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Linken-Chef Pantisano schließt Unterstützung für CDU in Sachsen-Anhalt nicht aus
Schlagzeilen · 09.08.2026 21:24

Linken-Chef Pantisano schließt Unterstützung für CDU in Sachsen-Anhalt nicht aus

Kurz: Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt signalisiert Linken-Chef Luigi Pantisano Gesprächsbereitschaft, um eine Regierungsbeteiligung der AfD zu verhindern.

Strategischer Kurswechsel vor der Landtagswahl

Kurz vor der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine mögliche politische Neuausrichtung innerhalb der Linkspartei ab. Der Parteivorsitzende Luigi Pantisano hat im Rahmen eines Interviews die Bereitschaft signalisiert, eine Regierung unter Führung der CDU zu unterstützen, sofern dies notwendig ist, um eine Machtübernahme der AfD zu verhindern. Diese Äußerung markiert einen bemerkenswerten Wandel in der Rhetorik des Parteichefs, der noch vor wenigen Wochen für einen direkten Vergleich zwischen der Union und der AfD heftig kritisiert worden war.

Verantwortung als politisches Leitmotiv

Pantisano begründet seine veränderte Haltung mit einer übergeordneten politischen Verantwortung. Seinen Angaben zufolge habe die Linke bereits in anderen Bundesländern wie Thüringen und Sachsen bewiesen, dass sie bereit ist, konstruktiv zu handeln, um rechtsextreme Bestrebungen in der Regierungsverantwortung zu blockieren. Er appelliert an die CDU, ebenfalls staatspolitische Verantwortung zu übernehmen und die Blockadehaltung gegenüber der Linken zu überdenken. Angesichts aktueller Umfragen, die der AfD ein starkes Ergebnis prognostizieren, könnte der CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze bei der Wahl des Ministerpräsidenten auf Unterstützung aus anderen politischen Lagern angewiesen sein.

Aufarbeitung vergangener Kontroversen

Die neue Offenheit des Linken-Vorsitzenden folgt auf eine Phase intensiver Debatten innerhalb der eigenen Partei und im Bundestag. Pantisano hatte zuvor für Aufsehen gesorgt, als er konservative Politiker in die Nähe faschistischer Strömungen rückte. Er begründete dies im Rückblick mit Beobachtungen im Europäischen Parlament, wo er das Verhalten konservativer Abgeordneter bei rechtsextremen Provokationen als unzureichend wahrgenommen hatte. Dennoch räumte er ein, dass sein pauschaler Vergleich zwischen CDU und AfD ein Fehler war, für den er sich ausdrücklich entschuldigt hat.

Wohnraumpolitik bleibt zentrales Streitthema

Parallel zu den strategischen Überlegungen für Sachsen-Anhalt hält Pantisano an den Kernforderungen seiner Partei fest, insbesondere im Bereich der Wohnungspolitik. Er sieht in den stetig steigenden Mieten eine der größten sozialen Herausforderungen für die Bevölkerung. Als Lösung bekräftigt er die Forderung nach der Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Dabei beruft er sich auf den Volksentscheid in Berlin, bei dem eine Mehrheit der Bürger für die Enteignung gestimmt hatte.

Internationale Vorbilder und Lösungsansätze

Um das Ziel bezahlbaren Wohnraums zu erreichen, verweist Pantisano auf das Modell der österreichischen Hauptstadt Wien. Dort sorgt ein hoher Anteil an Wohnungen in öffentlicher Hand für ein stabileres Mietpreisniveau. Neben der Vergesellschaftung fordert die Linke unter seiner Führung:

* Einen massiven Ausbau des sozialen Wohnungsbaus.

* Die Stärkung kommunaler Wohnungsbaugesellschaften.

* Die Umnutzung von leerstehenden Büroflächen in dringend benötigten Wohnraum.

Für Pantisano ist die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum eine Grundvoraussetzung für soziale Sicherheit. Die Debatte darüber, wie diese Ziele mit einer möglichen parlamentarischen Zusammenarbeit in Sachsen-Anhalt vereinbar sind, dürfte die kommenden Wochen bis zum Wahltag maßgeblich prägen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/blumen-kerzen-text-karton-5841084/ · Foto: https://kaboompics.com/
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/pantisano-linke-cdu-100.html