Jugendplenum in Darmstadt: Jugendliche gestalten die Politik mit
In Darmstadt hat vor kurzem ein neues Jugendplenum seine Arbeit aufgenommen. Dieses Gremium bietet 17-jährigen Jugendlichen die Möglichkeit, aktiv an der Kommunalpolitik teilzunehmen und ihre Anliegen in die politischen Debatten einzubringen.
Hintergrund der Initiative
Die Beteiligung von Jugendlichen an der Kommunalpolitik ist in Hessen gesetzlich verankert. Die Hessische Gemeindeordnung (HGO) fordert die Kommunen dazu auf, geeignete Verfahren zu entwickeln, um die speziellen Belange von Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. Diese Regelung hat zur Gründung verschiedener Jugendparlamente, -plenums und -foren in der Region geführt.
Im Vogelsbergkreis existiert bereits seit 1992 ein Kreisjugendparlament, während in Frankfurt ein Jugendparlament derzeit in Planung ist. In Hessen gibt es insgesamt über 20 verschiedene Formate zur Jugendbeteiligung.
Das Jugendplenum in Darmstadt
Im September 2025 wurden die Mitglieder des Darmstädter Jugendplenums gewählt. Das Gremium besteht aus 25 Mitgliedern, darunter 17 ausgeloste Vertreter aus verschiedenen Stadtteilen und zwei Delegierte des Stadtschüler*innenrats. Insgesamt gab es 37 Bewerbungen für die 25 Plätze, was das große Interesse der Jugendlichen an politischer Mitgestaltung unterstreicht.
Die Motivation der Mitglieder
Jonathan Schnaus, ein Mitglied des Jugendplenums und aktives Mitglied im Stadtschüler*innenrat, äußert seine Begeisterung für die neue Rolle. Er sieht sich als Sprachrohr für andere Jugendliche und möchte deren Anliegen in die politische Diskussion einbringen. Besonders wichtig ist ihm die Schaffung von Kulturzentren für Jugendliche in Darmstadt.
Haylie Hahner, ebenfalls Mitglied des Jugendplenums, berichtet von der Wahrnehmung ihrer Rolle im Freundeskreis. Sie wird oft um Unterstützung bei lokalen Anliegen gebeten, etwa für bessere Busverbindungen oder Freizeitangebote. Beide Jugendlichen zeigen großes Engagement und den Willen, aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt mitzuwirken.
Unterstützung und Organisation
Die Organisation des Jugendplenums erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Jugendbildungswerk und dem Jugendring Darmstadt. Diese Institutionen unterstützen die Jugendlichen bei ihren ersten Schritten in der Kommunalpolitik. Geplant sind regelmäßige Vollversammlungen und die Bildung von Arbeitsgruppen zu Themen wie Bildung, mentale Gesundheit und Veranstaltungen.
Die Mitglieder des Jugendplenums haben auch die Möglichkeit, in bestimmten Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung Anträge einzubringen und dort zu sprechen. Dies stellt sicher, dass die Stimmen der Jugendlichen in den politischen Entscheidungsprozess einfließen.
Erwartungen der Politik
Darmstadts Sozialdezernentin Barbara Akdeniz sieht im Jugendplenum eine wertvolle Ergänzung der kommunalen Politik. Sie erhofft sich, dass die Jugendlichen der Stadt einen Spiegel vorhalten und mit ihrer Expertise zur Diskussion beitragen. Ihrer Ansicht nach sind alle politischen Themen auch für Jugendliche von Interesse, auch wenn dies nicht immer sofort erkannt wird.
Akdeniz betont die Bedeutung der Auseinandersetzung junger Menschen mit der Kommunalpolitik, da dies demokratische Strukturen fördert und die gesamte Stadtgesellschaft voranbringt.
Zukunft der politischen Mitbestimmung
Das Jugendplenum in Darmstadt stellt einen wichtigen Schritt in der Förderung der Jugendbeteiligung dar. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, ihre Anliegen und Ideen in einem formellen Rahmen zu diskutieren und aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung teilzunehmen. Diese Form der Mitbestimmung könnte langfristig dazu beitragen, das Interesse junger Menschen an politischen Prozessen zu stärken und sie zu einer aktiven Bürgergesellschaft zu erziehen.
Die nächsten Schritte für das Jugendplenum beinhalten die Vorbereitung der ersten Vollversammlung und die Bildung der Arbeitsgruppen. Die Mitglieder sind motiviert, ihre Ideen einzubringen und die Herausforderungen, die sie in ihrer Stadt sehen, anzugehen.
Insgesamt zeigt das Jugendplenum in Darmstadt, wie wichtig es ist, Jugendlichen eine Plattform zu bieten, um ihre Stimmen zu erheben und aktiv an der Gestaltung ihrer Gemeinde mitzuwirken. Dies könnte als Vorbild für andere Städte in Hessen und darüber hinaus dienen.