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Normalisierung im Südwesten? Warum die AfD dort punktet
Schlagzeilen · 03.03.2026 16:16

Normalisierung im Südwesten? Warum die AfD dort punktet

Kurz: Die AfD verzeichnet in Baden-Württemberg steigende Zustimmung. Was sind die Gründe dafür?

Normalisierung der AfD im Südwesten

Die politische Landschaft in Deutschland ist im Wandel. Insbesondere die AfD, die in der Vergangenheit oft in der Kritik stand, zeigt in Baden-Württemberg Anzeichen von wachsender Zustimmung. Am 8. März 2026 finden hier Landtagswahlen statt, und die AfD könnte laut aktuellen Umfragen einen Zugewinn von fast 18 Prozent verzeichnen.

Hintergründe der Zustimmung

Der Aufstieg der AfD im Südwesten ist bemerkenswert, besonders angesichts der Vorwürfe von Vetternwirtschaft und Korruption, die die Partei bundesweit belasten. Dennoch wird die AfD von einem Teil der Wählerschaft als eine ernstzunehmende politische Kraft wahrgenommen. Ein Grund für diese Entwicklung könnte die Inszenierung der Partei als Stimme des Volkes sein, die sich gegen die etablierten Parteien positioniert.

Auftritte der Parteiführung

Die Parteichefin Alice Weidel demonstriert in ihren Auftritten eine dynamische Präsenz. Bei einer Veranstaltung in Pforzheim erfreute sie sich großer Unterstützung aus dem Publikum, was auf eine wachsende Basis im Westen hinweist. Ihr Co-Chef Tino Chrupalla, der ebenfalls im Wahlkampf aktiv ist, betont, dass die AfD im Westen keine andere Agenda verfolgt als im Osten.

Differenzen innerhalb der Partei

Trotz der wachsenden Zustimmung gibt es innerhalb der AfD Spannungen, insbesondere zwischen den west- und ostdeutschen Mitgliedern. Diese Differenzen zeigen sich deutlich in der Diskussion über die Außenpolitik, insbesondere in Bezug auf Russland. Weidel fordert eine proaktive Haltung gegenüber Russland, während Chrupalla eine defensivere Sichtweise vertritt. Solche Meinungsverschiedenheiten könnten langfristig die Einheit der Partei gefährden.

Wehrpflicht und sicherheitspolitische Fragen

Ein weiteres strittiges Thema ist die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Während die Parteiführung eine Rückkehr zur Wehrpflicht propagiert, sind die ostdeutschen Verbände skeptisch und warnen vor einer möglichen Einmischung in ausländische Konflikte. Diese internen Konflikte könnten die Wahrnehmung der AfD als geschlossene Volkspartei beeinträchtigen.

Die Rolle der Umfragen

Laut ARD-Vorwahlumfragen könnte die AfD in Baden-Württemberg fast verdoppeln und somit eine signifikante Rolle im Landtag spielen. Dies ist bemerkenswert, da der Spitzenkandidat Markus Frohnmaier in der Woche vor der Wahl in den USA verweilt und somit weniger Präsenz zeigt. Dennoch könnte die AfD in der Lage sein, Direktmandate zu gewinnen, was ihre Position im Land stärken würde.

Wahrnehmung der Vergangenheit

Politikwissenschaftler Wolfgang Schröder beschreibt die AfD als eine „Partei des Zorns“, die nostalgische Gefühle weckt. Die Wählerschaft scheint eine Rückkehr zu den Werten und Lebensumständen der 1980er Jahre zu wünschen, was die Zustimmung zur AfD erklärt. Diese Tendenz könnte auf ein generelles Unbehagen mit den aktuellen politischen und sozialen Entwicklungen hinweisen.

Vergleich zwischen Ost und West

Sebastian Münzenmaier, AfD-Bundestagsabgeordneter aus Rheinland-Pfalz, hebt hervor, dass es Unterschiede in den Wahrnehmungen zwischen Ost- und Westdeutschland gibt. Diese Unterschiede sind jedoch nicht immer klar abgrenzbar. Die AfD könnte durch eine stärkere Fokussierung auf regionale Themen an Zustimmung gewinnen, auch wenn sie im Westen nicht die stärkste Kraft werden dürfte.

Ausblick auf die Landtagswahl

Obwohl die AfD im Südwesten nicht die stärkste Partei werden wird, setzt sie auf die Möglichkeit, Direktmandate zu gewinnen. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie sich die Partei in den Wahlen positioniert und ob sie ihre wachsende Basis erfolgreich mobilisieren kann.

Insgesamt zeigt die Situation in Baden-Württemberg, dass die AfD sich zunehmend als ernstzunehmende politische Kraft im Westen etablieren könnte, auch wenn interne Spannungen und Differenzen bestehen bleiben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/31546926/ · Foto: Dominik Gryzbon
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/landtagswahl-baden-wuerttemberg-afd-100.html