiert, die den fairen Wettbewerb innerhalb des europäischen Binnenmarktes verzerren könnten.

Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang im Dezember 2025. Damals versuchten Vertreter der EU-Behörden, unangekündigte Vor-Ort-Prüfungen in den irischen Niederlassungen von PDD, der Eigentümergesellschaft von Temu, sowie bei der Tochterfirma Whaleco in Dublin durchzuführen. Nach Angaben der Kommission verliefen diese Inspektionen jedoch nicht wie geplant. Die Behörde wirft den Unternehmen vor, angeforderte Geschäftsbücher und relevante Unterlagen nicht in der geforderten Form vorgelegt zu haben, was eine lückenlose Prüfung der Sachlage unmöglich machte.

Standpunkt des Unternehmens

Temu weist die Anschuldigungen der EU-Kommission entschieden zurück. In einer offiziellen Stellungnahme betonte das Unternehmen, man habe im Rahmen der Inspektionen vollumfänglich kooperiert und alle gestellten Anfragen erfüllt. Zudem wies Temu den Vorwurf zurück, durch ausländische Subventionen finanziert zu werden.

Laut Unternehmensangaben basieren die Aktivitäten in der Europäischen Union ausschließlich auf nachhaltigen Cashflows, die aus der eigenen Geschäftstätigkeit generiert werden. Man sei demnach nicht auf staatliche Gelder angewiesen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten oder sich einen unlauteren Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Das Unternehmen kündigte an, das Schreiben der EU-Kommission detailliert zu analysieren und eine entsprechende Antwort vorzubereiten, in der Hoffnung auf eine erneute Prüfung der behördlichen Position.

Mögliche Konsequenzen und rechtlicher Rahmen

Sollte die EU-Kommission nach Abschluss ihrer Untersuchungen zu dem Ergebnis gelangen, dass ein Rechtsverstoß vorliegt, sieht der rechtliche Rahmen Sanktionen vor. Die Behörde hat die Möglichkeit, Bußgelder in Höhe von bis zu einem Prozent des gesamten Jahresumsatzes des Unternehmens zu verhängen.

Unabhängig von der aktuellen Auseinandersetzung über die Kooperationsbereitschaft verfolgt die EU weiterhin das Ziel, die Finanzierungsstruktur von Temu aufzuklären. Die Plattform, die in Europa über die Tochtergesellschaft Whaleco betrieben wird, steht bereits seit Längerem unter Beobachtung der Wettbewerbshüter.

Hintergrund: Ein schwieriges Verhältnis zur EU

Das aktuelle Verfahren ist nicht die erste rechtliche Auseinandersetzung zwischen dem Online-Händler und der Europäischen Union. Bereits im Mai 2025 verhängte die EU eine Geldbuße in Höhe von 200 Millionen Euro gegen Temu. Der Grund hierfür war das Angebot illegaler Produkte auf dem Marktplatz.

Die Bedeutung von Temu auf dem europäischen Markt ist trotz der regulatorischen Schwierigkeiten erheblich. Mit einer Nutzerbasis von rund 130 Millionen Kunden in Europa hat sich das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit zu einem der größten Onlinehändler entwickelt und nimmt auch in Deutschland eine prominente Marktstellung ein. Die weiteren Schritte der EU-Kommission werden nun zeigen, ob die Plattform ihre Geschäftspraktiken an die europäischen Vorgaben anpassen kann oder ob weitere regulatorische Maßnahmen folgen werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/moderner-laptop-mit-code-in-gemutlichem-arbeitsplatz-34803986/ · Foto: Daniil Komov
Quelle: https://www.golem.de/news/onlinehandel-eu-wirft-temu-behinderungen-bei-den-ermittlungen-vor-2607-211501.html