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Leichtathletik-EM: Zehnkampf - Leo Neugebauer baut seine Führung aus
Sport · 12.08.2026 16:32

Leichtathletik-EM: Zehnkampf - Leo Neugebauer baut seine Führung aus

Kurz: Bei der Leichtathletik-EM in Birmingham dominiert Leo Neugebauer den Zehnkampf. Mit Top-Leistungen in den ersten drei Disziplinen baut er seine Führung aus.

Ein dominanter Auftakt in Birmingham

Der deutsche Zehnkämpfer Leo Neugebauer hat bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham einen beeindruckenden Start in den Wettbewerb der „Könige der Athleten“ hingelegt. Der 26-jährige Top-Favorit, der als amtierender Weltmeister an den Start ging, unterstrich bereits am ersten Wettkampftag seine Ambitionen auf den EM-Titel. Nach den ersten drei absolvierten Disziplinen – dem 100-Meter-Lauf, dem Weitsprung und dem Kugelstoßen – führt Neugebauer das Feld souverän an. Trotz eines kleinen Missgeschicks beim Sprintauftakt am Vormittag, bei dem er kurzzeitig aus dem Gleichgewicht geriet, präsentierte sich der Athlet in den technischen Disziplinen in herausragender Verfassung. Mit einer vorläufigen Bilanz von 2.819 Punkten liegt er deutlich vor der internationalen Konkurrenz. Neugebauer selbst zeigte sich nach dem Vormittagsprogramm äußerst zufrieden mit seiner Leistung und der Atmosphäre im Stadion, wo er sich von der Unterstützung der deutschen Fans getragen fühlte. Er betonte, dass er seinen Plan konsequent verfolge und nach den ersten Anstrengungen nun den Fokus auf die Regeneration lege, um in den verbleibenden Disziplinen des Tages nahtlos an die gezeigten Leistungen anzuknüpfen.

Die sportlichen Details des ersten Wettkampftages

Die statistische Ausbeute von Neugebauer liest sich beeindruckend, auch wenn der Morgen mit einer leichten Irritation begann. Über die 100 Meter erreichte er eine Zeit von 10,90 Sekunden, was zwar knapp drei Zehntel über seiner persönlichen Bestleistung von 10,61 Sekunden liegt, ihn jedoch nicht aus der Ruhe brachte. Im Weitsprung bewies er dann seine Klasse: Trotz eines spürbaren Gegenwindes traf er den Balken präzise und landete bei 7,82 Metern, was die Tagesbestweite bedeutete und nur 18 Zentimeter unter seinem persönlichen Rekord blieb. Den krönenden Abschluss des Vormittags bildete das Kugelstoßen. Hier glänzte Neugebauer mit einer Weite von 17,13 Metern – ein neuer EM-Rekord im Zehnkampf-Kugelstoßen. Mit diesem Wert baute er seinen Vorsprung auf den Niederländer Jeff Tesselaar, der mit 2.690 Punkten auf dem zweiten Rang liegt, sowie den norwegischen Vize-Europameister Sander Skotheim (2.638 Punkte) weiter aus. Auch die weiteren deutschen Athleten zeigten sich stark: Niklas Kaul, der Weltmeister von 2019, verbesserte sich durch eine persönliche Bestleistung im Kugelstoßen von 15,26 Metern auf den zwölften Platz. Er konnte zudem über 100 Meter in 11,23 Sekunden eine Saisonbestleistung verbuchen und sprang im Weitsprung 7,22 Meter weit.

Ein Blick auf die Vorgeschichte und die Favoritenrolle

Die Erwartungen an Leo Neugebauer waren bereits vor dem ersten Startschuss in Birmingham enorm hoch. Als amtierender Weltmeister führt er mit 8.730 Punkten die Meldeliste an und gilt in Expertenkreisen als der Mann, den es zu schlagen gilt. Auch der ARD-Leichtathletik-Experte Frank Busemann hatte in seinen Prognosen im Vorfeld der EM bereits betont, dass der Titel bei einer entsprechenden Form fast schon für den Weltmeister reserviert sei. Die Konstellation im deutschen Team ist dabei besonders spannend, da mit Niklas Kaul ein weiterer hochkarätiger Athlet am Start ist, der in diesem Jahr bereits 8.528 Punkte sammeln konnte. Die Abwesenheit einiger internationaler Größen, wie etwa des Schweizers Simon Ehammer, der sich in Birmingham auf den Weitsprung konzentriert und dort bereits Silber gewann, sowie des norwegischen Olympiasiegers Markus Rooth, hat die Ausgangslage für das deutsche Team weiter begünstigt. Dennoch bleibt der Wettkampf ein hochintensives Unterfangen, bei dem die Athleten ihre Form über zwei Tage hinweg beweisen müssen. Die bisherige Performance bestätigt die Einschätzung, dass Neugebauer seine Rolle als Favorit nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf der Bahn und im Ring vollumfänglich ausfüllt.

