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Ocean Race Atlantic: Malizia 4 von Boris Herrmann erreicht New York
Sport · 25.08.2026 16:28

Ocean Race Atlantic: Malizia 4 von Boris Herrmann erreicht New York

Kurz: Die neue Hochseeyacht von Boris Herrmann, die Malizia 4, hat New York erreicht. Das Team bereitet sich nun auf das Ocean Race Atlantic vor.

Ein Meilenstein für das Team Malizia in New York

Die neue Hochseeyacht des Hamburger Weltumseglers Boris Herrmann, die Malizia 4, hat ihr Ziel in den Vereinigten Staaten erreicht. Das hochmoderne Schiff, das als technisches Meisterwerk für den internationalen Segelsport konzipiert wurde, ist sicher im Hafen von New York angekommen. Die Ankunft markiert einen entscheidenden Moment in der Vorbereitung auf das bevorstehende Ocean Race Atlantic, das am 1. September vor der Küste des Big Apple gestartet wird. Während Boris Herrmann selbst bei dieser Überführung nicht an Bord war, lag die Verantwortung für die sichere Atlantiküberquerung in den Händen seines erfahrenen Co-Skippers Will Harris. Der Brite steuerte die Imoca-Yacht innerhalb von weniger als zwei Wochen erfolgreich von Frankreich aus über den Ozean in Richtung Nordamerika. Das Team Malizia berichtete im Anschluss an die Ankunft, dass die Überführung vollkommen problemlos verlaufen sei, was als ein sehr positives Signal für die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der neuen Konstruktion gewertet werden kann. Die Yacht hat damit ihre erste große Bewährungsprobe auf hoher See bestanden und ist bereit für die kommenden sportlichen Herausforderungen.

Die technischen Details und die Crew für das Ocean Race

Die Überführung der Malizia 4 war ein logistischer Kraftakt, der unter der Leitung von Will Harris präzise durchgeführt wurde. Das Schiff, das erst Anfang Juli 2026 vom Stapel gelaufen war, hat seitdem eine intensive Phase der Erprobung durchlaufen. Vor der Atlantiküberquerung absolvierte Boris Herrmann zunächst Solo-Testfahrten in der Keltischen See, gefolgt von einer etwa 300 Seemeilen langen Solofahrt von Will Harris vor der bretonischen Küste. Für das nun anstehende Ocean Race Atlantic, das eine Distanz von rund 3.200 Seemeilen ohne Zwischenstopps von der Brooklyn Bridge Marina zurück nach Lorient in Frankreich umfasst, übernimmt Boris Herrmann wieder das Ruder. Unterstützt wird er dabei von einer hochkarätigen Crew, bestehend aus der US-Amerikanerin Cole Brauer, der Schweizerin Justine Mettraux und dem Franzosen Julien Villion. Interessanterweise wird Will Harris bei dieser Regatta nicht für das Team Malizia antreten, sondern die Italo-Amerikanerin Francesca Clapcich auf der alten Malizia-Yacht im Rahmen des 11th Hour Racing Teams verstärken. Diese personelle Konstellation verspricht ein spannendes Kräftemessen auf dem Atlantik, bei dem sowohl die neue als auch die bewährte Technik der Imoca-Klasse zum Einsatz kommen.

Der Weg zur Malizia 4: Eine zweijährige Vision

Die Entstehung der Malizia 4 ist das Ergebnis einer zweijährigen intensiven Planungs- und Bauphase. Nach dem Stapellauf in Lorient Mitte Juli 2026 wurde das Boot als eine echte Rennmaschine gefeiert, die speziell darauf ausgerichtet ist, die ambitionierten Ziele von Boris Herrmann zu erreichen. Der gebürtige Oldenburger hat mit diesem Projekt eine klare Vision: Er möchte nicht nur bei großen Regatten glänzen, sondern den Sieg anstreben. Die bisherigen Testfahrten vor der Küste von Lorient wurden von der Crew als magisch und vielversprechend beschrieben. Die Investition in das neue Design und die moderne Technologie scheint sich den ersten Eindrücken zufolge auszuzahlen. Das Team hat das Boot in den Wochen nach dem Stapellauf konsequent im Dauereinsatz getestet, um Schwachstellen zu identifizieren und die Performance zu optimieren. Die erfolgreiche Überführung über den Atlantik ist nun der logische nächste Schritt in diesem Prozess, der darauf abzielt, das Schiff für die extremen Belastungen der kommenden Weltumsegelungen und Hochseeregatten fit zu machen.

