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Mutmaßlicher Attentäter bei Polizeieinsatz erschossen
Schlagzeilen · 26.07.2026 19:35

Mutmaßlicher Attentäter bei Polizeieinsatz erschossen

Kurz: Nach dem Terroranschlag auf den Berliner CSD wurde der mutmaßliche Täter bei einem Polizeieinsatz in Spandau erschossen. Die Identität des Todesopfers ist geklä

Polizeieinsatz beendet Fahndung nach CSD-Anschlag

Nach dem verheerenden Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin am vergangenen Samstagabend ist der mutmaßliche Attentäter, der 21-jährige Abdul B., tot. Wie die Berliner Polizei mitteilte, wurde der Mann am Sonntagabend gegen 18 Uhr in einer Kleingartenanlage im Bezirk Spandau lokalisiert. Bei dem Zugriff durch Spezialkräfte der Polizei (SEK) kam es zu einer tödlichen Konfrontation. Laut offiziellen Angaben der Polizei soll der Tatverdächtige mit einer Stichwaffe auf die Beamten zugelaufen sein, woraufhin diese von ihren Dienstwaffen Gebrauch machten. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsversuche durch die Berliner Feuerwehr verstarb der Mann noch am Einsatzort.

Die Bundesanwaltschaft, die die Ermittlungen aufgrund der Einstufung als islamistischer Terroranschlag übernommen hatte, bestätigte, dass die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Abdul B. mit dessen Tod eingestellt werden. Die Untersuchungen zum genauen Tathergang sowie zu möglichen Hintergründen und weiteren Beteiligten dauern jedoch an. Ein weiterer Mann, der vorübergehend in Gewahrsam genommen worden war, wurde wieder entlassen, da sich der Verdacht gegen ihn nicht erhärten ließ.

Identität des Todesopfers geklärt

Die Behörden haben zudem die Identität der bei dem Anschlag getöteten Person bestätigt. Es handelt sich um eine 65-jährige Frau mit polnischer Staatsangehörigkeit. Bei der Attacke, bei der ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gesteuert wurde, erlitten zudem 29 weitere Personen Verletzungen. Nach Angaben der Polizei vom Sonntagnachmittag ist der Zustand der Verletzten mittlerweile nicht mehr lebensbedrohlich.

Der Täter hatte das Fahrzeug nach dem Aufprall gegen einen Baum im Berliner Tiergarten verlassen und war zu Fuß geflüchtet. Nach Schilderungen von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) soll der Mann zudem mit einer Machete Passanten angegriffen haben.

Hintergrund des Täters und politische Debatte

Der mutmaßliche Attentäter Abdul B. war den Sicherheitsbehörden bereits vor der Tat bekannt. Der 2005 in Deutschland geborene Mann mit libanesischen Wurzeln wurde der islamistischen Szene zugeordnet. Innenminister Dobrindt berichtete, dass der 21-Jährige in der Vergangenheit bereits zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden war, wogegen die Staatsanwaltschaft jedoch Beschwerde eingelegt hatte.

Die Biografie des Mannes weist zudem Auslandsaufenthalte auf: Im vergangenen Jahr war er laut Berliner Justizangaben in den Libanon gereist, mit dem Ziel, sich in Syrien dem „bewaffneten Kampf“ der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschließen. Nach einer dreimonatigen Haftstrafe im Libanon kehrte er nach Deutschland zurück.

Diese Vorgeschichte löst nun eine parteiübergreifende Debatte über den Umgang mit sogenannten Gefährdern aus. Experten wie der Terrorismusexperte Peter Neumann kritisieren, dass Präventionsmaßnahmen im Fall von Abdul B. nicht effektiv gegriffen hätten und fordern eine Diskussion über die Balance zwischen harten strafrechtlichen Konsequenzen und präventiven Ansätzen. Politiker verschiedener Parteien zeigten sich bestürzt über den Angriff, den Bundeskanzler Merz als einen „Angriff auf unsere Gesellschaft“ bezeichnete.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/oldtimer-polizeiauto-auf-stadtstrasse-29613798/ · Foto: Alexandr Meadow
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/csd-berlin-tote-verletzte-fahndung-100.html