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Kriegsverbrecher - Leichnam von Ex-General Mladic nach Serbien gebracht
Schlagzeilen · 03.09.2026 21:50

Kriegsverbrecher - Leichnam von Ex-General Mladic nach Serbien gebracht

Kurz: Der Leichnam des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladic wurde von Den Haag nach Belgrad überführt. In Serbien werden Zehntausende zur Beerdigung erwartet.

Die Überführung des Leichnams nach Belgrad

Am 3. September 2026 wurde der Leichnam des ehemaligen bosnisch-serbischen Armeechefs Ratko Mladic von Den Haag nach Serbien überführt. Ein Regierungsflugzeug transportierte den Sarg in die serbische Hauptstadt Belgrad. Die Ankunft des Flugzeugs markiert einen bedeutenden Moment in der Aufarbeitung der jüngeren Geschichte des Balkans. Fernsehbilder dokumentierten den Vorgang, bei dem serbische Soldaten den Sarg, der in die Nationalflagge gehüllt war, aus der Maschine trugen. Diese Szenerie unterstreicht die anhaltende Bedeutung, die der verstorbene Ex-General in Teilen der serbischen Gesellschaft nach wie vor genießt. Mladic, der im Alter von 84 Jahren in der vergangenen Woche in seiner Haftanstalt verstarb, war eine der zentralen Figuren des Bosnien-Krieges. Die Überführung löste bereits im Vorfeld intensive Diskussionen über den angemessenen Umgang mit einem verurteilten Kriegsverbrecher aus, der international für seine Rolle bei den Gräueltaten der 1990er Jahre verantwortlich gemacht wurde. Die Ankunft des Sarges in Belgrad wurde von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und wirft erneut ein Schlaglicht auf die tiefen gesellschaftlichen Gräben, die durch die Kriegsvergangenheit in der Region bis heute bestehen bleiben.

Details zu Urteil und historischer Last

Ratko Mladic war im Jahr 2017 vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er maßgeblich für schwere Gräueltaten während des Bosnien-Krieges verantwortlich war. Im Zentrum der Anklage und des Urteils stand das Massaker von Srebrenica im Jahr 1995. Unter seinem direkten Befehl hatte die bosnisch-serbische Armee damals mehr als 8.000 muslimische Jungen und Männer systematisch ermordet. Dieses Ereignis gilt als das schwerste Kriegsverbrechen auf europäischem Boden seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Die juristische Aufarbeitung durch das UNO-Tribunal sollte ein Zeichen gegen Straflosigkeit setzen und die Verantwortung der militärischen Führung klären. Mladic, der lange Zeit untergetaucht war, bevor er gefasst wurde, blieb bis zuletzt eine hochumstrittene Figur. Während die internationale Gemeinschaft ihn als Hauptverantwortlichen für den Völkermord in Srebrenica verurteilte, wird er in Teilen der serbischen Bevölkerung weiterhin als eine Art Held verehrt, was die Komplexität der Erinnerungskultur in der Region verdeutlicht.

Hintergrund der gesellschaftlichen Stimmung

Die Nachricht vom Tod Mladics im Alter von 84 Jahren hat in Serbien eine Welle der Anteilnahme ausgelöst, die weit über das Maß hinausgeht, das man einem verurteilten Kriegsverbrecher in anderen Teilen Europas entgegenbringen würde. Bereits kurz nach Bekanntwerden seines Ablebens in der Haft kam es in verschiedenen Städten zu Mahnwachen und Trauermärschen. Diese öffentlichen Bekundungen zeigen, dass Mladic für viele Serben eine Symbolfigur geblieben ist, die mit nationalem Stolz und dem Widerstand gegen äußere Einflüsse assoziiert wird. Die Diskrepanz zwischen dem internationalen Urteil, das ihn als Kriegsverbrecher brandmarkt, und der lokalen Wahrnehmung als Held ist ein zentrales Merkmal der politischen Landschaft Serbiens. Die Regierung in Belgrad sieht sich nun mit der Herausforderung konfrontiert, diesen gesellschaftlichen Druck zu kanalisieren. Die Überlegungen, Mladic ein Staatsbegräbnis zu gewähren, sind ein direktes Resultat dieser Stimmungslage. Gleichzeitig führt diese Option zu erheblichen Spannungen, da sie von Kritikern als eine Form der Rehabilitierung eines Mannes gesehen wird, dessen Taten international geächtet sind. Die Debatte um die Art der Beisetzung ist somit ein Spiegelbild der unbewältigten Vergangenheit.

Die Akteure und das politische Umfeld

Die Entscheidungsträger in dieser Angelegenheit befinden sich in einer schwierigen Lage. Die serbische Regierung muss abwägen, wie sie auf den Wunsch weiter Teile der Bevölkerung reagiert, Mladic mit einem Staatsbegräbnis zu ehren. Auf der einen Seite steht das Bedürfnis, den nationalistischen Kräften im Land Rechnung zu tragen, auf der anderen Seite die internationale Reputation und die moralische Verpflichtung gegenüber den Opfern des Bosnien-Krieges. Die Empörung, die sich in Teilen der Bevölkerung bereits regt, zeigt, dass ein solches Staatsbegräbnis nicht ohne innenpolitische Folgen bliebe. Die Soldaten, die den Sarg in Belgrad in Empfang nahmen, agierten im Auftrag des Staates, was bereits als ein Signal gewertet wird. Die Rolle der Regierung bleibt jedoch ambivalent, da eine offizielle staatliche Zeremonie international als Provokation wahrgenommen werden könnte. Die Akteure sind hierbei nicht nur die Regierungsmitglieder, sondern auch die Bevölkerung, die durch Mahnwachen und Trauermärsche den Druck auf die Politik erhöht hat, eine angemessene Form der Bestattung zu wählen, die dem Status Mladics aus Sicht seiner Anhänger gerecht wird.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist die aktuelle Situation als ein hochsensibler politischer Akt, der die europäische Integration Serbiens und die Versöhnung auf dem Balkan beeinflussen könnte. Den Berichten zufolge ist die Verehrung Mladics kein Randphänomen, sondern tief in Teilen der Gesellschaft verwurzelt. Die Frage, ob ein Staatsbegräbnis stattfinden wird, bleibt jedoch vorerst unbeantwortet. Der Quelltext gibt keine Auskunft darüber, wann genau die Beisetzung stattfinden soll oder welcher Ort für die letzte Ruhestätte vorgesehen ist. Ebenso bleibt unklar, ob es offizielle Stellungnahmen internationaler Organisationen oder anderer Staaten zu der Art der Bestattung gibt. Es fehlen Informationen darüber, welche Sicherheitsvorkehrungen für die zu erwartenden Zehntausenden Trauergäste getroffen werden. Auch die genauen Umstände des Todes im Gefängnis, abgesehen vom Alter und dem Ort, werden im vorliegenden Text nicht weiter detailliert. Die Lücke zwischen der juristischen Bewertung durch das UNO-Tribunal und der populären Verehrung in Serbien bleibt die zentrale offene Frage, die das Land in den kommenden Tagen und Wochen weiter beschäftigen wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/modell-eines-tanks-auf-weissem-hintergrund-35546855/ · Foto: Matias Luge
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/leichnam-von-ex-general-mladic-nach-serbien-gebracht-102.html