Ein neues Puzzlestück für die Lilien
Der SV Darmstadt 98 hat mit der Verpflichtung von Lance Duijvestijn eine zentrale Lücke im Kader geschlossen. Der 27-jährige Niederländer wechselte von Sparta Rotterdam an das Böllenfalltor und soll die Offensive des Zweitligisten maßgeblich verstärken. In der sportlichen Leitung um Trainer Florian Kohfeldt und Sportboss Paul Fernie herrscht Einigkeit darüber, dass der Neuzugang eine Schlüsselrolle in der kommenden Spielzeit einnehmen soll.
Die Parallelen zu Fraser Hornby
Die Erwartungen an Duijvestijn sind eng mit der Personalie Fraser Hornby verknüpft. Der Schotte, der sich mittlerweile dem VfL Wolfsburg angeschlossen hat, galt in der vergangenen Saison als einer der wichtigsten Akteure im Darmstädter System. Seine Kombination aus Torgefahr, Laufbereitschaft und defensiver Disziplin machte ihn für Kohfeldt unverzichtbar, auch wenn ihn eine gewisse Verletzungsanfälligkeit immer wieder ausbremste.
Mit einer Körpergröße von 1,90 Metern bringt Duijvestijn eine ähnliche physische Präsenz mit wie sein Vorgänger. Auch sein Anforderungsprofil deckt sich in weiten Teilen mit dem des Schotten: Der Niederländer gilt als laufstarker Akteur, der sich nicht zu schade ist, gegen den Ball zu arbeiten und Räume zuzustellen. Dennoch betont der Neuzugang, dass er über seinen Vorgänger wenig sagen könne, da er ihn nie selbst habe spielen sehen. Er legt Wert darauf, seinen eigenen, individuellen Stil auf den Platz zu bringen.
Der kreative Zehner im System Kohfeldt
Trainer Florian Kohfeldt hat bereits eine klare Vorstellung davon, wie er den 27-Jährigen einsetzen möchte. Er bezeichnet ihn als „hängenden Neuner“, wobei Duijvestijn selbst seine Rolle präziser definiert: Er sieht sich als „kreativer Zehner“, der gerne ins Risiko geht, dynamisch agiert und stets den direkten Zug zum Tor sucht. Diese offensive Ausrichtung soll dem Darmstädter Spiel mehr Variabilität verleihen.
Die Statistiken aus seiner Zeit in den Niederlanden unterstreichen sein Potenzial. In 130 Zweitliga-Einsätzen gelangen ihm 42 Treffer und 30 Vorlagen. Auch in der erstklassigen Eredivisie konnte er in 56 Partien sieben Tore erzielen. Diese Erfahrung soll nun dazu beitragen, den SV Darmstadt 98 in der zweiten Liga zu stabilisieren und offensiv gefährlicher zu machen.
Mögliche Verstärkung aus Südkorea
Die Kaderplanung der Lilien unter Sportboss Paul Fernie scheint damit jedoch noch nicht abgeschlossen zu sein. Fernie, der bereits in seiner Zeit beim SV Wehen Wiesbaden ein gutes Gespür für Offensivtalente bewies, sondiert weiterhin den Markt. Aktuellen Berichten südkoreanischer Medien zufolge steht der 25-jährige Mittelstürmer Lee Ho-jae vor einem Wechsel nach Südhessen. Der 1,92 Meter große Angreifer, der derzeit bei Pohang Steelers unter Vertrag steht und bereits drei Länderspiele absolviert hat, wird als potenzieller Partner für Duijvestijn gehandelt.
Ausblick auf die Saison
Die Integration von Duijvestijn verläuft nach eigenen Angaben positiv. Der Spieler zeigte sich mit dem Start im Trainingslager in Bad Wörishofen zufrieden und unterstrich, dass ihn die Gespräche mit Kohfeldt und Fernie sofort überzeugt hätten. Während die Fans gespannt auf die ersten Pflichtspiele blicken, bleibt abzuwarten, ob die neue Offensivformation die Lücke, die Hornby hinterlassen hat, nicht nur schließen, sondern langfristig sogar vergrößern kann. Für die Lilien ist Duijvestijn nach Einschätzung des Trainerstabs ein „ganz großer Faktor“ für den Erfolg in der kommenden Spielzeit.