News aus aller Welt
Start
Leeren Tank vorgetäuscht: Trickbetrüger erbeutet Bargeld an Autobahnabfahrt in Hertingshausen
Regional · 22.09.2026 12:08

Leeren Tank vorgetäuscht: Trickbetrüger erbeutet Bargeld an Autobahnabfahrt in Hertingshausen

Kurz: Ein Autofahrer wurde an der A49-Anschlussstelle Baunatal-Süd Opfer eines dreisten Betrugs. Der Täter täuschte eine Notlage vor und nutzte wertloses Geld.

Ein perfider Trick an der Autobahnabfahrt

Ein 39-jähriger Autofahrer aus dem Schwalm-Eder-Kreis ist am vergangenen Donnerstagabend Opfer eines geschickten Trickbetrugs geworden. Der Vorfall ereignete sich gegen 19:30 Uhr, als der Mann auf der Autobahn 49 aus Richtung Marburg kommend unterwegs war. An der Anschlussstelle Baunatal-Süd im Bereich Hertingshausen verließ der Geschädigte die Autobahn in Richtung der Landesstraße 3316. Unmittelbar im Bereich dieser Abfahrt wurde er von einem unbekannten Mann gestoppt, der eine Notsituation vortäuschte. Der Unbekannte gab an, aufgrund eines leeren Kraftstofftanks nicht weiterfahren zu können und bat den 39-Jährigen dringend um finanzielle Unterstützung in Höhe von 100 Euro. In dem Glauben, einem in Not geratenen Verkehrsteilnehmer zu helfen, ließ sich der Autofahrer auf die Bitte ein und händigte dem Fremden den geforderten Geldbetrag in bar aus. Als vermeintliche Sicherheit oder Gegenleistung erhielt er im Gegenzug einen Geldschein, bei dem es sich später als wertlose, alte belarussische Währung herausstellte. Erst nach dem Vorfall erkannte der Geschädigte, dass er einem Betrüger aufgesessen war, und erstattete am darauffolgenden Montag Anzeige bei der Polizei. Die Ermittlungen in diesem Fall wurden von der Kriminalpolizei in Kassel aufgenommen, die nun nach dem Täter sucht.

Details zum Tathergang und dem Betrugsmaterial

Der Betrug basierte auf der Übergabe eines 500-Belarus-Rubel-Scheins. Wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, handelt es sich bei dieser Banknote um ein Zahlungsmittel, das bereits seit dem Jahr 2016 keine Gültigkeit mehr besitzt. Somit war der Schein für den 39-Jährigen vollkommen wertlos. Der Täter wird als etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß beschrieben und weist eine eher kräftige Statur auf. Zu den markanten äußeren Merkmalen zählen dunkle bis schwarze Haare sowie ein Vollbart. Der Unbekannte war zudem mit einem silbernen Audi Q5 unterwegs, der als Tatfahrzeug diente. Der Vorfall ereignete sich in einer für den Täter strategisch günstigen Lage, da die Anschlussstelle Baunatal-Süd bei Hertingshausen eine direkte Verbindung zwischen der Autobahn 49 und der Landesstraße 3316 darstellt. Die Polizei Kassel bittet nun um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Wer den beschriebenen Mann oder den silbernen Audi Q5 gesehen hat oder sonstige Beobachtungen gemacht hat, kann sich unter der Telefonnummer 0561-9100 an die Beamten wenden. Die Kriminalpolizei ist auf Zeugenaussagen angewiesen, um den Täter zu identifizieren und weitere Taten zu verhindern.

