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M64: Palmer Luckey stellt seine "ewige" N64 vor
Technik · 29.07.2026 15:55

M64: Palmer Luckey stellt seine "ewige" N64 vor

Kurz: Palmer Luckey präsentiert mit der M64 eine technisch grundlegend überarbeitete Nintendo-64-Konsole, die auf extreme Langlebigkeit und moderne Standards setzt.

Ein neues Kapitel für den Nintendo-Klassiker

Palmer Luckey, bekannt als Gründer von Oculus VR und aktueller Leiter des Rüstungsunternehmens Anduril, hat ein neues Projekt vorgestellt, das sich abseits der Verteidigungstechnologie bewegt. Mit der Modretro 64, kurz M64, widmet sich der Unternehmer seiner Leidenschaft für klassische Videospielkonsolen. Ziel des Projekts ist es, die bestmögliche Plattform für das Nintendo-64-Erlebnis zu schaffen, wobei der Fokus konsequent auf Haltbarkeit und Wartungsfreundlichkeit liegt.

Technische Philosophie: Langlebigkeit im Fokus

Im Gegensatz zu herkömmlichen FPGA-Nachbauten verfolgt die M64 einen radikalen Ansatz. Luckey betont, dass das System so konstruiert wurde, dass es über Jahrzehnte hinweg funktionsfähig bleibt. Ein zentraler Punkt dabei ist der bewusste Verzicht auf Komponenten mit begrenzter Lebensdauer. So finden sich in der Konsole weder Elektrolytkondensatoren noch Batterien, da diese im Laufe der Zeit auslaufen oder ihre Kapazität verlieren können. Zudem sind alle externen Anschlüsse vergoldet, um Korrosion effektiv vorzubeugen.

Die Hardware basiert auf einem FPGA-Design, das eine hohe Kompatibilität mit der originalen Spielebibliothek verspricht. Das Bildsignal kann wahlweise über HDMI in einer Auflösung von bis zu 4K ausgegeben werden, während ein optionaler Adapter auch den Anschluss an klassische Röhrenfernseher ermöglicht. Die Kühlung des Systems erfolgt vollständig passiv, was den Verzicht auf verschleißanfällige Lüfter erlaubt.

Design und Wartungsfreundlichkeit

Optisch orientiert sich die M64 an der Ästhetik der 90er Jahre, kombiniert dies jedoch mit moderner Fertigungstechnik. Das Gehäuse ist so konzipiert, dass es ohne Klebstoff oder zerbrechliche Rastnasen auskommt, was eine einfache Demontage innerhalb weniger Minuten ermöglicht. Ersatzteile und alternative Gehäusefarben sollen für Nutzer separat verfügbar sein. Auch der Mechanismus für den Modulschacht wurde überarbeitet: Eine neue Auswurftaste nutzt zwei Zahnradhebel, um Cartridges gleichmäßig anzuheben, was die Kontakte der Spielemodule schont.

Der Controller: Präzision aus Aluminium

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Controller, dessen Form auf einem 3D-Scan des Originals basiert. Das Gehäuse besteht aus Aluminium mit einer Keramikbeschichtung. Die analogen Sticks setzen auf TMR-Technologie, die laut Hersteller ohne Totzonen arbeitet und den verschleißanfälligen Mechanismus der originalen N64-Controller ersetzt. Nutzer können zudem zwischen verschiedenen Federstärken und Führungsgattern wählen, um das Spielgefühl individuell anzupassen. Die Tasten bestehen aus robustem PBT-Kunststoff, und die Verbindung erfolgt über Bluetooth 6.2, wobei eine Latenz von lediglich 0,375 Millisekunden erreicht wird.

Open Source und Zukunftsperspektiven

Ein bemerkenswerter Aspekt der M64 ist die Offenheit des Systems. Die komplette Hauptplatine ist als Open Source konzipiert; Schaltpläne und Fertigungsdaten sollen veröffentlicht werden, um die Transparenz und langfristige Nutzbarkeit zu gewährleisten. Firmware- und Spiele-Updates können bequem über WLAN, SD-Karte oder USB eingespielt werden.

Die M64 ist in verschiedenen Farben für 230 US-Dollar erhältlich, wobei der Controller separat für 90 US-Dollar erworben werden muss. Während der Großteil der N64-Spiele bereits fehlerfrei läuft, arbeitet Modretro an der weiteren Optimierung. Für Kunden in Deutschland ist zu beachten, dass beim Import aus den USA neben den Versandkosten auch Einfuhrumsatzsteuer und mögliche weitere Gebühren anfallen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-laptop-glucklich-frohlich-6517108/ · Foto: RDNE Stock project
Quelle: https://www.golem.de/news/m64-palmer-luckey-stellt-seine-ewige-n64-vor-2607-211414.html