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Kunstwochen in Bamberg: Zur Schatzsuche auf den Domberg
Schlagzeilen · 25.07.2026 21:19

Kunstwochen in Bamberg: Zur Schatzsuche auf den Domberg

Kurz: Die Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen laden wieder zum Flanieren durch historische Schauräume ein. Entdecken Sie hochkarätige Exponate und Raritäten.

Eine Stadt als Schatztruhe

Wenn der Hochsommer in Bamberg Einzug hält, verwandelt sich die Altstadt traditionell in einen Anziehungspunkt für Sammler und Kunstliebhaber. Die lokalen Kunst- und Antiquitätenhändler öffnen ihre Türen und präsentieren eine bemerkenswerte Vielfalt an Objekten, die von der Spätromanik bis in die Moderne reichen. Die Veranstaltung, die noch bis zum 22. August läuft, nutzt dabei die besondere Atmosphäre der UNESCO-Welterbestadt, die für ihre historische Dichte und architektonische Schönheit bekannt ist.

Von barockem Silber bis zur Cranach-Schule

Das Spektrum der angebotenen Stücke ist breit gefächert und lädt zu einer Zeitreise durch verschiedene Epochen ein. Bei Christian Eduard Franke-Landwers findet sich beispielsweise ein prachtvoller Konsoltisch aus Frankreich um 1725, dessen Marmorplatte aus den Pyrenäen als Rarität gilt. Ebenfalls in seinem Sortiment vertreten ist ein lebensgroßes Porträt der Contessa Rosa Arconati, gemalt um 1700 von Fra Galgario.

Die Kunsthandlung Senger, die für ihre Expertise im Bereich mittelalterlicher Skulpturen international geschätzt wird, präsentiert unter anderem eine spätromanische rheinische Skulptur der heiligen Lucia sowie eine niederländische Schnitzarbeit der heiligen Barbara aus dem 15. Jahrhundert. Ein besonderes Highlight ist ein Porträt einer jungen Frau aus dem Umfeld von Lucas Cranach dem Älteren, das vor genau 500 Jahren entstand. Neben der klassischen Kunst setzt die jüngere Generation bei Senger zudem verstärkt Akzente im Bereich der zeitgenössischen Kunst.

Vielfalt und Provenienz

Neben den großen Namen bietet der Bamberger Handel auch spezialisierte Nischen. Matthias Wenzel präsentiert in seinen Räumlichkeiten eine breite Palette, von barocken Buchsbaumreliefs bis hin zu alpenländischer Volkskunst. Im Silber Kontor Heiss steht hingegen skandinavisches Design im Vordergrund, etwa Entwürfe von Georg Jensen oder Hans Hansen, die die Eleganz des nordischen Stils unterstreichen.

Ein besonderes Augenmerk liegt bei einigen Stücken auf der Provenienz. So wird eine mit Jagdmotiven bemalte Meissener Tabatiere angeboten, die einst zur Sammlung des Freiherrn Maximilian von Goldschmidt-Rothschild gehörte. Das Objekt hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Nach der Zwangsveräußerung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 wurde es nach dem Krieg an die Erben restituiert.

Ein Format im Wandel

Die diesjährigen Kunstwochen verzichten bewusst auf ein umfangreiches Rahmenprogramm oder aufwendige Werbekampagnen. Die Händler setzen stattdessen auf die Strahlkraft des etablierten Formats und die Attraktivität der Stadt selbst. Die Teilnahme an internationalen Messen wie der TEFAF in Maastricht trägt dazu bei, Bamberg als festen Anlaufpunkt für ein internationales Publikum zu positionieren. Dies soll nicht nur Besucher der Bayreuther Festspiele anlocken, sondern Sammler aus aller Welt für die fränkische Metropole begeistern.

Auktionen im historischen Ambiente

Ergänzt wird das Angebot durch das Auktionshaus Schlosser, das im Palais Bibra residiert. Das Gebäude selbst, ein Meisterwerk des Barockbaumeisters Johann Dientzenhofer, bildet den Rahmen für die Sommerauktionen. Hier kommen neben Porzellan und Asiatika auch Uhren zur Versteigerung, darunter eine Empire-Uhr aus Wien, deren Design eine Entsprechung im Wiener Uhrenmuseum findet. Die Kombination aus hochkarätigen Objekten und dem historischen Erbe Bambergs unterstreicht die Bedeutung der Stadt als einen der bedeutendsten Orte für den gehobenen Kunsthandel in Deutschland.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/hauser-gebaude-sommer-brucke-24709286/ · Foto: Vladimir Rommel
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunstmarkt/kunst-und-antiquitaetentage-in-bamberg-accg-201058722.html