Ein herber Rückschlag für die deutsche Auswahl
Kurz vor Beginn der Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham (10. bis 16. August 2026) muss der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) den Ausfall eines seiner aussichtsreichsten Athleten verkraften. Mohamed Abdilaahi, der als Medaillenkandidat für die Langstreckenwettbewerbe galt, wird nicht an den Start gehen können. Wie der Verband am Mittwoch mitteilte, zwingt ihn eine hartnäckige Fußverletzung zur Absage seiner geplanten Einsätze über 5000 und 10.000 Meter.
Chronische Beschwerden verhindern EM-Teilnahme
Der 27-jährige Läufer kämpft bereits seit geraumer Zeit mit den gesundheitlichen Problemen. Bereits bei den nationalen Titelkämpfen in Bochum musste Abdilaahi aufgrund dieser Beschwerden passen. Trotz intensiver Bemühungen, die Verletzung rechtzeitig für die Europameisterschaften auszukurieren, blieb eine vollständige Genesung aus.
In einer offiziellen Stellungnahme auf der Webseite des DLV erklärte der Athlet, dass ihn die Fußprobleme in den vergangenen drei Wochen massiv in seinem Trainingsbetrieb eingeschränkt hätten. Eine adäquate Vorbereitung auf das sportliche Großereignis sei unter diesen Umständen nicht möglich gewesen. Die Entscheidung zum Rückzug sei ihm daher sehr schwergefallen, sei jedoch unumgänglich, um eine weitere Verschlimmerung zu vermeiden.
Bedeutung für das deutsche Team
Der Ausfall wiegt für das deutsche Aufgebot besonders schwer, da Abdilaahi im Vorfeld der EM zu den Top-Favoriten gezählt wurde. Über die 5000-Meter-Distanz galt er sogar als potenzieller Titelanwärter, und auch über die 10.000 Meter wurden ihm berechtigte Hoffnungen auf einen Podestplatz eingeräumt.
Der gebürtige Mönchengladbacher, der für Köln startet, hatte in der jüngsten Vergangenheit seine Ausnahmestellung unterstrichen. Im vergangenen Jahr löste er Olympiasieger Dieter Baumann als Halter der deutschen Rekorde über 3000, 5000 und 10.000 Meter ab. Zudem konnte er mit Erfolgen in der Diamond League international auf sich aufmerksam machen. Sportvorstand Jörg Bügner drückte sein Bedauern über die Situation aus und betonte, dass sich Abdilaahi durch seine herausragenden Saisonleistungen die Teilnahme redlich verdient habe.
Ausblick auf die weitere Saison
Nach der Absage fokussiert sich der Läufer nun voll auf den Heilungsprozess. Ziel ist es, die Verletzung vollständig auszukurieren, um möglicherweise in der Schlussphase der laufenden Saison wieder in das Wettkampfgeschehen eingreifen zu können. Für das deutsche Team in Birmingham bedeutet die Absage eine Reduzierung des Kaders auf 115 Athletinnen und Athleten – bestehend aus 59 Frauen und 56 Männern, die nun versuchen werden, die Lücke in den Langstrecken-Disziplinen zu schließen.