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MG Cyberster: 150 Kilo für zwei Passagiere und Gepäck
Technik · 24.08.2026 09:00

MG Cyberster: 150 Kilo für zwei Passagiere und Gepäck

Kurz: Der MG Cyberster im Praxistest: Ein elektrischer Roadster mit Scherentüren, sportlicher Leistung und spezifischen Einschränkungen bei der Alltagstauglichkeit.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Der MG Cyberster markiert einen interessanten Vorstoß in das Segment der elektrischen Roadster, einer Fahrzeugklasse, die aufgrund der notwendigen Batterietechnik und der damit verbundenen Masse als konstruktive Herausforderung gilt. Das Fahrzeug, das unter der Marke MG – historisch bekannt als Morris Garages – vertrieben wird, präsentiert sich als zweisitziges Cabriolet mit markanten Scherentüren. Im Rahmen eines zweiwöchigen Praxistests wurde das Modell auf seine Alltagstauglichkeit, seine technischen Assistenzsysteme und seine Fahrleistungen hin untersucht. Dabei zeigt sich, dass der Cyberster zwar durch sein Design und seine Dynamik überzeugt, jedoch bei der Raumausnutzung und in bestimmten Komfortbereichen deutliche Limitationen aufweist. Der Wagen ist ein Produkt des chinesischen Konzerns SAIC aus Shanghai, der die Traditionsmarke MG seit 2007 unter seinem Dach führt. Die Kernbotschaft des Tests ist zweigeteilt: Einerseits bietet der Roadster ein authentisches Open-Air-Gefühl mit moderner elektrischer Antriebstechnik, andererseits müssen Nutzer bei der Mitnahme von Gepäck und bei der Bedienung der Assistenzsysteme Kompromisse eingehen, die den Fahrspaß im Alltag spürbar beeinflussen können.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Fakten

Der MG Cyberster ist ein reiner Zweisitzer. Die technischen Daten zum Antrieb variieren je nach Modellvariante: Die getestete Version verfügt über einen Heckmotor mit einer Leistung von 160 kW, die sich per Knopfdruck auf den „Super Sport“-Modus kurzzeitig auf 250 kW steigern lässt. Damit beschleunigt das Fahrzeug in fünf Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h. Alternativ existiert eine Allradversion, die mit einer Systemleistung von 375 kW in 3,2 Sekunden auf Tempo 100 sprintet und eine Spitze von 200 km/h erreicht. Die Reichweite wird mit knapp 500 Kilometern angegeben; bei einer Vollladung auf 100 Prozent stehen laut Testbericht 482 Kilometer zur Verfügung. Die Ladeleistung zwischen 14 und 80 Prozent lag im Durchschnitt bei 76,8 kW, wobei in der Spitze 139,3 kW erreicht wurden. Das Stoffdach öffnet sich in 16 Sekunden, ein Vorgang, der bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h möglich ist. Der Kofferraum bietet ein Volumen von 249 Litern, ergänzt durch eine 15 Zentimeter tiefe Ablage hinter den Sitzen. Die Scherentüren sind mit Ultraschallsensoren ausgestattet, um Hindernisse bei der Öffnung zu erkennen.

Hintergrund – Die Entwicklung des Cyberster

Die Geschichte des MG Cyberster ist eng mit der strategischen Neuausrichtung der Marke MG unter der Ägide des chinesischen Automobilherstellers SAIC verknüpft. Seit der Übernahme im Jahr 2007 hat SAIC die Marke MG konsequent in Richtung Elektromobilität transformiert. Der Name des Roadsters leitet sich dabei nicht nur von dem digitalen Präfix „Cyber“ ab, sondern soll explizit einen Bezug zum klassischen Roadster-Konzept herstellen – die letzte Silbe wird analog zu „Roadster“ ausgesprochen. Die Entwicklung eines elektrischen Roadsters stellt Ingenieure vor das klassische Dilemma des Gewichts: Die schweren Batterien stehen dem Wunsch nach Leichtfüßigkeit und Agilität entgegen, die für einen Sportwagen essenziell sind. Der Cyberster ist das Ergebnis des Versuchs, diese technologischen Gegensätze in einem emotionalen Design zu vereinen. Die Entscheidung für die auffälligen Scherentüren unterstreicht den Anspruch, den Wagen als exklusives Lifestyle-Objekt zu positionieren, das sich optisch deutlich von der Masse abhebt. Die Entwicklung verlief dabei im Spannungsfeld zwischen der Bewahrung des britischen Erbes der Marke und der technologischen Innovationskraft des chinesischen Mutterkonzerns.

Die Beteiligten – Wer entscheidet und wer berichtet

Im Zentrum steht die Marke MG, die als Teil des chinesischen SAIC-Konzerns aus Shanghai agiert. Der Konzern zeichnet für die gesamte technische Konzeption, das Design und die Vermarktung verantwortlich. Als Testinstanz fungierte der Journalist Dirk Kunde, der den Wagen über einen Zeitraum von zwei Wochen im realen Straßenverkehr unter verschiedenen Bedingungen – etwa auf Autobahnen und im Alltag – erprobte. Die Wahrnehmung des Fahrzeugs durch die Öffentlichkeit spielt eine zentrale Rolle, wie die Beobachtungen des Autors zeigen: Andere Verkehrsteilnehmer zeigen ein ausgeprägtes Interesse an dem Fahrzeug, haben jedoch oft Schwierigkeiten, die Marke MG und das Logo auf der Fronthaube korrekt einzuordnen. Dies verdeutlicht die Positionierung des Cyberster als ein Fahrzeug, das zwar technisch modern ist, aber bei der Markenbekanntheit in Deutschland noch auf eine gewisse Unkenntnis stößt. Die Entscheidungsträger bei SAIC haben mit dem Cyberster ein Fahrzeug geschaffen, das bewusst auf Aufmerksamkeit setzt, während der Nutzer im Alltag mit den spezifischen Eigenheiten der Software und der Karosserieform konfrontiert wird.

Einordnung – Was das Fahrzeug bedeutet

Einzuordnen ist der MG Cyberster als ein mutiger Versuch, die Roadster-Tradition in das elektrische Zeitalter zu überführen. Den Berichten zufolge gelingt dies in emotionaler Hinsicht sehr gut: Das offene Fahren, insbesondere bei abgeschaltetem künstlichem Motorengeräusch, ermöglicht ein naturnahes Fahrerlebnis, bei dem Umgebungsgeräusche wie Vogelgezwitscher wahrnehmbar bleiben. Technisch gesehen bietet das Fahrzeug mit dem Assistenzsystem der Stufe 2, das einen adaptiven Tempomaten und einen Spurhalteassistenten umfasst, zeitgemäße Standards. Dennoch zeigt die Einordnung des Nutzers, dass die Bedienung – etwa durch ein großes, teilweise die Sicht auf Bildschirme verdeckendes Lenkrad – nicht in allen Punkten ergonomisch perfekt gelöst ist. Auch die Ladeleistung bei einer Schnellladung von 14 auf 80 Prozent lässt Raum für Kritik, da der Durchschnittswert von knapp 77 kW hinter den Erwartungen an moderne Elektrofahrzeuge zurückbleibt. Die Kombination aus sportlicher Optik und den praktischen Einschränkungen bei der Gepäckunterbringung macht den Cyberster zu einem Zweitwagen oder einem reinen Lustobjekt, das weniger für den großen Transportbedarf als für den Fahrgenuss konzipiert wurde.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht klärt

Trotz der detaillierten Beschreibung der Probefahrt bleiben einige Aspekte des MG Cyberster unbeantwortet. Der Quelltext macht keine Angaben zur langfristigen Zuverlässigkeit der komplexen Scherentüren-Mechanik, die im Alltag einer hohen Beanspruchung ausgesetzt sein könnte. Ebenso fehlen Informationen über die genaue Zusammensetzung der Zielgruppe, die MG mit diesem Fahrzeug in Europa primär ansprechen möchte, sowie über die Preisgestaltung der verschiedenen Modellvarianten. Auch zur Langlebigkeit der Batterie unter verschiedenen klimatischen Bedingungen oder zu den spezifischen Serviceintervallen, die bei einem chinesischen Fabrikat in Deutschland anfallen, finden sich keine Hinweise. Die Frage, wie sich der Cyberster im Vergleich zu direkten elektrischen Konkurrenten in einem direkten Vergleichstest schlagen würde, bleibt ebenfalls offen. Des Weiteren wird nicht explizit thematisiert, ob die Software-Plattform „MG iSmart“ zukünftig durch Over-the-Air-Updates signifikant verbessert werden kann, um etwaige Bedienungsschwächen oder die als „nervtötend“ beschriebenen akustischen Warnsignale zu entschärfen.

Wie es weitergeht – Ausstehende Entwicklungen

Für den MG Cyberster und die Marke MG insgesamt stehen weitere Schritte an, um die Marktpräsenz in Europa zu festigen. Während der Wagen bereits auf dem Markt verfügbar ist, deutet der Bericht auf eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Nutzererfahrung hin. Zukünftige Updates der „MG iSmart“-App könnten die Funktionalität in Bezug auf das Vorklimatisieren und die Überwachung der Ladevorgänge weiter verfeinern. Ob der Hersteller auf die Kritik an der akustischen Rückmeldung – dem im Test als „nervtötend“ beschriebenen Piepen – durch Softwareanpassungen reagieren wird, bleibt abzuwarten. Da der Cyberster als Aushängeschild der Marke fungiert, ist davon auszugehen, dass MG die Rückmeldungen aus den ersten Testphasen nutzen wird, um sowohl die Software als auch die ergonomischen Details in zukünftigen Modellpflegen oder bei neuen Fahrzeuggenerationen zu optimieren. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob sich das Modell als fester Bestandteil des Sportwagen-Segments etablieren kann oder ob es als Nischenprodukt für eine spezifische Käuferschicht bestehen bleibt, die bereit ist, die genannten Kompromisse für das Design und das offene Fahrgefühl in Kauf zu nehmen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/zuginnenraum-mit-schild-des-flughafens-schiphol-29794999/ · Foto: Mert SEZGEN
Quelle: https://www.golem.de/news/mg-cyberster-150-kilo-fuer-zwei-passagiere-und-gepaeck-2608-212181.html