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Nach CSD-Anschlag in Berlin: Frankfurt und Offenbach gedenken der Opfer
Regional · 27.07.2026 21:22

Nach CSD-Anschlag in Berlin: Frankfurt und Offenbach gedenken der Opfer

Kurz: Nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner CSD zeigen sich Menschen in Frankfurt und Offenbach solidarisch. Die hessische Community hält an CSD-Plänen fest.

Solidarität nach dem Anschlag in Berlin

Der tödliche Vorfall am Rande des Berliner Christopher Street Day (CSD) hat weit über die Hauptstadt hinaus tiefe Betroffenheit ausgelöst. Auch in Hessen reagierte die queere Community mit Trauer und dem Wunsch nach Zusammenhalt. In Frankfurt und Offenbach versammelten sich am Montagabend Hunderte Menschen zu Mahnwachen, um den Opfern zu gedenken und ein deutliches Signal gegen Hass und Extremismus zu setzen.

In Frankfurt folgten rund 250 Menschen dem Aufruf des CSD Frankfurt e.V. sowie des grünen Kreisverbands auf den Paulsplatz. Parallel dazu fand vor dem Offenbacher Rathaus eine Gedenkveranstaltung statt. Die Organisatoren betonten in gemeinsamen Erklärungen, wie wichtig es sei, in Zeiten der Erschütterung füreinander einzustehen. Dabei wurde ausdrücklich jede Form von Hetze, einschließlich antimuslimischem Rassismus, verurteilt.

Zwischen Trauer und politischem Anspruch

Die Stimmung bei den Kundgebungen war von einer Mischung aus Anteilnahme und politischem Ernst geprägt. Viele Teilnehmende unterstrichen, dass der CSD in erster Linie eine Demonstration für Gleichberechtigung und gegen Queerfeindlichkeit sei und nicht bloß als Party verstanden werden dürfe. Ein Teilnehmer äußerte die Sorge, dass eine solche Tat jederzeit auch in anderen Städten hätte geschehen können. Zudem wurde der Wunsch geäußert, dass die Politik mutiger und klarer gegen gesellschaftliche Missstände vorgeht.

Signalwirkung für kommende Veranstaltungen in Hessen

Der Anschlag, bei dem ein Auto in eine Menschenmenge fuhr, eine Frau tötete und 29 weitere Personen verletzte, hat die Sicherheitsdebatte in Hessen neu entfacht. Dennoch zeigen sich die Organisatoren der anstehenden Christopher Street Days entschlossen: Die Veranstaltungen in Offenbach, Darmstadt, Friedberg, Bad Hersfeld und Schlüchtern sollen wie geplant stattfinden.

Für Offenbach, wo am 19. September erstmals ein CSD geplant ist, betonte der Vorsitzende Hendrik Klemme die Notwendigkeit der Veranstaltung: „Gerade der Anschlag in Berlin hat gezeigt, dass wir einen CSD ganz dringend brauchen.“ Queerfeindlichkeit werde zunehmend zu einem gesellschaftlichen Alltagsproblem, dem man durch Sichtbarkeit und das Eintreten für Gleichberechtigung begegnen müsse.

Sicherheitskonzepte im Fokus

In Darmstadt, wo am 15. August gefeiert werden soll, reagierten die Organisatoren bereits kurz nach dem Ereignis. Da einige Helfer am Wochenende selbst in Berlin vor Ort waren, wurde dort bereits eine erste Mahnwache mit rund 350 Teilnehmenden organisiert. Jan Bambach vom CSD Darmstadt beschreibt die aktuelle Stimmung in der Community als eine Mischung aus Verunsicherung und einer „Jetzt-erst-recht“-Mentalität. Um die Sicherheit bei den kommenden Events zu gewährleisten, werden die Sicherheitskonzepte nun in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden erneut überprüft.

Auch in Friedberg, wo am 22. August ein CSD stattfinden soll, gibt man sich kämpferisch. Mitorganisatorin Sonja Romeis betonte, man lasse sich nicht einschüchtern. Die Community sei bereits in der Vergangenheit mit Bedrohungen durch rechtsextreme Gegendemonstranten konfrontiert worden, was den Entschluss, weiterhin laut für die eigenen Rechte einzutreten, nur bestärkt habe.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-autos-strasse-fahrzeuge-8625046/ · Foto: Dennis Wolfram
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-nach-berliner-csd-anschlag-frankfurt-und-offenbach-gedenken-der-opfer-100.html