Ambitionen auf Edelmetall in Birmingham
Für Gesa Krause steht ein sportlicher Höhepunkt bevor: Die Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham. Die 34-jährige Hindernisläuferin geht mit klaren Zielen in den Wettbewerb. Nach ihren EM-Siegen in den Jahren 2016 und 2018 strebt sie nun ihre dritte Goldmedaille an. Die Vorfreude auf das Event ist groß, zumal die Athletin ihre aktuelle Verfassung als außergewöhnlich beschreibt. Nach Angaben von Krause stimmen sowohl die Grundschnelligkeit als auch die Ausdauer, was sie optimistisch für die anstehenden Läufe stimmt.
Starke Form als Fundament
Die Zuversicht der Athletin gründet auf handfesten Ergebnissen. Bei den deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid untermauerte sie ihre Ambitionen mit einem Sieg über 3000 Meter Hindernis. Mit einer Zeit von 9:24,40 Minuten stellte sie eine persönliche Bestmarke für nationale Titelkämpfe auf. Krause betont, dass eine Medaille das erklärte Ziel sei; ein Ausbleiben eines Podestplatzes würde sie enttäuschen. Der Fokus liegt nun in den Tagen vor dem Vorlauf auf dem letzten Feinschliff, um in der bestmöglichen Form an der Startlinie zu stehen.
Vereinbarkeit von Leistungssport und Familienleben
Ein wesentlicher Bestandteil von Krauses Alltag ist seit 2023 ihre Tochter Lola. Die Doppelbelastung aus Training und Familienleben erfordert eine präzise Organisation. Dass die Tochter inzwischen den Kindergarten besucht, erleichtert die tägliche Planung laut Krause enorm. Sie betont, dass der sportliche Erfolg nur durch die Unterstützung ihrer Familie möglich sei. Diese Balance zwischen der Rolle als Mutter und als Leistungssportlerin prägt ihre aktuelle Karrierephase maßgeblich.
Rückkehr zur Spezialdisziplin
Nach der Weltmeisterschaft 2025 in Tokio hatte Krause neue Wege eingeschlagen und sich kurzzeitig dem Straßenlauf gewidmet. Ein Halbmarathon in Berlin, den sie in 1:08:59 Stunden absolvierte, verlief vielversprechend. Der Versuch, diese Ambitionen auf die Marathondistanz auszuweiten, scheiterte jedoch im Dezember 2025 in Valencia, als sie nach 34 Kilometern erschöpft aufgeben musste. Diese Erfahrung führte zu einer klaren Erkenntnis: Der Spagat zwischen Mittelstrecke und Marathon sei schwieriger als zunächst angenommen. Krause bekennt sich daher wieder voll zu ihrer Paradedisziplin, dem Hindernislauf, der sie bis zu den nächsten Olympischen Spielen treu bleiben möchte.
Alter als bloße Zahl
Mit 34 Jahren zählt Krause zu den erfahrensten Läuferinnen im Teilnehmerfeld. Gemeinsam mit der Titelverteidigerin Alice Finot gehört sie zu den ältesten Athletinnen über die Hindernisdistanz. Dennoch sieht sie in ihrem Alter keinen Nachteil. Vielmehr fühle sie sich so leistungsfähig wie nie zuvor. Die Zahl auf dem Papier spiele für ihr persönliches Empfinden keine Rolle; sie sei überzeugt, genau an diesen Ort und in diesen Wettkampf zu gehören. Mit dieser mentalen Stärke und der physischen Vorbereitung geht die Athletin nun in die entscheidende Phase der Europameisterschaften.