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Hessische Meteorologin in der Antarktis: "Mir sind 40 Grad minus doch lieber"
Regional · 30.07.2026 19:12

Hessische Meteorologin in der Antarktis: "Mir sind 40 Grad minus doch lieber"

Kurz: Während Hessen unter extremer Hitze leidet, trotzt die Meteorologin Gina Schulz aus Kiedrich in der Antarktis Temperaturen von minus 40 Grad.

Ein Kontrast der Extreme

Während weite Teile Hessens unter sommerlichen Höchsttemperaturen von über 40 Grad leiden, herrscht am anderen Ende der Welt eine völlig gegensätzliche Realität. Die aus Kiedrich stammende Meteorologin Gina Schulz verbringt derzeit den antarktischen Winter auf der deutschen Forschungsstation Neumayer-Station III. Für sie ist die eisige Umgebung, in der das Thermometer regelmäßig auf minus 40 Grad fällt, eine bevorzugte Arbeitsatmosphäre. Im Vergleich zur drückenden Hitze in der Heimat empfindet sie die Kälte als besser handhabbar, da man sich durch entsprechende Kleidung vor den Minusgraden schützen kann, während die Möglichkeiten zur Abkühlung bei extremer Hitze begrenzt sind.

Wissenschaftliche Arbeit im ewigen Eis

Die Hauptaufgabe von Gina Schulz besteht in der kontinuierlichen Erfassung meteorologischer Daten. Ein zentraler Bestandteil ihres Arbeitsalltags ist der tägliche Start von Wetterballons. Die dabei gewonnenen Informationen werden direkt an den Deutschen Wetterdienst weitergeleitet. Neben diesen Aufstiegen umfasst ihr Aufgabenbereich die präzise Messung von Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Temperatur. Diese Messreihen sind von hoher wissenschaftlicher Bedeutung, da sie seit Jahrzehnten fortgeführt werden und als essenzielle Datengrundlage für sowohl kurzfristige Wetterprognosen als auch langfristige Klimaforschung dienen.

Herausforderungen des antarktischen Winters

Die Arbeit auf der Neumayer-Station III ist mit erheblichen physischen und logistischen Herausforderungen verbunden. Die Meteorologin muss regelmäßig vereiste Messmasten erklimmen, um Wartungsarbeiten durchzuführen. Diese Tätigkeiten bei extremer Kälte führen bei häufiger Wiederholung zu einer starken Auskühlung des Körpers, bieten jedoch an windstillen Tagen auch beeindruckende visuelle Eindrücke.

Das neunköpfige Team aus Wissenschaftlern und Technikern ist während der Wintermonate vollständig auf sich allein gestellt. Da die Station in dieser Zeit weder per Schiff noch per Flugzeug erreichbar ist, herrscht eine strikte Isolation. Wer das Stationsgebäude verlässt, muss zwingend Sicherheitsvorkehrungen treffen. Für Fahrten auf das Meereis ist das Mitführen einer Survival-Ausrüstung obligatorisch. Diese umfasst unter anderem:

* Ein Zelt und einen Kocher

* Einen speziellen Schlafsack

* Ersatzhandschuhe und eine Skibrille

* Verpflegung für Notfälle

* Funkgerät und GPS-Geräte zur Navigation

Die Rückkehr des Lichts

Nach monatelanger Dunkelheit während der Polarnacht markiert der aktuelle Zeitraum für das Team einen Wendepunkt. Mit dem Wiederaufgang der Sonne nach der langen Finsternis beginnt für Gina Schulz die optisch reizvollste Phase ihres Aufenthalts. Die klaren Himmel und das spezielle Licht über der Eislandschaft entschädigen für die Isolation und die extremen Bedingungen. Die Forschungsstation wird voraussichtlich bis Januar von der Außenwelt abgeschnitten bleiben, bis die logistischen Verbindungen wieder aufgenommen werden können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/elegante-europaische-strasse-mit-historischer-architektur-28769901/ · Foto: Krzysztof Jaworski-Fotografia
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-hessische-meteorologin-in-der-antarktis-mir-sind-40-grad-minus-doch-lieber-100.html