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Harry-Potter-Freizeit: Zauberstäbe raus! Wir fahren nach Hogwarts!
Regional · 27.07.2026 12:05

Harry-Potter-Freizeit: Zauberstäbe raus! Wir fahren nach Hogwarts!

Kurz: Ein Verein aus Südhessen verwandelt jährlich die Burg Rothenfels in ein magisches Internat. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen der Hogwarts-Freizeit.

Wenn die Burg zur Zauberschule wird

Einmal jährlich verwandelt sich die Kulisse der Burg Rothenfels im bayerischen Spessart in einen Ort, der direkt aus den Romanen von J.K. Rowling zu stammen scheint. Was als leidenschaftliche Fan-Idee begann, hat sich zu einer festen Institution für Jugendliche entwickelt: Eine einwöchige Rollenspielfreizeit, die den Alltag in das legendäre Zauberer-Internat Hogwarts verlegt. Hinter dem Projekt steht der Verein „Freizeit für Hexerei und Zauberei e.V.“ aus Groß-Zimmern in Südhessen.

Die Nachfrage nach diesem besonderen Ferienerlebnis ist groß. Für die 64 verfügbaren Plätze gehen regelmäßig über 100 Bewerbungen ein. Die Teilnehmer im Alter von 12 bis 17 Jahren erwartet dabei ein Programm, das weit über einfaches Verkleiden hinausgeht.

Ein Konzept mit Herz und Handarbeit

Die Wurzeln des Vereins liegen im Jahr 2020. Gründerin Natascha Eller, die selbst als Jugendliche an ähnlichen Formaten teilgenommen hatte, wollte die prägenden Erfahrungen von Gemeinschaft und Abenteuer an die nächste Generation weitergeben. Gemeinsam mit Freunden rief sie den Verein ins Leben, um soziale Kompetenzen und Kreativität durch das gemeinsame Rollenspiel zu fördern.

Der organisatorische Aufwand ist enorm. Rund 30 ehrenamtliche Helfer investieren das gesamte Jahr über Zeit und Energie in die Vorbereitung. Inzwischen umfasst das Materiallager des Vereins 36 große Kisten, gefüllt mit Kostümen, Dekoration und eigens angefertigten Requisiten. Ob bewegliche Drachenköpfe oder lebensgroße Dementoren – die Liebe zum Detail ist ein zentraler Aspekt der Freizeitgestaltung.

Alltag in Hogwarts: Zwischen Zaubertränken und Quidditch

Das Programm der Sommerwoche orientiert sich eng an der literarischen Vorlage. Nach der obligatorischen Einteilung in eines der vier Häuser – Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw oder Slytherin – beginnt der Schulalltag. Dieser umfasst:

* Unterricht in Zauberkunst und der Pflege magischer Geschöpfe

* Quidditch-Turniere

* Abendliche Tanzkurse

* Besuche in der magischen Kneipe „Drei Besen“

Zusätzlich entwickelt das Team jedes Jahr eine neue, fortlaufende Geschichte. Diese reicht von der Aufklärung mysteriöser Todesfälle bis hin zur Verteidigung der Schule gegen dunkle Bedrohungen. Hierfür schreiben die Ehrenamtlichen eigene Drehbücher und gestalten die Räumlichkeiten der Burg, etwa durch den Einsatz von hunderten Metern Stoff, um die Schlafsäle in den Farben der jeweiligen Häuser zu dekorieren.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Der Erfolg der Freizeit spiegelt sich nicht nur in den hohen Anmeldezahlen wider, sondern auch in den Rückmeldungen der Eltern. Viele berichten von einer positiven Entwicklung ihrer Kinder, die nach der Woche in der magischen Welt deutlich selbstbewusster und gesprächiger zurückkehren. Ein Zeichen für die Nachhaltigkeit des Konzepts ist zudem, dass viele ehemalige Teilnehmer dem Verein treu bleiben und später selbst als Betreuer Verantwortung übernehmen.

Dennoch stößt das Projekt an seine Grenzen. Da die Organisation von den Vorstandsmitgliedern und Helfern neben Beruf oder Studium bewältigt wird, sind die Kapazitäten begrenzt. Eine Ausweitung des Angebots, etwa durch eine zweite Freizeit, ist derzeit nicht möglich, da dies einen deutlich höheren Bedarf an Betreuungspersonal und finanziellen Mitteln nach sich ziehen würde. So bleibt es vorerst bei einer magischen Woche pro Jahr, die für viele Familien bereits fest in die Urlaubsplanung integriert ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/rathaus-zittau-im-morgenlicht-deutschland-33000553/ · Foto: Niklas Jeromin
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-harry-potter-freizeit-zauberstaebe-raus-wir-fahren-nach-hogwarts-100.html