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Mercedes erneut mit Gewinneinbruch in Autosparte
Wirtschaft · 28.07.2026 08:23

Mercedes erneut mit Gewinneinbruch in Autosparte

Kurz: Mercedes-Benz verzeichnet einen deutlichen Gewinneinbruch in der Autosparte. Während das China-Geschäft schwächelt, stützen Finanzdienstleistungen das Konzerner

Herausforderungen im Pkw-Geschäft

Der Stuttgarter Automobilhersteller Mercedes-Benz sieht sich mit einer anhaltenden Schwäche in seinem Kerngeschäft konfrontiert. Im zweiten Quartal 2026 sank der Absatz von Pkw im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp sieben Prozent auf 417.865 Fahrzeuge. Diese Entwicklung spiegelt sich direkt in der Rentabilität wider: Der operative Gewinn der Autosparte verzeichnete einen Rückgang um 26 Prozent. Auch die viel beachtete operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten sank im Jahresvergleich um 1,1 Prozentpunkte auf nunmehr 4,0 Prozent.

Der China-Faktor als Belastungsprobe

Ein wesentlicher Grund für die gedrückte Bilanz ist die schwierige Marktlage in der Volksrepublik China. Während Mercedes-Benz in Europa ein Absatzplus von vier Prozent und in den USA von zehn Prozent erzielen konnte, brachen die Verkaufszahlen in China um 30 Prozent ein. Diese Diskrepanz konnte durch die Zuwächse in anderen Regionen nicht kompensiert werden. Aufgrund der anhaltenden Herausforderungen in diesem Markt sah sich das Unternehmen zudem gezwungen, eine Wertminderung in Höhe von 704 Millionen Euro auf die dortigen Gemeinschaftsunternehmen vorzunehmen.

Lichtblicke: E-Mobilität und Finanzsparte

Trotz der Schwierigkeiten im Pkw-Segment gibt es positive Signale aus anderen Geschäftsbereichen:

* **Elektromobilität:** Mit 52.852 verkauften E-Autos konnte Mercedes ein Plus von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreichen. Besonders der europäische Markt erwies sich hier als Wachstumstreiber mit einem Absatzanstieg von 87 Prozent.

* **Kleinlaster:** Auch in diesem Segment verlief das Geschäft stabil. Der Absatz stieg leicht an, was zu einem Umsatzplus von gut fünf Prozent und einem operativen Gewinnzuwachs von knapp drei Prozent führte.

* **Finanzdienstleistungen:** Dieser Bereich fungierte als Stütze des Konzerns. Ein operativer Gewinnanstieg von 70 Prozent trug maßgeblich dazu bei, dass der Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut ein Fünftel auf 1,55 Milliarden Euro zulegen konnte.

Unter dem Strich steht damit ein Konzernergebnis von 1,09 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 13,5 Prozent entspricht. Dies markiert den ersten Anstieg des Quartalsgewinns seit drei Jahren, obwohl der Gesamtumsatz auf Konzernebene leicht um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro zurückging.

Strategische Ausrichtung und Ausblick

Mercedes-Chef Ola Källenius setzt für die zweite Jahreshälfte auf eine Belebung durch die Einführung neuer Modelle sowie eine verbesserte Kostenstruktur und Produktivität. Während die Jahresprognose für das Konzernergebnis und die operative Marge im Pkw-Geschäft bestätigt wurde, reagierte der Konzern auf den hohen Wettbewerbsdruck in China mit einer Anpassung des Umsatzausblicks: Erwartet wird nun ein Erlös, der leicht unter dem Vorjahreswert liegt.

Die aktuelle Situation ist Teil einer längeren Phase der wirtschaftlichen Anspannung. Bereits in den Jahren 2024 und 2025 musste der Konzern deutliche Gewinnrückgänge hinnehmen. Als Reaktion darauf wurde bereits vor über einem Jahr ein Sparprogramm initiiert, das zuletzt durch die Verschiebung einer tariflichen Sonderzahlung und Diskussionen über die Arbeitskosten in Deutschland verschärft wurde. Diese Maßnahmen stießen innerhalb der Belegschaft auf Widerstand und führten zu Protesten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mercedes-benz-silber-emblem-163774/ · Foto: Pixabay
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/mercedes-benz-quartalsergebnis-gewinneinbruch-autosparte-100.html