Die Akteure im Fokus des Geschehens

Im Zentrum des Interesses stehen in Birmingham neben Leo Neugebauer insbesondere seine Teamkollegen Niklas Kaul und der junge Amadeus Gräber. Niklas Kaul, der als Spezialist für den zweiten Wettkampftag bekannt ist, zeigt sich mit seinem bisherigen Verlauf sehr zufrieden und hofft, sich im weiteren Verlauf des Zehnkampfes noch weiter nach vorne schieben zu können. Sein Ziel bleibt eine Medaille. Der 21-jährige Amadeus Gräber, der sein Debüt bei einer Europameisterschaft gibt, zeigt sich bei diesem Großereignis erstaunlich nervenstark. Mit 2.462 Punkten liegt er nach drei Disziplinen auf dem 14. Platz. Besonders seine 100-Meter-Zeit von 10,79 Sekunden und die Weitsprungweite von 7,23 Metern unterstreichen sein Potenzial, auch wenn er beim Kugelstoßen mit 13,29 Metern noch etwas Boden auf die Spitze verlor. Die deutschen Athleten profitieren dabei von einer starken Unterstützung durch die mitgereisten Fans, was Neugebauer in seinen Aussagen explizit hervorhob. Die Entscheidungsträger und Trainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) dürften mit dem bisherigen Verlauf der „Könige der Athleten“ mehr als zufrieden sein, da das Ziel, zwei Medaillen in diesem Wettbewerb zu gewinnen, nach dem ersten Vormittag absolut realistisch erscheint.

Einordnung der bisherigen Leistungen

Einzuordnen ist der bisherige Wettkampfverlauf als eine Demonstration der Stärke durch das deutsche Team. Dass Neugebauer trotz des kleinen Stolperers beim 100-Meter-Start die Führung ausbauen konnte, spricht für seine mentale Stabilität und seine physische Überlegenheit in den technischen Disziplinen. Den Berichten zufolge ist insbesondere der EM-Rekord im Kugelstoßen ein deutliches Signal an die Konkurrenz, dass der Weltmeister auch in Birmingham in einer eigenen Liga agiert. Die Tatsache, dass auch Niklas Kaul seine Saisonbestleistungen in den ersten Disziplinen abrufen konnte, deutet darauf hin, dass die Vorbereitung des DLV-Teams auf den Punkt genau geglückt ist. Dass der junge Amadeus Gräber bei seinem Debüt so stabil auftritt, ist ebenfalls als positives Zeichen für die Tiefe des deutschen Kaders zu werten. Die sportliche Qualität des Wettbewerbs ist trotz der Abwesenheit einiger internationaler Top-Athleten hoch, was sich an den Punktzahlen der Verfolger wie Tesselaar und Skotheim zeigt, die ebenfalls starke Leistungen abrufen. Die deutsche Dominanz in der frühen Phase ist somit nicht nur dem Ausfall von Konkurrenten geschuldet, sondern primär der eigenen Leistungsfähigkeit.

Offene Fragen und der weitere Zeitplan

Obwohl der erste Tag bisher nach Plan verläuft, bleiben einige Aspekte des Wettkampfes offen. So ist noch nicht abschließend geklärt, wie die Athleten die physischen Belastungen der kommenden Stunden verkraften werden, insbesondere angesichts der hohen Leistungsdichte. Der Quelltext macht keine Angaben dazu, wie sich die Wetterbedingungen im weiteren Verlauf des Tages auf die Leistungen auswirken könnten oder ob es bei den Konkurrenten zu Verletzungen oder technischen Problemen gekommen ist, die über die reinen Weiten und Zeiten hinausgehen. Auch die taktischen Überlegungen für den Hochsprung und den 400-Meter-Lauf am Abend bleiben abzuwarten. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass am Mittwochabend noch zwei weitere Disziplinen absolviert werden. Der Hochsprung ist für 19.40 Uhr angesetzt, gefolgt vom 400-Meter-Lauf um 21.22 Uhr. In diesen Disziplinen wird sich zeigen, ob Neugebauer seine Führung weiter festigen kann, da er insbesondere im Hochsprung mit einer Saisonbestleistung von 2,06 Metern zu den Top-Athleten zählt, während er über 400 Meter regelmäßig Zeiten unter 48 Sekunden erreicht. Diese beiden Disziplinen werden maßgeblich darüber entscheiden, mit welchem Punktestand die Zehnkämpfer den ersten Tag beenden und in den zweiten Wettkampftag starten werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/rustikales-fussballtor-in-der-nachmittagssonne-32824508/ · Foto: Yasin Tubail
Quelle: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/neugebauer-baut-mit-der-kugel-seine-fuehrung-aus,la-em-2026-birmingham-zehnkampf-neugebauer-kaul-100.html