Hintergrund der sogenannten Autobahngold-Masche

Der aktuelle Fall in Hertingshausen reiht sich in eine bekannte Serie von Delikten ein, die polizeilich als „Autobahngold-Masche“ geführt werden. Bei dieser Form des Trickbetrugs nutzen Täter gezielt die Hilfsbereitschaft von Verkehrsteilnehmern aus. Sie inszenieren an Autobahnen, Rastplätzen oder Abfahrten eine Notsituation, um das Mitleid der Opfer zu gewinnen. Oftmals geben sie vor, kein Geld für Benzin zu haben, ihr Fahrzeug sei liegengeblieben oder sie hätten ihre Geldbörse verloren. Um das Vertrauen der Angesprochenen zu gewinnen, bieten die Betrüger im Austausch für das erbetene Bargeld oft Schmuck, angebliche Goldgegenstände oder ausländische Banknoten an, die für den Laien auf den ersten Blick wertvoll oder zumindest exotisch wirken. Die Polizei weist darauf hin, dass diese Gegenstände in Wahrheit wertlos sind oder aus minderwertigem Material bestehen. Die Täter agieren meist sehr überzeugend und drängend, um ihre Opfer zu einer schnellen Entscheidung zu bewegen, ohne dass diese Zeit haben, die Echtheit der angebotenen Gegenstände zu prüfen oder den Sachverhalt kritisch zu hinterfragen.

Die Rolle der Ermittlungsbehörden

Die Kriminalpolizei in Kassel hat die Federführung in diesem Fall übernommen. Pressesprecherin Yvonne Winter vom Polizeipräsidium Nordhessen betont die Wichtigkeit der Prävention in solchen Fällen. Die Polizei warnt eindringlich davor, sich auf solche Geschäfte einzulassen. Einzuordnen ist das Vorgehen der Täter als gezielte Ausnutzung menschlicher Gutgläubigkeit. Die Behörden raten Verkehrsteilnehmern, in Situationen, in denen Fremde um Geld bitten, äußerste Vorsicht walten zu lassen. Im Zweifelsfall sollte kein Bargeld ausgehändigt werden. Die Polizei empfiehlt, bei einer tatsächlichen Notsituation lieber die Polizei oder einen Pannendienst zu verständigen, anstatt selbst finanzielle Hilfe zu leisten. Die Ermittler sind derzeit damit beschäftigt, die Spuren des Vorfalls vom vergangenen Donnerstag auszuwerten. Hierbei wird auch geprüft, ob der Täter für weitere gleichgelagerte Straftaten im Raum Nordhessen infrage kommt. Die Identifizierung des Fahrers des silbernen Audi Q5 steht dabei im Zentrum der polizeilichen Bemühungen, da das Fahrzeug ein zentrales Indiz für die Ermittlungen darstellt.

Offene Fragen und der weitere Verlauf

Obwohl die Polizei den Tathergang rekonstruieren konnte, bleiben einige Fragen offen. Der Quelltext gibt keine Auskunft darüber, ob es weitere Zeugen gab, die den Vorfall an der Abfahrt Baunatal-Süd beobachtet haben könnten. Auch ist unklar, ob der Täter bereits zuvor oder danach an anderen Stellen im Schwalm-Eder-Kreis oder in der Kasseler Region mit derselben Masche in Erscheinung getreten ist. Ebenso ist nicht bekannt, ob das Kennzeichen des silbernen Audi Q5 teilweise oder vollständig erfasst werden konnte, was die Fahndung erheblich erleichtern würde. Wie es nun weitergeht, hängt maßgeblich von den Hinweisen aus der Bevölkerung ab. Die Kriminalpolizei in Kassel nimmt unter der bekannten Rufnummer 0561-9100 weiterhin Informationen entgegen. Sobald neue Erkenntnisse zum Aufenthaltsort des Verdächtigen oder zum Verbleib des Fahrzeugs vorliegen, werden die Ermittlungen intensiviert. Die Polizei setzt darauf, durch die öffentliche Warnung weitere potenzielle Opfer zu sensibilisieren und so zukünftige Taten zu unterbinden. Die Ermittlungsakten werden nach Abschluss der Spurensicherung an die zuständige Staatsanwaltschaft übergeben, sofern ein konkreter Tatverdächtiger ermittelt werden kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/hamburg-hauptbahnhof-29287054/ · Foto: Frank Rietsch
Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/44143/6356844