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Mehr als 50 Tote bei Erdbeben in Kolumbien
Politik · 10.08.2026 19:03

Mehr als 50 Tote bei Erdbeben in Kolumbien

Kurz: Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat den Westen Kolumbiens erschüttert. Behörden melden über 50 Todesopfer und zahlreiche Verschüttete.

Schwere Erdstöße erschüttern den Westen Kolumbiens

Ein verheerendes Erdbeben hat am 10. August 2026 weite Teile Kolumbiens in Alarmbereitschaft versetzt. Mit einer Stärke von 7,4 auf der Momenten-Magnituden-Skala gilt es als das schwerste seismische Ereignis, das das südamerikanische Land in den vergangenen zehn Jahren erlebt hat. Nach ersten offiziellen Angaben kamen dabei mindestens 50 Menschen ums Leben. Die Behörden befürchten, dass die Opferzahl weiter steigen könnte, da zahlreiche Personen unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermutet werden.

Epizentrum und Ausmaß der Erschütterungen

Das Epizentrum des Bebens lag nach Informationen des Geologischen Dienstes Kolumbiens sowie der US-amerikanischen Erdbebenwarte USGS etwa 400 Kilometer westlich der Hauptstadt Bogotá. Der Erdstoss ereignete sich in der Region Chocó, nahe der Ortschaft San José Del Palmar. Die Erschütterungen waren so intensiv, dass sie selbst im benachbarten Ecuador deutlich wahrgenommen wurden. Aufgrund der Tiefe von 107 Kilometern breitete sich die Energie des Bebens über ein weites Gebiet aus, was die großflächigen Zerstörungen in verschiedenen Städten erklärt.

Lage in den betroffenen Metropolen

Besonders schwer getroffen wurden die Städte Pereira, Quibdó, Cali und Manizales. In Cali, der drittgrößten Stadt des Landes, berichtete Bürgermeister Alejandro Eder von Dutzenden eingestürzten Wohngebäuden. Um das volle Ausmaß der Zerstörung in unzugänglichen Bereichen zu erfassen, setzen die Einsatzkräfte nun Drohnen ein. Eder hat bereits um Unterstützung aus den Metropolen Bogotá und Medellín gebeten, um die Rettungs- und Bergungsarbeiten zu beschleunigen.

In Manizales kam es zu einem symbolträchtigen Schaden: Ein Turm der neugotischen Kathedrale stürzte auf das Kirchenschiff ein. Bürgermeister Jorge Eduardo Rojas rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf und warnte eindringlich vor den Gefahren durch mögliche Nachbeben, die in derartigen tektonischen Lagen häufig auftreten.

Auswirkungen auf Infrastruktur und Flugverkehr

Neben den Gebäudeschäden ist auch die Infrastruktur massiv beeinträchtigt. Die kolumbianische Luftfahrtbehörde sah sich gezwungen, den Flugbetrieb an mehreren regionalen Flughäfen vorübergehend einzustellen. Betroffen sind unter anderem die Standorte in Pereira, Manizales, Quibdó, Armenia, Cartago und Buenaventura. In der Hauptstadt Bogotá wurden vorsorglich Gebäude evakuiert; dort beschränkten sich die Schäden nach ersten Berichten des Bürgermeisters primär auf Risse im Mauerwerk.

Politische Reaktion und nächste Schritte

Der neu vereidigte Präsident Kolumbiens, Abelardo de la Espriella, hat angekündigt, sich persönlich ein Bild von der Lage in den Katastrophengebieten zu machen. Die Anwesenheit der Staatsführung unterstreicht die Dringlichkeit der Situation. Die Rettungskräfte arbeiten derzeit unter Hochdruck daran, Überlebende aus den Trümmern zu bergen. Der Fokus liegt nun auf der medizinischen Versorgung der Verletzten sowie der Sicherung einsturzgefährdeter Strukturen, um weitere Opfer durch Nachbeben zu verhindern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/dorf-trocken-felsen-steine-14000731/ · Foto: Franklin Peña Gutierrez
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/kolumbien-erdbeben-102.html