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Neuer Wehrdienst: Ray Baracks in Friedberg als Bundeswehr-Standort im Blick
Regional · 10.08.2026 21:10

Neuer Wehrdienst: Ray Baracks in Friedberg als Bundeswehr-Standort im Blick

Kurz: Die Ray Barracks in Friedberg könnten wieder militärisch genutzt werden. Die Bundeswehr prüft den Standort für den neuen Wehrdienst und die Ausbildung.

Perspektivwechsel für die Ray Barracks

Die ehemaligen Ray Barracks in Friedberg stehen vor einer möglichen Rückkehr zu ihrer militärischen Vergangenheit. Während das rund 74 Hektar große Areal in der Wetterau ursprünglich als ziviles Quartier mit Wohnraum, Gewerbeflächen und Nahversorgung geplant war, zeichnet sich nun eine neue Entwicklung ab. Das Bundesverteidigungsministerium hat den Standort als eine von fünf Liegenschaften in Deutschland identifiziert, die für die Ausbildung im Rahmen des neuen Wehrdienstes in Betracht kommen.

Hintergrund der militärischen Planungen

Der Bedarf der Bundeswehr an Ausbildungskapazitäten ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, sucht das Verteidigungsministerium bundesweit nach geeigneten Flächen. Die Ray Barracks, die bereits über eine militärische Historie verfügen, bieten hierfür spezifische infrastrukturelle Voraussetzungen. Bekanntheit erlangte das Gelände vor allem durch den Aufenthalt von Elvis Presley, der dort zwischen 1958 und 1960 seinen Wehrdienst leistete, bevor die US-Army den Standort im Jahr 2007 endgültig aufgab und an den Bund zurückgab.

Herausforderungen für den Wetterau-Kreis

Die Nachricht aus Berlin trifft den Wetterau-Kreis in einer Phase fortgeschrittener Planungen. Bisher hat die Region rund 13 Millionen Euro in die Umgestaltung des Geländes investiert. Ein Teil der ehemaligen Kasernengebäude wurde bereits kernsaniert, um dort Geflüchtete unterzubringen. Landrat Jan Weckler (CDU) signalisierte zwar eine volle Kooperationsbereitschaft gegenüber der Bundeswehr, betonte jedoch die Notwendigkeit, dass der Bund die bereits getätigten Investitionen erstattet.

Zwischen ziviler Nutzung und militärischem Bedarf

Die Stadt Friedberg befindet sich aktuell in einer schwierigen Abwägung. In einer gemeinsamen Stellungnahme von Bürgermeister Kjetil Dahlhaus, dem Stadtverordnetenvorsteher Bernd Wagner und der Ersten Stadträtin Christine Diegel wurde deutlich, dass die Gespräche mit der Bundeswehr zwar begonnen haben, aber noch in einer frühen Anlaufphase stecken.

Die Stadtverwaltung hält weiterhin an der Hoffnung fest, dass trotz der militärischen Ambitionen des Bundes ein Teil des Areals für die ursprüngliche Stadtentwicklung erhalten bleiben kann. Dabei sind zahlreiche Aspekte noch ungeklärt:

* **Infrastruktur:** Fragen zur Wasser- und Energieversorgung sowie zur verkehrlichen Zuwegung sind noch offen.

* **Stadtleben:** Die Integration der Bundeswehr in das soziale Gefüge der Stadt muss noch definiert werden.

* **Soziale Infrastruktur:** Der Bedarf an Schul- und Kindergartenplätzen im Kontext der neuen Planungen ist noch nicht final bewertet.

Nächste Schritte: Absichtserklärung und Landbeschaffung

Um die Pläne zu konkretisieren, soll zeitnah eine Absichtserklärung zwischen den Beteiligten unterzeichnet werden. Diese soll als Grundlage für die Wiedernutzung der Liegenschaft dienen. Das Verteidigungsministerium hat bereits angekündigt, dass in diesem Zuge Landbeschaffungsverfahren eingeleitet werden müssen. Ziel ist es, die Ausbildungskapazitäten kurzfristig zu schaffen, was mit einem Übergang der Liegenschaften in den Besitz des Bundes einhergehen würde.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Interessen der Stadt Friedberg und die militärischen Notwendigkeiten des Bundes in Einklang bringen lassen. Während die Bundeswehr auf eine zügige Umsetzung drängt, bleibt für die lokale Politik die Herausforderung, die bereits angestoßenen städtebaulichen Projekte nicht vollständig aufgeben zu müssen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-strasse-gebaude-frauen-4872515/ · Foto: Brett Sayles
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-neuer-wehrdienst-ray-baracks-in-friedberg-als-bundeswehr-standort-im-blick-100.html