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Neue US-Angriffe auf Iran - Teheran attackiert Golfstaaten
Politik · 23.07.2026 03:27

Neue US-Angriffe auf Iran - Teheran attackiert Golfstaaten

Kurz: Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran eskalieren weiter. Nach der zwölften Angriffswelle des US-Militärs reagiert Teheran mit Attacken auf Golfstaaten.

Eskalation im Nahen Osten: US-Militär setzt Angriffe fort

Die militärische Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat eine neue Stufe der Intensität erreicht. Wie das zuständige US-Kommando CENTCOM mitteilte, führten die US-Streitkräfte in der Nacht zum 23. Juli 2026 die zwölfte Angriffswelle in Folge gegen Ziele innerhalb des Irans durch. Die Operationen, die sich über einen Zeitraum von fünf Stunden erstreckten, zielten laut offiziellen Angaben primär auf strategische Kapazitäten ab. Dazu gehörten Raketen- und Drohnenlager, Anlagen zur Küstenüberwachung sowie Teile der iranischen Flugabwehr.

Die US-Regierung begründet das anhaltende Vorgehen mit der Notwendigkeit, künftige Bedrohungen für die internationale Schifffahrt und zivile Seeleute abzuwenden. Berichte iranischer Staatsmedien bestätigen Einschläge nahe der Städte Ahwas, Ramhormus und Andimeschk. Zudem wurde aus Schalamtscheh an der irakischen Grenze von zwei Todesopfern berichtet. Erstmals seit der jüngsten Verschärfung des Konflikts war zudem in der Hauptstadt Teheran Luftalarm zu vernehmen.

Iranische Vergeltungsschläge in der Golfregion

Als Reaktion auf die nächtlichen US-Angriffe haben sowohl die iranische Armee als auch die Revolutionsgarden (IRGC) gezielte Gegenschläge gegen US-Militärpräsenzen in den Nachbarstaaten ausgeführt. Die Zielauswahl konzentrierte sich dabei auf Standorte in Kuwait, Jordanien und Katar.

Nach Angaben der Revolutionsgarden wurden in Kuwait der Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem sowie das Wüstenlager Udairi und eine Telekommunikationseinrichtung attackiert. Ergänzend dazu meldete die iranische Armee Angriffe auf den Stützpunkt Arifdschan in Kuwait sowie den Militärstützpunkt Doha in Katar. Auch in Jordanien kam es zu Angriffen auf US-Militärausrüstung. Die IRGC gaben an, unter anderem Radarsysteme, ein Patriot-Luftabwehrsystem sowie einen Hubschrauberhangar zerstört zu haben.

Rhetorische Aufrüstung und völkerrechtliche Bedenken

Die militärische Konfrontation wird von einer verschärften Rhetorik auf beiden Seiten begleitet. US-Präsident Donald Trump hat erneut mit der Zerstörung ziviler Infrastruktur im Iran gedroht. Sollte die Islamische Republik weiterhin Schiffe in der Straße von Hormus beschießen, würden die USA gezielt Brücken oder Kraftwerke – auch in der Nähe von Teheran – angreifen. Diese Drohung ist vor dem Hintergrund des Völkerrechts hochsensibel, da Angriffe auf zivile Infrastruktur den Tatbestand eines Kriegsverbrechens erfüllen können.

Die Führung in Teheran ließ diese Drohungen nicht unbeantwortet. Außenminister Abbas Araghtschi betonte über den Kurznachrichtendienst X, dass der Iran im Falle einer Zerstörung seiner Infrastruktur mit massiver Vergeltung reagieren werde. Die offizielle Verteidigungsdoktrin des Landes folge dem Prinzip "Auge um Auge".

Hintergrund und regionale Dynamiken

Der Konflikt ist in eine breitere regionale Instabilität eingebettet. Bereits in den vergangenen Tagen kam es zu Berichten über eine Blockade der Straße von Hormus durch die USA, um den wirtschaftlichen Druck auf den Iran zu erhöhen. Parallel dazu agieren pro-iranische Akteure wie die Huthi-Miliz im Jemen, die nach der Verhängung einer Blockade gegen saudische Schiffe einen Tanker im Roten Meer angriffen.

Die aktuelle Lage verdeutlicht die Gefahr einer unkontrollierten Ausweitung des Konflikts. Während die USA ihre Angriffe als defensive Maßnahmen zum Schutz der Handelswege deklarieren, wertet Teheran das Vorgehen als direkten Angriff auf seine Souveränität. Die nächsten Schritte der Konfliktparteien bleiben abzuwarten, wobei die gegenseitigen Drohungen und die Ausweitung der Angriffe auf Drittstaaten wie Jordanien und Kuwait die Sicherheitslage in der gesamten Region massiv belasten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/die-nationalflagge-des-iran-16033963/ · Foto: Engin Akyurt
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/angriffe-usa-iran-100.html