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Jahresrechnung für 2025: HR erzielt Überschuss von 52 Millionen Euro
Kultur · 27.07.2026 18:08

Jahresrechnung für 2025: HR erzielt Überschuss von 52 Millionen Euro

Kurz: Der Hessische Rundfunk weist für 2025 einen Überschuss von 52 Millionen Euro aus. Trotz der positiven Zahlen warnt Intendant Florian Hager vor Unterfinanzierung

Bilanz des Hessischen Rundfunks für 2025

Der Hessische Rundfunk (HR) hat für das Geschäftsjahr 2025 einen handelsrechtlichen Überschuss von rund 52 Millionen Euro ausgewiesen. Dies geht aus dem Jahresabschluss hervor, der Ende Juni vom Rundfunkrat genehmigt wurde. Sowohl der Verwaltungsrat als auch Intendant Florian Hager, der seit Jahresbeginn 2025 zudem den Vorsitz der ARD innehat, wurden für das vergangene Jahr entlastet.

Die Gesamterträge der öffentlich-rechtlichen Anstalt beliefen sich auf 597,2 Millionen Euro, während die Aufwendungen bei 545,1 Millionen Euro lagen. Damit übertraf das Ergebnis die ursprünglichen Erwartungen deutlich: Während die Verantwortlichen mit einem Plus von 20,4 Millionen Euro kalkuliert hatten, fiel der reale Überschuss um 31,6 Millionen Euro höher aus als geplant. Dies lag primär an Erträgen, die die Erwartungen übertrafen, sowie an Ausgaben, die rund 29,8 Millionen Euro unter dem Budget blieben.

Warum der Überschuss täuscht

Trotz der positiven Zahlen betont die Sendeanstalt, dass der finanzielle Spielraum nicht gewachsen sei. Intendant Florian Hager bezeichnete den Sender weiterhin als „unterfinanziert“. Die Diskrepanz zwischen dem buchhalterischen Gewinn und der realen wirtschaftlichen Situation erklärt der HR mit Sondereffekten, die nicht liquiditätswirksam sind.

Laut Angaben des Rundfunkrats sind für das Ergebnis vor allem zwei Faktoren ausschlaggebend:

* Erträge aus Mitteln, die innerhalb des Rundfunkbeitrags zur Deckung langfristiger Pensionsverpflichtungen vorgesehen sind.

* Positive Zinseffekte, die sich aus der Neubewertung dieser Pensionsrückstellungen ergeben haben.

Diese Posten verbessern zwar die Bilanz auf dem Papier, stehen dem Sender jedoch nicht als freies Kapital für Investitionen oder Programmgestaltung zur Verfügung.

Einnahmenstruktur und Ausgabenposten

Das finanzielle Rückgrat des HR bleibt der Rundfunkbeitrag, der im Jahr 2025 rund 453,3 Millionen Euro einbrachte. Ergänzt wurde dies durch sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 18,8 Millionen Euro sowie Finanzerträge durch Zinsen und Wertpapiere von 16,1 Millionen Euro. Zudem erwirtschaftete der Sender 80,8 Millionen Euro durch Umsatzerlöse sowie 10,3 Millionen Euro aus Koproduktionen und der Verwertung von Programminhalten.

Ein weiterer Baustein ist die Tochtergesellschaft „HR Werbung“. Diese erzielte einen Umsatz von 31,1 Millionen Euro, wobei 30 Millionen Euro direkt aus dem Werbe- und Sponsoringgeschäft stammten. Nach Abzug von Provisionen flossen 4,8 Millionen Euro als Gewinn an den HR zurück. Zusätzliche 6,5 Millionen Euro erhielt die Anstalt durch Kostenerstattungen für das ARD-Werberahmenprogramm.

Auf der Ausgabenseite dominieren zwei Bereiche:

1. **Leistungs- und Materialaufwand:** Mit 211,3 Millionen Euro stellt dies den größten Kostenblock dar.

2. **Personalaufwand:** Inklusive der Altersversorgung beliefen sich die Personalkosten auf 188,7 Millionen Euro. Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten sank dabei im Vergleich zum Vorjahr um 29 auf 1720 Personen.

Vergütungen der Geschäftsführung

Die Bezüge der obersten Führungsebene blieben im Berichtsjahr stabil. Intendant Florian Hager erhielt ein Gehalt von 255.000 Euro sowie eine Aufwandsentschädigung von 3.000 Euro. Programmdirektorin Julia Krittian und Betriebsdirektorin Stephanie Weber bezogen Gehälter in Höhe von 199.576 Euro beziehungsweise 200.792 Euro, zuzüglich einer Aufwandsentschädigung von jeweils 2.400 Euro. Hinzu kamen für die Führungskräfte geldwerte Vorteile durch Sachbezüge wie Dienstwagen oder Jobtickets.

Die finanzielle Situation des HR bleibt somit ein Thema, das trotz der aktuellen Zahlen durch strukturelle Herausforderungen geprägt ist. Die Einordnung durch den Rundfunkrat verdeutlicht, dass die buchhalterische Stärke nicht mit einer Entspannung der allgemeinen Finanzlage gleichzusetzen ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/malerischer-blick-auf-den-kunstpalast-dusseldorf-am-see-31593665/ · Foto: Palantir 📷
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/hr-erzielt-2025-ueberschuss-von-52-millionen-euro-201070127.html