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Kritik von der UEFA - FIFA will private Investoren an WM beteiligen
Schlagzeilen · 28.07.2026 17:55

Kritik von der UEFA - FIFA will private Investoren an WM beteiligen

Kurz: Die FIFA plant, kommerzielle WM-Rechte in eine Tochtergesellschaft auszulagern und private Investoren einzubinden. Die UEFA warnt vor einer Kommerzialisierung.

Strategische Neuausrichtung der FIFA-Finanzen

Der Weltfußballverband FIFA plant eine signifikante Umstrukturierung seiner kommerziellen Aktivitäten. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, beabsichtigt die Organisation, die Rechte an den Weltmeisterschaftsturnieren in eine neu zu gründende Tochtergesellschaft namens „FIFA Forward Enterprises“ auszulagern. Ziel dieses Vorhabens ist es, durch die Beteiligung privater Investoren die Einnahmen massiv zu steigern.

Nach Angaben der FIFA sollen die durch diese Gesellschaft generierten Mittel dazu dienen, die finanziellen Zuwendungen an die 211 Mitgliedsverbände – darunter auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) – mehr als zu verdoppeln. Die Gesellschaft soll dabei die wirtschaftliche Verwertung von Übertragungsrechten, Sponsoring-Verträgen sowie Ticketverkäufen übernehmen. Für das laufende Jahr wird ein Ertrag von 4,2 Milliarden US-Dollar angestrebt, der primär das Entwicklungsprogramm „Forward“ finanzieren soll.

Kontrollmechanismen und Führungsstruktur

Um Bedenken hinsichtlich eines Kontrollverlusts entgegenzuwirken, betont der Weltverband, dass die FIFA die Mehrheit sowie die volle Entscheidungsgewalt über die neue Gesellschaft behalten werde. Dennoch wirft die personelle Besetzung Fragen auf: Medienberichten zufolge könnte FIFA-Präsident Gianni Infantino selbst den Vorsitz der neuen Einheit übernehmen. Dies fällt in eine Zeit, in der Infantino auf seine Wiederwahl im Jahr 2027 zusteuert, für die bislang keine Gegenkandidaten bekannt sind.

Kritik an der Struktur und UEFA-Widerstand

Das Vorhaben stößt auf deutliche Ablehnung beim europäischen Kontinentalverband UEFA. In einer offiziellen Stellungnahme bezeichnete die UEFA das Projekt als Grenzüberschreitung, die Institutionen des Fußballs nicht vornehmen dürften. Der Verband mahnte eindringlich, dass der Fußball und dessen Führung keine Handelsware seien. Besonders kritisch bewertet die UEFA die Intransparenz bezüglich der potenziellen finanziellen Profiteure dieser Struktur.

Der europäische Verband hat in diesem Zuge alle nationalen Verbände, Ligen, Vereine sowie Fans und Regierungen dazu aufgerufen, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen. Dabei weist die UEFA darauf hin, dass sie zwar selbst ihre kommerziellen Rechte an der Champions League in einer Tochtergesellschaft bündelt, diese jedoch gemeinsam mit europäischen Spitzenklubs betreibt – explizit ohne die Einbindung externer privater Investoren.

Hintergrund: Abhängigkeiten im Weltverband

Die Pläne der FIFA befeuern eine bereits länger schwelende Debatte über die Grundstruktur des Verbandes. Die britische Nichtregierungsorganisation FairSquare kritisiert seit geraumer Zeit, dass die Verbandsspitze ihre Wählerschaft durch finanzielle Zuwendungen in Abhängigkeit hält. Da zahlreiche kleinere Verbände, die nur über eine geringe Anzahl an aktiven Fußballern verfügen, nahezu vollständig auf die FIFA-Gelder angewiesen sind, entsteht ein Machtgefüge, das den Status quo der Führung festigt. FIFA-Präsident Infantino hat diese Vorwürfe in der Vergangenheit stets zurückgewiesen.

Ausblick und Konsequenzen

Die Einbindung privater Investoren markiert einen potenziellen Wendepunkt in der Finanzgeschichte des Fußballs. Während die FIFA die Notwendigkeit der Ertragssteigerung zur Förderung der weltweiten Entwicklung betont, sehen Kritiker darin eine Gefahr für die Integrität des Sports. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Mitgliedsverbände auf den Druck der UEFA reagieren und ob die FIFA ihre Pläne trotz des massiven Widerstands aus Europa wie geplant umsetzen kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/leere-sitze-im-uefa-europa-league-stadion-35781790/ · Foto: hayati ilker ergün
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/fifa-will-private-investoren-an-wm-beteiligen-102.html