Neue Qualifizierung für die industrielle Sicherheit
Die zunehmende Vernetzung von Produktionsanlagen stellt Industrieunternehmen vor wachsende Herausforderungen. Um dem steigenden Bedarf an spezialisiertem Fachwissen zu begegnen, bietet die HsH-Akademie der Hochschule Hannover in Zusammenarbeit mit der heise academy ab dem 18. September 2026 einen neuen Hochschulzertifikatskurs an. Das Programm mit dem Titel „IT-Sicherheit in Produktionsanlagen“ richtet sich gezielt an Fach- und Führungskräfte, die in den Bereichen Produktion, Automatisierung und Engineering tätig sind und Verantwortung für die Sicherheit von OT-Systemen (Operational Technology) tragen.
Praxisnahe Vermittlung von Sicherheitskonzepten
Der Kurs umfasst insgesamt 24 Unterrichtsstunden und findet als Online-Format statt. Ziel ist es, den Teilnehmern ein tiefgreifendes Verständnis für die Schnittstelle zwischen klassischer IT-Sicherheit und der speziellen Welt der industriellen Steuerungstechnik zu vermitteln. Die Inhalte sind dabei stark anwendungsorientiert gestaltet:
* **Grundlagen der Sicherheit:** Analyse typischer Bedrohungsszenarien und Implementierung von Schutzmaßnahmen.
* **Technische Strategien:** Vermittlung von Wissen zu Kryptografie, Netzwerksegmentierung und dem „Defense-in-Depth“-Prinzip.
* **Praxis-Analyse:** Die Teilnehmer bewerten reale Produktionsumgebungen, identifizieren Schwachstellen und erarbeiten maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte.
Die Leitung des Kurses übernimmt Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Niemann. Als Experte für Automatisierungstechnik und OT-Security bringt er fundierte Industrieerfahrung in die wissenschaftliche Lehre ein, was eine praxisnahe Ausbildung sicherstellen soll.
Regulatorische Anforderungen und Standards
Ein wesentlicher Bestandteil der Weiterbildung ist die Einordnung der technischen Maßnahmen in den aktuellen rechtlichen und normativen Rahmen. Angesichts der komplexen Bedrohungslage durch Cyberangriffe gewinnen regulatorische Vorgaben zunehmend an Bedeutung. Der Kurs deckt daher wichtige Standards und gesetzliche Anforderungen ab, darunter:
* **IEC 62443 und VDI 2182:** Internationale und nationale Standards für die Sicherheit in der Automatisierungstechnik.
* **NIS 2-Richtlinie:** Anforderungen an die Cybersicherheit für kritische Infrastrukturen.
* **Cyber Resilience Act:** Regulatorische Rahmenbedingungen für Produkte mit digitalen Elementen.
* **KRITIS-Vorgaben:** Spezifische Anforderungen für Betreiber kritischer Infrastrukturen.
Abschluss und Perspektiven
Der Zertifikatskurs schließt mit einer Projektarbeit sowie einem Kolloquium ab. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein offizielles Hochschulzertifikat der HsH-Akademie.
Die Qualifizierung ist eine Reaktion auf die steigende Relevanz resilienter Produktionsprozesse. Für Unternehmen ist die Absicherung vernetzter Anlagen heute ein kritischer Faktor, um den Betrieb gegen externe Angriffe zu schützen. Interessierte Fachkräfte können sich über die Website der HsH-Akademie über die genauen Termine, die detaillierten Kursinhalte sowie das Anmeldeverfahren informieren. Durch die Kombination aus theoretischem Fundament und praktischer Fallarbeit bietet das Programm eine fundierte Vorbereitung auf die komplexen Anforderungen der modernen industriellen Cybersicherheit.