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Hauseigene IT-Dienstleister bleiben auf Wachstumskurs
Technik · 24.07.2026 16:04

Hauseigene IT-Dienstleister bleiben auf Wachstumskurs

Kurz: Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen behaupten sich interne IT-Dienstleister. Eine aktuelle Analyse zeigt, warum diese Firmen deutlich schneller wachsen als

Stabile Wachstumskurve trotz konjunktureller Dämpfer

Die IT-Abteilungen großer Konzerne haben sich im Jahr 2025 als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Während der externe Markt für IT-Dienstleistungen unter der angespannten Konjunkturlage litt, konnten die konzerninternen IT-Einheiten ihre Umsätze erneut signifikant steigern. Nach einer Wachstumsrate von etwa zehn Prozent im Vorjahr verzeichneten diese Unternehmen 2025 ein durchschnittliches Plus von neun Prozent.

Diese Entwicklung unterstreicht die strategische Bedeutung der IT innerhalb großer Organisationen. Da rund 90 Prozent des Umsatzes dieser Dienstleister aus internen Aufträgen stammen, profitieren sie von einer stabilen Nachfrage innerhalb ihrer Mutterkonzerne. Laut der Beratungsfirma Lünendonk & Hossenfelder wuchsen diese internen Einheiten damit dreimal so schnell wie ihre externen Wettbewerber.

Treiber der digitalen Transformation

Der anhaltende Erfolg der IT-Töchter ist eng mit den aktuellen technologischen Herausforderungen verknüpft, vor denen Konzerne stehen. Zu den primären Aufgabenfeldern, die den internen Geldfluss maßgeblich speisen, gehören:

* **Modernisierung der IT-Infrastruktur:** Viele Unternehmen investieren massiv in den Austausch veralteter Systeme.

* **Cyber-Sicherheit:** Der Ausbau von Schutzmaßnahmen gegen digitale Bedrohungen bleibt eine Priorität.

* **Prozessautomatisierung und Digitalisierung:** Die Effizienzsteigerung durch digitale Abläufe ist weiterhin ein zentraler Hebel.

* **Künstliche Intelligenz:** Erste Pilotprojekte und Implementierungen im Bereich KI sorgen für zusätzliche Aufträge.

Finanzsektor dominiert das Ranking

Ein Blick auf die führenden Akteure zeigt ein deutliches Übergewicht der Finanzbranche. Die Top-Positionen des Lünendonk-Rankings werden erneut von IT-Töchtern großer Finanzinstitute angeführt.

An der Spitze steht weiterhin die Allianz Technology mit einem geschätzten Umsatz von 3,3 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 4,7 Prozent entspricht. Auf dem zweiten Platz folgt die Finanz Informatik, der IT-Dienstleister der Sparkassen, mit knapp 2,7 Milliarden Euro Umsatz. Den dritten Rang belegt Atruvia, die IT-Tochter der Volksbanken Raiffeisenbanken, die mit einem Plus von fast 13 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro ein besonders starkes Wachstum verzeichnete.

Sonderrolle der Verteidigung und des Gesundheitswesens

Neben den Finanzdienstleistern profitieren auch andere Sektoren von spezifischen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Das IT-Systemhaus der Bundeswehr konnte seinen Umsatz um etwa 16 Prozent auf knapp 2,3 Milliarden Euro steigern. Dieser Aufwärtstrend wird primär auf den deutlich erhöhten Verteidigungshaushalt zurückgeführt.

Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungen sticht Bitmarck hervor. Mit einem Zuwachs von 21,6 Prozent auf 535 Millionen Euro weist das Unternehmen das höchste relative Wachstum unter den Top-Dienstleistern auf. Insgesamt erwirtschafteten die zehn größten untersuchten IT-Einheiten einen Gesamtumsatz von rund 14,7 Milliarden Euro.

Methodische Einordnung der Daten

Es ist wichtig zu betonen, dass die vorliegenden Zahlen als Stichprobe zu verstehen sind. Die Analyse erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Öffentliche Anstalten sowie diverse IT-Einheiten von DAX-40-Konzernen sind in der Aufstellung nicht enthalten, da für diese keine validen Schätzungen möglich waren.

Ein prominentes Beispiel für diese Lücke ist die DB Systel. Der IT-Dienstleister der Deutschen Bahn war im Vorjahr noch auf Rang fünf gelistet, fehlt jedoch in der aktuellen Auswertung. Dies ist vor dem Hintergrund der internen Diskussionen um einen möglichen Personalabbau und strukturelle Umbrüche beim Bahn-Dienstleister besonders bemerkenswert.

Ausblick und strategische Bedeutung

Die Daten verdeutlichen, dass interne IT-Dienstleister für Konzerne weit mehr als bloße Kostenstellen sind. Sie fungieren als zentrale Architekten der digitalen Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit. Da die Modernisierungszyklen in den Unternehmen anhalten, ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach internen IT-Leistungen auch in naher Zukunft hoch bleiben wird. Die Fähigkeit, komplexe KI-Integrationen und Sicherheitsanforderungen intern abzubilden, dürfte für die strategische Planung der Konzerne auch in den kommenden Quartalen entscheidend bleiben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/laptop-arbeiten-tippen-freiberufler-12662875/ · Foto: Anna Shvets
Quelle: https://www.heise.de/news/Hauseigene-IT-Dienstleister-bleiben-auf-Wachstumskurs-11377786.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag