Was geschehen ist – die Kernmeldung
Auf einer Kriegsgräberstätte in Herleshausen, gelegen im Werra-Meißner-Kreis, kam es zu einem pietätlosen Diebstahl. Unbekannte Täter verschafften sich Zugang zu der Anlage und entwendeten gezielt mehrere Gedenkplatten aus Messing. Die Tat, die sowohl den Diebstahl von Grabschmuck als auch eine erhebliche Sachbeschädigung umfasst, wurde erst durch einen Mitarbeiter der Gemeinde entdeckt. Dieser bemerkte das Fehlen der Tafeln am Dienstagmorgen und verständigte umgehend die zuständigen Polizeikräfte. Die Ermittlungen wurden von der Polizeistation Sontra aufgenommen, die nun wegen verschiedener Delikte gegen die unbekannten Täter vorgeht. Der Vorfall hat in der Region für Bestürzung gesorgt, da es sich um einen Ort des Gedenkens handelt, der nun durch die gewaltsame Entfernung der Namensschilder in seinem Bestand beschädigt wurde. Die Polizei arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung des Falls und ist auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, um die Täter zu identifizieren und den Verbleib der Messingplatten zu klären.
Die Einzelheiten des Vorfalls
Die Tat ereignete sich in einem Zeitraum zwischen Montag, dem 21. September, um 17:00 Uhr, und Montag, dem 28. September, um 09:30 Uhr. Nach Angaben der Beamten der Polizeistation Sontra wurden insgesamt vier Gedenkplatten von verschiedenen Gräbern entwendet. Diese Platten, die etwa die Größe eines DIN-A4-Blattes aufweisen, waren fest in einem Betonfundament verankert und trugen die Namen der dort bestatteten Soldaten. Die Täter gingen dabei mit erheblicher Gewalt vor, um die Metalltafeln aus ihrer Verankerung zu lösen. Neben diesen Grabplatten wurde zudem eine weitere Gedenktafel, die sich im Eingangsbereich des Friedhofs befand, brachial entfernt und gestohlen. Die Polizei Eschwege hat die Ermittlungen übernommen und nimmt unter der Telefonnummer 05651/9250 sachdienliche Hinweise entgegen. Als Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Nordhessen fungiert Luisa Gaber, die über die Pressestelle in Kassel für Rückfragen zur Verfügung steht. Die Ermittlungsbehörden dokumentieren den Tatort akribisch, um Spuren zu sichern, die auf die Identität der Täter oder den Verbleib des Diebesgutes hindeuten könnten.
Hintergrund und rechtliche Einordnung
Die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich auf eine Kombination aus mehreren Straftatbeständen. Aufgrund der Schwere des Eingriffs in die Totenruhe und der Zerstörung des Eigentums auf der Kriegsgräberstätte wird der Fall als besonders schwerer Diebstahl gewertet. Zudem sind die Delikte Störung der Totenruhe sowie Sachbeschädigung Gegenstand der polizeilichen Untersuchung. Einzuordnen ist das Geschehen als ein schwerwiegender Eingriff in die Würde des Ortes, da nicht nur materieller Wert entwendet wurde, sondern auch das Gedenken an die dort ruhenden Verstorbenen durch die Entfernung der Namensschilder massiv beeinträchtigt wurde. Derartige Taten, bei denen Gedenkstätten gezielt angegangen werden, lösen regelmäßig ein hohes Maß an öffentlicher Empörung aus. Den Berichten zufolge war es ein Mitarbeiter der Gemeinde, der den Diebstahl bemerkte und die Behörden alarmierte, was den Beginn der polizeilichen Ermittlungsarbeit markierte. Die Polizei prüft nun, ob es in dem genannten Zeitraum verdächtige Beobachtungen im Umfeld der Kriegsgräberstätte gegeben hat, die mit dem Abtransport der schweren Messingplatten in Verbindung stehen könnten.
Die Beteiligten und Betroffenen
In den Fall involviert sind neben den bislang unbekannten Tätern vor allem die Polizeistation Sontra sowie die Polizei Eschwege, die die Ermittlungen führt. Die Gemeinde Herleshausen ist als Träger oder Verwalter der Anlage betroffen, da einer ihrer Mitarbeiter den Diebstahl feststellte. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Nordhessen in Kassel, vertreten durch Luisa Gaber, koordiniert die Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Die Verstorbenen, deren Namen auf den entwendeten Platten verzeichnet waren, sind die indirekten Opfer dieser Tat, da ihre namentliche Erinnerung an diesem Ort durch die Zerstörung der Platten ausgelöscht wurde. Die Polizei sucht nun aktiv Zeugen, die im relevanten Zeitraum zwischen dem 21. und 28. September Beobachtungen gemacht haben könnten. Jede Information, die zur Aufklärung beitragen kann, wird von den Beamten in Eschwege entgegengenommen. Es ist das Ziel der Behörden, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und die Hintergründe für diesen gezielten Diebstahl von Messingobjekten aufzuklären.
Offene Fragen und wie es weitergeht
Der vorliegende Sachverhalt lässt einige Fragen offen, die im Verlauf der weiteren Ermittlungen geklärt werden müssen. So ist derzeit nicht bekannt, ob die Täter die Messingplatten aufgrund ihres Materialwerts als Altmetall entwendet haben oder ob ein anderes Motiv vorliegt. Auch ist unklar, wie viele Personen an der Tat beteiligt waren und ob sie über spezielle Werkzeuge verfügten, um die Tafeln derart brachial aus den Betonfundamenten zu lösen. Ebenso bleibt offen, ob es Zeugen gibt, die den Abtransport der Platten bemerkt haben könnten, da es sich um mehrere Gegenstände handelt, die ein gewisses Gewicht aufweisen. Die Polizei Eschwege setzt ihre Ermittlungen fort und wertet alle eingehenden Hinweise aus. Ob weitere Sicherheitsmaßnahmen an der Kriegsgräberstätte getroffen werden oder ob eine Wiederherstellung der Gedenkplatten geplant ist, wurde bislang nicht kommuniziert. Die Öffentlichkeit ist weiterhin dazu aufgerufen, bei verdächtigen Wahrnehmungen umgehend die Polizei zu kontaktieren. Die Ermittlungsbehörden werden über neue Erkenntnisse informieren, sobald diese vorliegen und die laufenden Untersuchungen nicht gefährden.