Ein Abschied nach über einem Jahrzehnt
Die Ära von Peter Gulacsi bei RB Leipzig ist offiziell beendet. Nach elf Jahren im Verein zieht es den ungarischen Nationaltorhüter in die spanische La Liga, wo er sich dem FC Villarreal anschließt. Der Transfer, der sich bereits in den vergangenen Tagen durch Medienberichte angekündigt hatte, wurde am 4. August 2026 bestätigt. Gulacsi, der erst im Februar seinen Vertrag in Leipzig vorzeitig bis 2027 verlängert hatte, unterzeichnete beim spanischen Erstligisten ein Arbeitspapier bis zum Sommer 2028.
Der Wechsel markiert das Ende einer prägenden Zeit. Seit seinem Transfer von RB Salzburg im Sommer 2015 war Gulacsi ein zentraler Bestandteil der Leipziger Erfolgsgeschichte. Er war maßgeblich am Aufstieg in die Bundesliga 2016 beteiligt und führte die Mannschaft 2022 als Kapitän zum ersten DFB-Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Mit insgesamt 362 Pflichtspielen für die Sachsen rangiert er in der internen Bestenliste hinter Yussuf Poulsen und Willi Orban auf dem dritten Platz.
Würdigung durch die Vereinsführung
RB-Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer hob die Bedeutung des Torhüters hervor. Er betonte, dass Gulacsis Wert für den Club weit über die sportlichen Statistiken hinausgehe. Er habe als Führungsspieler und Persönlichkeit Maßstäbe gesetzt und sei in sportlich schwierigen Phasen sowie bei sportlichen Höhepunkten stets eine verlässliche Größe gewesen.
Der Spieler selbst blickte emotional auf seine Zeit in Leipzig zurück. Er betonte die enge Verbundenheit zu den Fans, den Mitarbeitern und dem Verein. Die Entwicklung, die RB Leipzig in den vergangenen Jahren genommen habe, sei eine gemeinsame Leistung aller Beteiligten gewesen, so der Ungar.
Der Blick in die Zukunft: Wachablösung im Tor
Der Abgang Gulacsis kommt nicht völlig überraschend. Bereits in der vorangegangenen Saison hatte sich eine Veränderung im Torwart-Ranking abgezeichnet. Obwohl Gulacsi noch in 23 Bundesliga-Partien zum Einsatz kam, war die strategische Ausrichtung des Vereins klar: Die Zukunft zwischen den Pfosten gehört dem 24-jährigen Marten Vandevoordt. Diese Entscheidung war von der sportlichen Führung bereits frühzeitig kommuniziert worden.
Rückkehr eines alten Bekannten
Um die Lücke im Kader zeitnah zu schließen, präsentierte RB Leipzig unmittelbar nach dem offiziellen Abschied von Gulacsi einen Nachfolger. Mit Örjan Nyland kehrt ein Torhüter zurück, der das Umfeld in Leipzig bereits kennt. Der 35-jährige Norweger stand bereits zwischen Oktober 2022 und August 2023 bei den Sachsen unter Vertrag, kam damals jedoch lediglich auf drei Pflichtspieleinsätze.
Nyland bringt wertvolle Erfahrung mit, die er zuletzt beim FC Sevilla unter Beweis stellte. Zudem machte er bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko auf sich aufmerksam, als er mit der norwegischen Nationalmannschaft bis in das Viertelfinale einzog. Da sein Vertrag in Sevilla ausgelaufen war, konnte RB Leipzig den Transfer ablösefrei realisieren. Er hat einen Vertrag bis 2028 unterzeichnet und wird künftig die Rolle der Nummer zwei hinter Marten Vandevoordt einnehmen. Laut Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer schätzt man Nyland nicht nur für seine sportliche Zuverlässigkeit, sondern auch für seine Rolle als Teamplayer, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.