Die sportlichen Ambitionen und die Konkurrenz

Die sportlichen Ziele von Boris Herrmann sind mit der Malizia 4 deutlich nach oben korrigiert worden. Nachdem der Skipper bei der Vendée Globe 2020/21 einen beachtlichen fünften Platz belegte, blieb der zwölfte Platz bei der Ausgabe 2024/25 hinter den eigenen Erwartungen zurück. Herrmann äußerte sich unzufrieden mit der Geschwindigkeit des Vorgängerbootes, was den Entschluss zur Entwicklung der neuen Yacht maßgeblich beeinflusste. Nun soll alles besser werden. Das Ocean Race Atlantic dient dabei als erster echter Härtetest unter Wettkampfbedingungen. Doch der Blick reicht weit über den Atlantik hinaus. Bereits am 1. November steht mit der Route du Rhum, einer anspruchsvollen Einhandregatta von Saint-Malo nach Pointe-à-Pitre in Guadeloupe, das nächste Highlight auf dem Programm. Das Fernziel bleibt jedoch die Vendée Globe 2028/2029. Zudem bereitet sich das Team auf das Ocean Race World vor, das am 17. Januar 2027 in Alicante startet und als eine der härtesten und längsten Regatten der Welt gilt. Hier möchte Herrmann mit seiner Crew beweisen, dass die Malizia 4 das Zeug zum Sieg hat.

Einordnung der aktuellen Situation

Einzuordnen ist die Ankunft der Malizia 4 in New York als ein strategisch wichtiger Schritt in einer eng getakteten Saison. Dass das Boot die Überführung ohne technische Probleme gemeistert hat, ist für das Team Malizia ein wichtiger Vertrauensbeweis in die neue Konstruktion. Den Berichten zufolge war die Stimmung bei der Taufe und den ersten Testfahrten im Juli bereits sehr optimistisch. Die Entscheidung, das Boot direkt nach dem Stapellauf in den Dauereinsatz zu schicken, unterstreicht den hohen Leistungsdruck, dem sich das Team ausgesetzt sieht. Es ist ein Balanceakt zwischen notwendiger Erprobung und dem Aufbau von Wettkampfhärte. Die Tatsache, dass Will Harris die Überführung leitete, zeigt zudem, wie eingespielt das Team um Boris Herrmann agiert. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Malizia 4 nicht nur schnell, sondern auch robust genug ist, um sich gegen die internationale Konkurrenz durchzusetzen. Die Erwartungshaltung ist hoch, und der sportliche Druck auf den Hamburger Skipper ist nach den Erfahrungen der letzten Vendée Globe spürbar gestiegen.

Offene Fragen und kommende Herausforderungen

Obwohl die Ankunft in New York ein Erfolg ist, bleiben einige Fragen für den weiteren Saisonverlauf offen. Der Quelltext gibt beispielsweise keine Auskunft darüber, wie sich die Malizia 4 bei extremen Wetterbedingungen im direkten Vergleich mit anderen neuen Imoca-Yachten schlägt, da die Regatta erst am 1. September beginnt. Auch bleibt abzuwarten, wie sich die Crew-Zusammensetzung mit Cole Brauer, Justine Mettraux und Julien Villion unter dem hohen Druck einer Transatlantik-Regatta bewähren wird. Zudem wird nicht explizit thematisiert, welche spezifischen technischen Anpassungen nach der Überführung in New York noch vorgenommen werden müssen, bevor die Yacht am 1. September an der Startlinie liegt. Die Lücke zwischen den bisherigen Testfahrten und dem tatsächlichen Renngeschehen über 3.200 Seemeilen ist groß. Wie das Team die physische Belastung für Boris Herrmann bei der Einhandregatta Route du Rhum im November kompensieren will, bleibt ebenfalls eine offene Frage, die erst im weiteren Verlauf der Saison beantwortet werden kann. Der Zeitplan ist jedenfalls extrem straff, was kaum Spielraum für unvorhergesehene Reparaturen oder Verzögerungen lässt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/intensives-fussballspiel-im-modernen-stadion-28829501/ · Foto: Siarhei Nester
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/ndr/ocean-race-atlantic-malizia-4-erreicht-new-york,segeln-590.html