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Regional · 30.09.2026 12:02

Kasseler FamilienPoint erweitert Angebot

Kurz: Der Kasseler FamilienPoint baut sein Portfolio aus: Ab Oktober 2026 ergänzen Beratungsangebote zum Thema Älterwerden das bestehende Spektrum für Familien.

Eine neue Säule für die städtische Beratung

Zum 1. Oktober 2026 vollzieht die Stadt Kassel eine strategische Erweiterung ihres Beratungsangebots im FamilienPoint. Während die Einrichtung bisher primär als zentrale Anlaufstelle für familienbezogene Anliegen wie Kindergeld, Betreuungsplätze und finanzielle Unterstützung fungierte, öffnet sie sich nun einer weiteren wichtigen Zielgruppe: älteren Menschen und deren Angehörigen. Ab dem ersten Donnerstag im Oktober wird das Portfolio um spezifische Beratungsleistungen zum Älterwerden ergänzt. Dieses Vorhaben markiert eine deutliche Ausweitung des bisherigen Konzepts, das sich bisher stark auf die Bedürfnisse von Familien mit Kindern konzentrierte. Durch die Integration der Beratungsstelle Älterwerden sowie des Pflegestützpunkts der Stadt Kassel schafft die Verwaltung ein niederschwelliges Angebot, das den demografischen Wandel und die damit verbundenen Anforderungen an die kommunale Daseinsvorsorge direkt adressiert. Die Erweiterung findet in den bekannten Räumlichkeiten statt und nutzt die etablierte Infrastruktur des FamilienPoints, um Synergien zwischen verschiedenen Lebensphasen zu schaffen.

Details zum erweiterten Serviceangebot

Die neuen Sprechstunden finden künftig regelmäßig an jedem ersten Donnerstag im Monat in der Zeit von 10 bis 12 Uhr statt. In diesem Zeitfenster stehen fachkundige Mitarbeitende der städtischen Beratungsstelle Älterwerden sowie des Pflegestützpunkts Stadt Kassel bereit, um individuelle Anfragen zu beantworten. Das inhaltliche Spektrum ist breit gefächert und deckt wesentliche Aspekte der Lebensgestaltung im Alter ab. Dazu zählen konkrete Freizeitmöglichkeiten für Seniorinnen und Senioren, die Beratung zu verschiedenen Wohnformen im Alter sowie Unterstützungsleistungen im Alltag. Darüber hinaus informieren die Experten über Pflegeangebote und entsprechende Pflegeleistungen. Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Services ist die Bereitstellung von Informationsmaterial. Besucherinnen und Besucher können kostenlose Broschüren mitnehmen, darunter das umfassende Werk „A bis Z - Älterwerden in Kassel“. Ergänzend dazu liegen Übersichten zu Themen wie Pflegeheimen, ambulanten Diensten, Tagespflege, Demenzprävention, Hausnotruf-Systemen sowie „Essen auf Rädern“ aus. Auch das Programmheft „Neugierig und aktiv bleiben!“, das sich explizit an Menschen ab 60 Jahren richtet, ist vor Ort erhältlich.

Die gewachsene Struktur des FamilienPoints

Die Erweiterung fügt sich in ein bereits bestehendes Geflecht aus Beratungsangeboten ein, das der FamilienPoint in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Die bisherigen Schwerpunkte decken eine Vielzahl von Lebenslagen ab. So berät die Familienkasse Hessen zur Thematik Kindergeld und Kinderzuschlag. Das Amt für Kindertagesbetreuung der Stadt Kassel informiert zur Kostenübernahme für Kita, Hort und Kindertagespflege. Das Jugendamt ist für Fragen zum Unterhaltsvorschuss zuständig, während das Sozialamt bei Anliegen rund um Bildung und Teilhabe unterstützt. Auch wohnungspolitische Themen werden abgedeckt, etwa durch das Amt für Bauverwaltung, Wohnen und Vergabemanagement bei der Registrierung auf Sozialwohnungen. Zudem bietet die Agentur für Arbeit Kassel Unterstützung beim Berufseinstieg nach der Familienzeit an, das Jobcenter berät zum Bürgergeld und zum Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Ergänzt wird dies durch die allgemeine Familienberatung von Akti(F) Plus sowie den Stromspar-Check des Umwelthauses Kassel. Diese Vielfalt unterstreicht den Anspruch des FamilienPoints, als zentrale Schnittstelle für soziale Dienstleistungen in der Stadt zu fungieren.

