Ein Signal aus den Tiefen des Alls
Die Nasa-Raumsonde New Horizons hat sich erfolgreich aus einer langen Ruhephase zurückgemeldet. Nach Angaben der US-Weltraumbehörde befindet sich das Gerät in einem einwandfreien Zustand. Die Kommunikation mit der Sonde stellt aufgrund der enormen Distanz eine technische Herausforderung dar: Das Signal, das den Übergang in den aktiven Modus bestätigte, legte eine Strecke von rund 9,5 Milliarden Kilometern zurück. Bis die Daten das Johns Hopkins Applied Physics Laboratory in Maryland erreichten, vergingen fast neun Stunden.
Warum die Nasa den Winterschlaf nutzt
Die Entscheidung, die Sonde in einen sogenannten Winterschlaf zu versetzen, dient primär der Schonung von Ressourcen. New Horizons, die bereits vor zwei Jahrzehnten ihre Reise antrat, wird regelmäßig in diesen Stand-by-Modus geschaltet. Während dieser Phasen, die im aktuellen Fall 321 Tage andauerten, finden keine aktiven Befehlsübertragungen von der Erde statt. Auch eine reguläre Abfrage der gespeicherten wissenschaftlichen Daten bleibt in dieser Zeit aus.
Dennoch bedeutet der Ruhemodus keinen vollständigen Stillstand der Forschungsaktivitäten. Die Sonde setzt ihre Arbeit im Hintergrund fort und speichert weiterhin Informationen. So registrieren Instrumente wie der Weltraumstaubdetektor und die heliosphärischen Plasmasensoren kontinuierlich Daten aus der Umgebung. Zudem sendet New Horizons wöchentlich Statusmeldungen an die Bodenstation, die während des gesamten Zeitraums des letzten Winterschlafs durchweg positive Rückmeldungen lieferten.
Wissenschaftliche Ziele nach dem Erwachen
Nach der erfolgreichen Reaktivierung steht für das Bodenpersonal zunächst eine umfassende Systemprüfung an, um den Gesundheitszustand der Sonde sicherzustellen. Im Anschluss beginnt die Auswertung der während der Ruhephase gesammelten Daten. Der wissenschaftliche Zeitplan ist bereits eng getaktet:
* **UV-Spektroskopie:** In etwa drei Wochen soll ein UV-Spektrograf die Verteilung von Wasserstoff in der äußeren Heliosphäre analysieren.
* **Instrumenten-Check:** Weitere Messgeräte, darunter ein Spektrometer zur Untersuchung entweichender Teilchen aus der Pluto-Atmosphäre sowie Sensoren für Sonnenwinde, nehmen ihre Arbeit wieder auf.
* **Randstoßwelle:** Für das Jahr 2027 ist das Durchqueren der sogenannten Randstoßwelle geplant. In diesem Bereich der Heliosphäre sinkt die Geschwindigkeit des Sonnenwinds unter die Schallgeschwindigkeit.
Langfristig verfolgt die Mission das Ziel, den interstellaren Raum zu erreichen – jene Regionen, die weit entfernt von den Sternen innerhalb unserer Galaxie liegen.
Ein Rückblick auf zwei Jahrzehnte Weltraumforschung
Die Reise von New Horizons begann im Januar 2006. Die primäre Zielsetzung bestand darin, den Pluto zu untersuchen, der zum Zeitpunkt des Starts noch als neunter Planet unseres Sonnensystems galt. Erst kurz nach dem Missionsstart wurde Pluto offiziell zum Zwergplaneten reklassifiziert. Nach der erfolgreichen Pluto-Passage im Jahr 2015 erweiterte die Nasa die Mission um eine Sekundäretappe. Dabei gelang es, den Asteroiden Arrokuth im Kuipergürtel zu erforschen – das bisher am weitesten von der Erde entfernte Objekt, das jemals aus der Nähe beobachtet wurde.