News aus aller Welt
Start
Hoher Verbrauch im Iran-Krieg: Gehen den USA die Raketen aus?
Politik · 06.08.2026 13:25

Hoher Verbrauch im Iran-Krieg: Gehen den USA die Raketen aus?

Kurz: Berichte über schwindende Munitionsvorräte im Iran-Krieg sorgen für Unruhe. Präsident Trump dementiert Engpässe, während Experten vor strategischen Risiken warn

Ein wachsender Bedarf an Raketen

Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen mit dem Iran im Februar 2026 verzeichnen die US-Streitkräfte einen erheblichen Verbrauch an Angriffs- und Abwehrraketen. Medienberichten zufolge wächst innerhalb der US-Administration die Sorge, dass die Lagerbestände kritische Grenzen erreichen könnten. Besonders betroffen sind dabei Langstrecken-Lenkraketen sowie Systeme zur Luftverteidigung, die für den Schutz vor ballistischen Bedrohungen essenziell sind.

Die Rolle von Patriot- und THAAD-Systemen

Das US-Militär setzt primär auf die Systeme Patriot und THAAD, um sich gegen Raketenangriffe zu verteidigen. Schätzungen des Zentrums für Strategie- und Internationale Studien (CSIS) verdeutlichen das Ausmaß des Verbrauchs: Vor den Angriffen Ende Februar verfügten die USA über mehr als 2.300 Patriot- und 450 THAAD-Raketen. Aktuellen Analysen zufolge haben sich diese Bestände etwa halbiert. Besonders kritisch stellt sich die Lage bei den THAAD-Abfangraketen dar, deren Vorrat laut CNN bereits zu fast 80 Prozent aufgebraucht sein soll.

Politische Spannungen und Dementis

Die Berichterstattung über diese Munitionsknappheit hat im Weißen Haus für erhebliche Unruhe gesorgt. US-Präsident Donald Trump wies die entsprechenden Medienberichte scharf zurück. Auf der Plattform Truth Social betonte er, dass die USA weiterhin über „riesige Mengen“ an Munition verfügten. Dennoch räumte er ein, dass bei bestimmten hochentwickelten Waffensystemen ein größerer Vorrat wünschenswert wäre.

Konflikt um interne Berichte

Medienberichte der „Washington Post“, wonach Trump Verteidigungsminister Pete Hegseth wegen der Munitionsproblematik zur Rede gestellt habe, wurden von der Sprecherin des Weißen Hauses als „Fake News“ zurückgewiesen. Der Präsident reagierte auf die Veröffentlichungen mit deutlichen Drohungen gegenüber den beteiligten Journalisten und stellte strafrechtliche Konsequenzen in Aussicht.

Strategische Konsequenzen und globale Auswirkungen

Die angespannte Munitionslage hat bereits unmittelbare Auswirkungen auf die militärische Strategie der USA. So soll Präsident Trump geplante Angriffe auf den Iran vorerst ausgesetzt haben. Laut offiziellen Angaben aus dem Umfeld des Präsidenten hätten der Iran und weitere Nahost-Staaten um Zeit gebeten, um über ein Abkommen zu verhandeln.

Engpässe für Verbündete

Die hohe Beanspruchung der Bestände hat auch Folgen für andere Krisenherde. Die Ukraine meldet beispielsweise Schwierigkeiten bei der Luftverteidigung, da Patriot-Raketen aus US-Beständen fehlen. Dies führte zuletzt dazu, dass russische Raketenangriffe nicht ausreichend abgefangen werden konnten, was hohe Opferzahlen zur Folge hatte. Obwohl Trump dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zunächst eine Lizenz zur Eigenproduktion von Patriot-Systemen in Aussicht gestellt hatte, zeigt sich die US-Regierung in dieser Frage derzeit zurückhaltend.

Risiken für die Einsatzbereitschaft

Experten warnen vor den langfristigen Folgen einer dauerhaft niedrigen Munitionsreserve. Das CSIS weist insbesondere auf ein Risiko für die Einsatzbereitschaft der USA in einem potenziellen Konflikt im Westpazifik, etwa im Zusammenhang mit Taiwan, hin. Auch innerhalb der US-Politik wird Kritik laut: Senatoren wie Chris Van Hollen mahnen, dass die ständige Nutzung wertvoller Abwehrraketen die USA in eine gefährliche Lage bringe, sollten weitere globale Konflikte eskalieren.

Maßnahmen zur Nachproduktion

Um den Engpässen zu begegnen, setzt die US-Regierung auf eine massive Ausweitung der Rüstungsproduktion. Verteidigungsminister Hegseth wirbt im Kongress um zusätzliche Finanzmittel in Höhe von 37,5 Milliarden Dollar, die bereits für den Iran-Krieg aufgewendet wurden. Zudem wurde im Juli ein Vertrag mit Lockheed Martin über 58,6 Milliarden Dollar abgeschlossen. Dieser sieht über eine Laufzeit von sieben Jahren die Lieferung von Abfangraketen in hoher Geschwindigkeit vor. Präsident Trump betonte, dass der Bau neuer Fabriken bereits in vollem Gange sei, um die Produktion, insbesondere der Patriot-Systeme, signifikant zu steigern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/belebte-teheraner-strasse-mit-moschee-und-verkehr-29786929/ · Foto: Necati Ömer Karpuzoğlu
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-munitionsmangel-iran-krieg-100.html