Ein Tag der Mehrkämpfer und Finalentscheidungen
Der dritte Wettkampftag der Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham verspricht ein intensives Programm. Insgesamt vier Titel werden an diesem Mittwoch vergeben, wobei das öffentliche Interesse vor allem auf den Start des Zehnkampfs sowie die finalen Läufe über 400 Meter gerichtet ist. Für das deutsche Team bietet der Tag zahlreiche Gelegenheiten, um in den Medaillenspiegel einzugreifen.
Zehnkampf: Die deutsche Medaillenhoffnung
Im Mittelpunkt des sportlichen Geschehens steht der Auftakt des Zehnkampfs. Mit Weltmeister Leo Neugebauer geht ein Top-Favorit auf die Goldmedaille an den Start, der bei seinem EM-Debüt hohe Erwartungen erfüllt. In einem potenziell deutschen Duell gilt Ex-Weltmeister Niklas Kaul als sein härtester nationaler Konkurrent. Komplettiert wird das DLV-Aufgebot durch den 21-jährigen Amadeus Gräber, der seine erste EM-Erfahrung sammelt. Der Wettbewerb beginnt am Vormittag mit dem 100-Meter-Lauf und führt über Weitsprung, Kugelstoßen und Hochsprung bis hin zum abschließenden 400-Meter-Lauf am späten Abend.
Finalentscheidungen und Qualifikationen
Neben den Mehrkämpfern stehen weitere Athleten im Fokus:
* **Hammerwurf der Frauen:** Aileen Kuhn ist die einzige deutsche Athletin, die sich für das Finale qualifiziert hat. Sie geht ohne den Druck der Favoritenrolle in den Wettkampf, während die finnischen Werferinnen Krista Tervo und Silja Kosonen mit starken Saisonleistungen aufwarten.
* **400 Meter der Männer:** Jean Paul Bredau hat sich souverän für das Finale qualifiziert. Nach seiner starken Halbfinalzeit wird er versuchen, an die Erfolge des deutschen Teams anzuknüpfen. Als Favorit gilt der Brite Matthew Hudson-Smith, der vor heimischem Publikum antritt.
* **Diskuswurf der Frauen:** Für Shanice Craft steht die Qualifikation an. Die erfahrene Athletin, die bereits mehrfach EM-Bronze gewinnen konnte, hofft auf den Einzug in das Finale am Freitag. Gemeinsam mit Kristin Pudenz und Marike Steinacker bildet sie das deutsche Trio.
Halbfinals mit deutscher Beteiligung
In den Vor- und Zwischenläufen kämpfen weitere deutsche Athleten um den Einzug in die Endrunden:
* **200 Meter Frauen:** Mit Sophia Junk, Judith Bilepo Mokobe und Talea Prepens ist das deutsche Team breit aufgestellt. Während Junk und Prepens bereits international erprobt sind, sammelt die 19-jährige deutsche Meisterin Mokobe erste Erfahrungen auf dieser Bühne.
* **800 Meter Männer:** Alexander Stepanov konnte bereits im Vorlauf überzeugen und möchte im Halbfinale an diese Leistung anknüpfen.
* **400 Meter Hürden Männer:** Emil Agyekum und Owe Fischer-Breiholz streben den Finaleinzug an, auch wenn der Sieg in dieser Disziplin durch den Norweger Karsten Warholm stark umkämpft ist.
* **110 Meter Hürden Männer:** Gregory Minoue hat sich nach eigenen Angaben mit etwas Glück für das Halbfinale qualifiziert und hofft nun auf eine Leistungssteigerung.
Ausblick auf den weiteren Verlauf
Der Zeitplan der EM in Birmingham ist eng getaktet. Während am Mittwoch die Weichen für die Medaillenentscheidungen in den kommenden Tagen gestellt werden, zeigt sich bei den 400 Meter Hürden der Frauen, wie schnell sich Favoritenrollen verschieben können: Nach dem Disziplinenwechsel der Niederländerin Femke Bol gilt nun die Slowakin Emma Zapletalova als Anwärterin auf den Titel. Für die Zuschauer bleibt es durch die Live-Übertragungen und Ticker spannend, ob die deutschen Hoffnungsträger ihre Form in den entscheidenden Momenten abrufen können.