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Medienkonzern in der Krise: Burda wird zur Baustelle
Schlagzeilen · 23.07.2026 16:02

Medienkonzern in der Krise: Burda wird zur Baustelle

Kurz: Der Medienkonzern Hubert Burda Media befindet sich in einer tiefgreifenden Umstrukturierung. Mit neuen Führungskräften und einer Zusammenlegung von Print und Di

Ein Konzern im Umbruch

Der traditionsreiche Medienkonzern Hubert Burda Media durchläuft derzeit eine Phase des intensiven Wandels. Seit die vierte Generation der Unternehmerfamilie – Elisabeth Burda Furtwängler und Jacob Burda – vor etwa einem Jahr die Führung übernommen hat, ist das Unternehmen in Bewegung geraten. Am Stammsitz in München prägen seither häufige personelle Wechsel und strategische Neuausrichtungen das Bild. Ziel der Bemühungen ist es, den Verlag in einem schwierigen Marktumfeld zukunftsfähig aufzustellen.

Zusammenführung von Print und Digital

Ein zentraler Schritt in der aktuellen Strategie ist die Zusammenlegung des Burda-Verlags mit dem Digitalpublisher Burda-Forward. Künftig sollen die Print- und Digitalangebote bekannter Marken wie „Bunte“, „Focus“ und „Freizeit-Revue“ nicht mehr getrennt, sondern aus einer Hand gesteuert werden. Das Unternehmen verfolgt damit den Ansatz eines „integrierten Medienhauses“, um Kompetenzen zu bündeln und die bisherigen Strukturen stärker zu verzahnen.

Die Deutschland-Chefin Elisabeth Varn, die zum 1. Juli in den Vorstand berufen wurde, begründet den Schritt mit dem Ziel, das Unternehmen „schlanker, agiler und schlagkräftiger“ zu machen. Man wolle sich konsequent auf jene Fähigkeiten fokussieren, die zukünftig über den Erfolg entscheiden.

Personelle Neubesetzungen und Abgänge

Mit der strategischen Neuausrichtung geht ein umfassender Umbau der Führungsebene einher. Stefan Ottlitz, ein ehemaliger Manager des „Spiegel“ und ausgewiesener Experte für Paid-Content, übernimmt die neu geschaffene Position des Chief Digital Officer. Er verantwortet künftig sowohl die Geschäfte von Burda-Forward als auch der Burda Verlag Publishing GmbH. Damit liegt die Steuerung wichtiger Marken wie „Focus“ (Print, Online und „Focus Plus“) sowie „Bunte“ in seiner Hand.

Weitere personelle Veränderungen umfassen:

* Rebecca Gottwald wurde zur Chief AI Officer ernannt.

* Wiebke Meeder wechselt von der Handelsblatt Media Group zu Burda und übernimmt die Rolle des Chief Revenue Officer.

Parallel dazu verlässt eine Reihe bisheriger Führungskräfte das Haus, darunter Daniel Steil (Geschäftsführer Burda-Forward) sowie Martin Weese, Matthias Frei und Elfi Langefeld aus dem Burda-Verlag.

Hintergrund der Veränderungen

Die Umstrukturierung findet vor dem Hintergrund einer wirtschaftlich herausfordernden Situation statt. Wie das Unternehmen vor Kurzem mitteilte, sank der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 2,6 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro. Als Gründe wurden ein anspruchsvolles geopolitisches und konjunkturelles Umfeld sowie rückläufige Auflagenzahlen genannt. Auch das Ergebnis wurde als „nicht zufriedenstellend“ eingestuft.

Die Personalpolitik des Hauses sorgte in der Vergangenheit bereits für Aufmerksamkeit. So musste Jan Wachtel, der erst vor einem halben Jahr als Vorstand berufen wurde, das Unternehmen bereits wieder verlassen. Der Grund hierfür war laut offiziellen Angaben ein fehlender Konsens über die strategische Ausrichtung. Die Berufung von Stefan Ottlitz, der ursprünglich von Wachtel ins Unternehmen geholt worden war, warf in diesem Kontext zwischenzeitlich Fragen über die künftige Besetzung der Digitalspitze auf, die nun jedoch geklärt scheinen.

Ausblick

Die aktuelle Phase der Umgestaltung bei Burda Media ist durch den Versuch geprägt, auf die sinkenden Erträge und die digitale Transformation der Medienbranche zu reagieren. Die Zusammenführung der Geschäftsbereiche soll die Effizienz steigern und eine einheitliche Markenführung ermöglichen. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die wirtschaftliche Entwicklung des Familienunternehmens wieder zu stabilisieren, bleibt abzuwarten. Die kontinuierlichen Veränderungen in der Führungsmannschaft deuten darauf hin, dass die Suche nach der optimalen Aufstellung für den Medienkonzern noch nicht abgeschlossen ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/strasse-landschaft-feld-bau-11441322/ · Foto: Hicham Oukachi
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/burda-baut-mal-den-konzern-um-201058455.html