Die Akteure hinter dem Beratungskonzept

Der Erfolg und die kontinuierliche Weiterentwicklung des FamilienPoints basieren auf einer engen institutionellen Zusammenarbeit. Die Stadt Kassel fungiert hierbei als Hauptakteur, der gemeinsam mit der Familienkasse Hessen und dem Projekt Akti(F) Plus die inhaltliche Ausgestaltung verantwortet. Eine zentrale Rolle bei der Koordination dieses Netzwerks nimmt der Pakt gegen Armut ein, der die verschiedenen Akteure miteinander vernetzt und die strategische Ausrichtung mitsteuert. Durch diese Kooperation wird sichergestellt, dass die Angebote nicht isoliert voneinander existieren, sondern in einem ganzheitlichen Beratungskontext stehen. Die Einbindung der städtischen Beratungsstelle Älterwerden und des Pflegestützpunkts in dieses bestehende Gefüge ist als logische Konsequenz der bisherigen Zusammenarbeit zu verstehen. Die beteiligten Institutionen verfolgen das Ziel, durch die Bündelung von Kompetenzen die Hemmschwelle für Hilfesuchende zu senken und den Zugang zu städtischen Leistungen zu vereinfachen, unabhängig davon, ob es um junge Familien oder ältere Bürgerinnen und Bürger geht.

Einordnung der Erweiterung in den städtischen Kontext

Einzuordnen ist diese Erweiterung als eine bewusste Reaktion auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Kasseler Stadtgesellschaft. Den Berichten zufolge erkennt die Verwaltung die Notwendigkeit, Beratungsangebote nicht nur räumlich zu bündeln, sondern auch thematisch zu verknüpfen. Während der Fokus in der Vergangenheit stark auf der Unterstützung von Familien mit Kindern lag, signalisiert die Aufnahme der Themen Älterwerden und Pflege eine Ausweitung auf den gesamten Lebenszyklus. Dies lässt darauf schließen, dass der FamilienPoint als Ankerpunkt für soziale Teilhabe weiter an Bedeutung gewinnen soll. Die Bereitstellung von Informationsmaterial zu Themen wie Demenz oder Hausnotruf unterstreicht den präventiven Charakter der Beratung. Es ist davon auszugehen, dass die Stadt Kassel durch diese Maßnahme versucht, die Orientierung im komplexen System der sozialen Sicherung und der Pflegeinfrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger zu erleichtern. Die Zusammenführung von Angeboten für verschiedene Generationen unter einem Dach kann zudem als Versuch gewertet werden, die soziale Kohärenz innerhalb der Stadt zu stärken.

Offene Fragen und verbleibende Lücken

Obwohl die Erweiterung des Angebots detailliert beschrieben wird, bleiben einige Aspekte unbeantwortet. So geht aus dem vorliegenden Quelltext nicht hervor, ob für die neuen Beratungsgespräche eine vorherige Terminvereinbarung notwendig ist oder ob das Angebot ausschließlich als offene Sprechstunde konzipiert ist. Auch zur Kapazitätsplanung gibt es keine Informationen: Es bleibt offen, wie viele Beratungsplätze pro Sprechstunde zur Verfügung stehen und ob bei hohem Andrang mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Zudem wird nicht explizit thematisiert, ob die Beratung auch in anderen Sprachen als Deutsch angeboten wird, was für eine inklusive Ausrichtung der städtischen Angebote von Relevanz wäre. Ebenso fehlen Angaben dazu, ob die Räumlichkeiten des FamilienPoints für Menschen mit eingeschränkter Mobilität barrierefrei zugänglich sind, was bei einer Zielgruppe, die sich primär aus älteren Menschen zusammensetzt, eine entscheidende Rolle spielt. Auch die langfristige Finanzierung der zusätzlichen Beratungsstunden durch die beteiligten Ämter wird im Text nicht weiter erläutert, ebenso wenig wie eine mögliche Evaluation des neuen Angebots nach einer gewissen Anlaufzeit.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Für den 1. Oktober 2026 ist der offizielle Startschuss für das erweiterte Beratungsangebot im FamilienPoint terminiert. Ab diesem Zeitpunkt wird der neue Rhythmus – jeden ersten Donnerstag im Monat – in den regulären Betrieb übergehen. Es ist davon auszugehen, dass die Stadt Kassel die Resonanz auf dieses neue Angebot genau beobachten wird, um gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Ob das Angebot bei hoher Nachfrage ausgeweitet wird oder ob weitere Themenfelder in das Portfolio des FamilienPoints aufgenommen werden, bleibt abzuwarten und hängt maßgeblich von den Erfahrungen der ersten Monate ab. Die Stadtverwaltung hat mit der Implementierung dieses neuen Bausteins einen klaren Schritt in Richtung einer generationenübergreifenden Beratungsstruktur vollzogen. Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, das Angebot aktiv zu nutzen und die bereitgestellten Informationsmaterialien in Anspruch zu nehmen, um sich über die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten im Alter zu informieren.

Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/oktober/familienpoint-angebot.php