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Neue Unterkünfte für Obdachlose gefunden: Frankfurt kündigt Ende von Zeltlager an
Regional · 23.07.2026 08:06

Neue Unterkünfte für Obdachlose gefunden: Frankfurt kündigt Ende von Zeltlager an

Kurz: Frankfurt plant den Abbau des provisorischen Zeltlagers für Obdachlose. Stattdessen sollen vier feste Einrichtungen dauerhafte Schlafplätze bieten.

Perspektivwechsel für wohnungslose Menschen in Frankfurt

Die Stadt Frankfurt am Main steht vor einer Umstrukturierung ihrer Unterbringungsmöglichkeiten für wohnungslose Menschen. Nachdem Ende Juni kurzfristig ein Zeltlager in der Bockenheimer Anlage eingerichtet werden musste, zeichnet sich nun eine dauerhafte Lösung ab. Das Sozialdezernat hat angekündigt, das Provisorium in den kommenden Wochen schrittweise aufzulösen.

Hintergrund der Unterbringungssituation

Die Notwendigkeit für das Zeltlager ergab sich aus einer plötzlichen Schließung der langjährigen Notunterkunft in der U-Bahn-Station "Eschenheimer Tor". Diese Einrichtung bestand seit dem Jahr 2018. Der Grund für die Räumung war eine Brandschutzprüfung, deren Ergebnisse die Sicherheit der Räumlichkeiten infrage stellten. Laut der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), die als Eigentümerin der Immobilie fungiert, bestand das Risiko einer unzulässig schnellen Verrauchung im Ernstfall. Aufgrund dieser Mängel wurde der Mietvertrag gekündigt und eine sofortige Räumung eingeleitet.

Um den betroffenen Menschen weiterhin einen sicheren Schlafplatz zu garantieren, organisierte der Frankfurter Verein für soziale Heimstätten in Zusammenarbeit mit der Stadt das Zeltlager in der nahegelegenen Grünanlage. Dort wurden Feldbetten für etwa 120 Personen aufgestellt. Die Zelte befinden sich aktuell in einem schattigen Bereich unter Bäumen, um die Belastung durch sommerliche Hitze zu mindern.

Übergang in feste Strukturen

Die Zeltunterkunft war von Beginn an lediglich als kurzfristige Notlösung konzipiert. Nach Angaben des Sozialdezernats ist nun ein Übergang in feste Gebäude in Sicht. Die Stadt plant, die Betroffenen auf vier verschiedene Einrichtungen zu verteilen. Die Verhandlungen mit den entsprechenden Trägern befinden sich nach aktuellem Stand kurz vor dem Abschluss.

Obwohl die genauen Standorte der neuen Unterkünfte noch nicht öffentlich kommuniziert wurden, steht der Zeitplan für den Rückbau bereits fest:

* **Vorbereitung:** Abschluss der Gespräche mit den Trägern der festen Einrichtungen.

* **Umzug:** Sobald die ersten Betten in den neuen Unterkünften bezugsfertig sind, erfolgt die Verlegung der Menschen.

* **Rückbau:** Die schrittweise Demontage der Zelte in der Bockenheimer Anlage ist für den Monat August anberaumt.

Einordnung der Gesamtsituation

In Frankfurt sind nach städtischen Angaben schätzungsweise 200 bis 300 Menschen von Obdachlosigkeit betroffen. Die Unterbringung in der Bockenheimer Anlage deckte für einen Teil dieser Gruppe den unmittelbaren Bedarf ab. Mit der Bereitstellung der vier festen Einrichtungen reagiert die Stadt auf die Notwendigkeit, eine stabilere und sicherere Unterbringungssituation zu schaffen, die über die provisorische Zeltlösung hinausgeht.

Die kommenden Wochen werden zeigen, wie reibungslos der Übergang in die neuen Unterkünfte gelingt. Für die Stadtverwaltung bleibt die Herausforderung bestehen, ausreichend Kapazitäten vorzuhalten, die den Sicherheitsstandards entsprechen und den betroffenen Menschen eine menschenwürdige Übernachtungsmöglichkeit bieten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-verkehr-nacht-strasse-19282141/ · Foto: Masood Aslami
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-neue-unterkuenfte-gefunden-frankfurt-kuendigt-ende-von-obdachlosen-zeltlager-an-100.html